Proteste in New York

Was steckt hinter Occupy Wall Street?

Der Druck der Protestler ist mittlerweile so groß, dass sich auch die europäische Politik mit den Forderungen auseinandersetzen, muss. Erst vor wenigen Tagen ließ  Angela Merkel über ihren Sprecher Steffen Seibert ihre Unterstützung ausrichten. Die deutsche Bundeskanzlerin habe „großes Verständnis“ für die Proteste.

Der Ursprung von Occupy Wall Street

In den öffentlichen Blickpunkt rückte die Bewegung am 17. September mit dem Aufruf den Zuccotti Park in Manhattan friedlich mit Zelten zu besetzten. Doch schon Monat vorher arbeiteten die Initiatoren an dem Projekt.

Bereits am 14. Juli wurde die Domain occupywallst.org anonym registriert. Innerhalb kurzer Zeit bildeten sich Versammlungen, die eine Besetzung der Wall Street vorbereiteten. Zudem fand die Bewegung prominente Unterstützung, wie die Aktivistin Alexa O’Brien oder das Hackerkollektiv Anonymous.

Wurde die Bewegung am Anfang noch belächelt, erhält sie in den USA immer mehr Unterstützung. Mittelweiler haben sich zahlreiche Gewerkschaften Occupy Wall Street angeschlossen. Bei der bislang größten Demonstration am 5. Oktober waren 5.000 bis 15.000 Teilnehmer zwischen dem Foley Square und Zuccotti Park.

Forderungen der Protestbewegung

Die Anhänger von Occupy Wall Street gehen gegen das Finanzsystem auf die Straßen. Dabei haben sie ihre Forderungen klar formuliert und recherchiert. Eine der wichtigsten Anliegen richtet sich direkt an den US-Präsidenten Barack Obama. Dieser soll eine Kommission einsetzten, welche herausfinden soll, wie Geld die politischen Repräsentanten in Washington beeinflusst.

Zudem fordern die Anhänger höhere Steuern für Wohlhabende und Menschlichkeit auf dem Finanz- und Wirtschaftsparkett. Auf der Website occupywallst.org werden weitere Forderungen genannt.

Kommunikation der Anhänger

Die Mitglieder der Occupy-Wall-Street-Bewegung nutzen vor allem die modernen Medien, um ihre Anliegen und ihre Organisation bekannt zu machen. Die Anhänger koordinieren ihre Aktionen über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie mittels schnell installierter Websites.

Kritiker nehmen diese zum Anlass, die Glaubwürdigkeit der Bewegung infrage zu stellen. Laptops, Computer und iPhones kosten mehrere Hundert Dollar und sind bei den Anhängern ebenso zahlreich vertreten wie Designerklamotten, so der Tenor.

Occupy-Wall-Street in Deutschland

In Deutschland treffen sich Protestanten unter anderem in Frankfurt am Main, Berlin und Hamburg. Zuvor hatten das globalisierungskritische Netzwerk Attac und Politiker der Partei Die Linke zu Kundgebungen aufgerufen.

Zudem solidarisieren sich auch Politiker anderer Partien wie Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) und der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Michael Sommer (SPD) mit den Protestlern.

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