Von Beeren, Bären und Wölfen

Wölfe bewegen Bären zur gesünderen Ernährung

Die Wiederansiedlung und ihre Folgen

Seit einigen Jahren dürfen sich die Bären über mehr Beeren freuen. Der Grund: Die Rückkehr des Wolfes. Erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Wölfe im Yellowstone-Nationalpark ausgerottet. 70 Jahre später kam er durch den Menschen wieder zurück. In der Zwischenzeit konnten sich Wapitihirsche und Elche beträchtlich vermehren, was dafür sorgte, dass Bäume und Büsche kurzgehalten wurden.

Wolf

Der Retter der Bären und Beeren (Bild: Malene Thyssen/Wikipedia unter unter CC BY-SA 3.0))

Wie Forscher jetzt herausfanden, glückte der Versuch Wölfe wieder anzusiedeln. Seit einigen Jahren kann beobachtet werden, wie Espen- und Weidengehölze wieder höher wachsen, da ihre Fressfeinde nun nicht mehr die Pflanzenspitzen abfressen, sondern vom Wolf gejagt und somit reduziert wurden. Auch Beerensträucher, wie Him- oder Schneebeeren, profitierten von dieser Entwicklung und produzieren seitdem mehr Beeren.

Der neue Speiseplan

Den Nachweis für die Umstellung des Speiseplans haben die Wissenschaftler William Ripple und Robert Bechta von der Oregan State University erbracht. Sie stellten im Bärenkot fest, dass die Tiere wieder erheblich mehr Beeren zu sich nahmen. Oft doppelt so viele wie vor der Rückkehr des Wolfes.

Gerade vor dem Winterschlaf versuchen sich die Grizzlybären im Spätsommer und Herbst ein dickes Fettpolster zuzulegen. Im Zuge der erst kürzlich bekannt gewordenen Nachricht, dass die von den Bären bevorzugte Cutthroat-Forelle durch die eingewanderte amerikanische Seeforelle verdrängt wird, kommen die Beeren im richtigen Moment. Diese könnten überlebenswichtig sein.

Trotz des oft gewalttätigen Rufes des Bären waren Beeren schon immer ein wichtiger Bestandteil der Nahrung. Weil die Hirsche den Bären jedoch die Beeren wegfraßen, hatten sie sich auf einen überwiegenden Fleischkonsum eingestellt.

Neue Probleme warten

Seit Jahren streiten Behörden und Umweltschützer über den Status des Grizzlys auf der Liste der bedrohten Tierarten. Ein häufiges Argument um diesen Status zu rechtfertigen, war das knappe Nahrungsangebot der Bären. Dies könnte sich nun ändern, wenn die Beeren weiterhin im Überfluss vorhanden sind.

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