Abenteuer für Millionen

MMORPGs – Nichts für Alleingänger

Millionen Nutzer weltweit

Spiele

MMORPGs haben die Spielerherzen erobert (Bild: Cello Armstrong/Fotolia.com)

Als der Siegeszug der MMORPGs („Massively Multiplayer Online Role-Playing Game“) mit Spielen wie Ultima Online, Lineage und Everquest kurz vor der Jahrtausendwende begann, ahnten nur wenige Vertreter der Videospiele-Industrie, welche wirtschaftlichen Wachstumschancen sich mit der Vernetzung von hunderttausenden Spielern in einer einzigen Spielwelt bieten. Denn trotz hoher Kosten für die Instandhaltung und Erweiterung der Serverarchitekturen aufseiten der Entwickler spülten monatliche Abogebühren und die Verkäufe des jeweiligen Spiels ungeahnte Beträge in die Kassen der Publisher.

Laut Angaben der Branchenseite mmodata.net nutzen derzeit mehr als 18 Millionen Spieler weltweit MMORPGs, für deren Inhalte eine monatliche Grundgebühr zu zahlen ist. Zwar zeigen die Statistiken, dass dieser große Wachstumssektor mittlerweile mit sinkenden Abonnementzahlen zu kämpfen hat – allein der Genreprimus „World of Warcraft“ verlor im 1. Quartal 2013 fast fünf Millionen Abonnenten im Vergleich zu einer Hochphase im 4. Quartal 2010 – dennoch stellen MMORPGs noch immer ein wichtiges Standbein der Videospiele-Industrie dar.

Kostenlose Abenteuer in Free-2-Pay-Titeln

Die große Anziehungskraft von MMORPGs entsteht dabei aus einer Mischung verschiedener Spielfeatures, die für Langzeitmotivation und die Identifizierung des Spielers mit seiner Spielfigur sorgen. Denn Online MMORPG Spiele kombinieren Mehrspieler-Aspekte und Einzelspieler-Komponenten, die Spieler auf Monate hinaus herausfordern. Kämpfe und die Entwicklung des eigenen Charakters (vielfach „Avatar“ genannt) stehen häufig im Vordergrund.

Unzählige Aufgaben, riesige Spielwelten und eine komplexe Erweiterung des virtuellen Charakters machen den Reiz solcher Rollenspiele aus. Viele Aufgaben, die den Spieler mit Erfahrungspunkten und Gold belohnen, verlangen das Agieren im Team. Genau diese Schlachten, in denen dutzende Spieler eine Aufgabe zu meistern versuchen, kreieren das Mehrspielergefühl in MMORPGs, für das Nutzer weltweit bereit sind Gebühren zu zahlen.

Auswahl geplanter MMORPG-Releases 2013

  • The Elder Scrolls Online
  • Everquest Next
  • Transformers Universe
  • End of Nations
  • Shroud of the Avatar
  • City of Steam
  • Core Blaze
  • Dragon’s Prophet
  • Age of Wushu
  • Arcane Saga Online
  • RIFT
  • Neverwinter

Dass dieses Geschäftsmodell auch heute noch lukrativ ist, zeigen allein die geplanten MMORPG-Veröffentlichungen für das Jahr 2013 an. Fachmagazine zählen bis zu 30 Titel, die in diesem Jahr erscheinen werden – viele davon als sogenannte „Free-2-Play“-Titel, die kostenlos heruntergeladen und gespielt werden können. Die Entwicklungskosten solcher Spiele, die ihren Bezahlvarianten oftmals in keiner Weise nachstehen, werden dabei durch „Micropayments“ wiedergewonnen.Dabei bezahlen Spieler für spezielle und oft sehr starke Spielgegenstände oder Zusatzinhalte, welche ihnen gegenüber anderen Spieler, die sich völlig kostenlos durch die jeweilige Spielwelt bewegen, einen Vorteil sichern können. Eine nicht unumstrittene Strategie, da reales Geld spielentscheidende Vorteile bei nachdrücklich als „kostenfrei“ beworbene Spiele sichert. Experten bezeichnen diese Spiele deshalb als „Pay-2-Win“. Nur mit dem Einsatz von Geld kommt man zum gewünschten Ziel.

Fantasy- und Science-Fiction-Settings

Klassische MMORPGs wie World of Warcraft oder Everquest spielen oft in Fantasywelten. Zwerge, Elfen und Orks bevölkern die virtuellen Landstriche und auch der Spieler kann seinem Charakter eine märchenhafte Herkunft verleihen, indem er nicht als Mensch, sondern als Gnom und Troll in den Kampf zieht. Bis heute stellen Fantasy-Umgebungen einen Großteil der veröffentlichten MMORPG-Settings dar.

Allerdings machten in der Vergangenheit auch immer wieder Science-Fiction-Szenerien auf sich aufmerksam. Spiele wie EVE Online etwa, in denen der Spieler zum Piloten eines Raumschiffs wird, oder auch Ableger der Weltraumsaga Star Wars, die in „Star Wars: The Old Republic“ eine Weiterführung als MMORPG fand. Generell aber gilt, dass sich MMORPGs eher fantastischerer Stoffe bedienen, als direkte Anleihen bei der scheinbar allzu gut bekannten Wirklichkeit zu nehmen.

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