20 Monate nach Schiffsunglück

Bergung der Costa Concordia: Wrack steht wieder aufrecht

Costa Concordia vor der Insel Giglio

Die Costa Concordia in Schieflage. (Bild: Giorces/Wikipedia unter CC BY 2.5)

Die Costa Concordia steht wieder

Wie ein Mahnmal lag die Costa Concordia monatelang vor der Küste von Giglio. Die Bergung gestaltete sich als schwierig und ihre Vorbereitungen nahmen viel Zeit in Anspruch, denn eine vergleichbare Aktion gab es noch nie. Seit Mai 2012 waren über 500 Experten aus der ganzen Welt mit der Planung und Vorbereitung der Bergung beschäftigt.

So wurden zunächst unterhalb der Costa Concordia Plattformen errichtet, die das Wrack stabilisieren sollten, wenn es sich aufrichtet und wieder steht. Des Weiteren wurden geeignete Stellen gesucht, an die die Stahlseile, die das Schiff in die Vertikale ziehen sollten, befestigt werden konnten. Die besondere Schwierigkeit war dabei, dass ein großer Teil des Schiffes auf Felsgestein auflag und so nicht erreichbar war.

Auseinanderbrechen wurde verhindert

Außerdem mussten die Befestigungsstellen stabil sein, da auf ihnen ein Zug von rund 14.000 Tonnen lasten würde. Weil die Costa Concordia aber bereits lange im Wasser lag und das nicht ohne Folgen für das Material geblieben ist, war auch dies nicht einfach und nahm viel Zeit in Anspruch. Zusätzlich wurden an der Seite, die oberhalb der Wasseroberfläche lag, Wassertanks angebracht, die bei der Verlagerung behilflich waren und die Costa Concordia nun stabilisieren. Sie dienen, nachdem das Wasser abgelassen wird, als Schwimmkörper und werden auch an der anderen Seite angebracht. Dies nennt man im Fachjargon „Parbuckling“.

Größte Gefahr bei der Bergung der Costa Concordia war ein drohendes Auseinanderbrechen des Wracks, das sich an der gesamten Küste hätte verteilen können. Aufgrund des behutsamen Vorgehens konnte dies verhindert werden. 19 Stunden waren am Ende nötig, um die Schieflage von 65 Grad in eine aufrechte Stellung von 0 Grad zu korrigieren.

Fortsetzung folgt

Für die nächsten Monate ist nun geplant, auch auf der Seite der Costa Concordia Wassertanks anzubringen, die unter Wasser lag. Der Theorie nach erhält das Schiff Auftrieb, wenn das Wasser aus allen Tanks gelassen wird, schwimmt wieder und kann abtransportiert werden. Doch bevor die Costa Concordia auf ihre letzte Fahrt aufbrechen kann, wird noch eine wichtige Aufgabe zu erledigen sein: die Bergung der zwei noch vermissten Personen.

Die Unglücksnacht

Die Costa Concordia befand sich im Januar 2012 auf einer Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer. Am 13. Januar 2012 gegen 21:45 Uhr kollidierte das Schiff vor der italienischen Insel Giglio mit einem Felsen. Dieser verursachte einen etwa 70 Meter langen Riss in der Backboardseite, das Schiff lief daraufhin sofort mit Wasser voll. Damit war die Stabilität des Schiffes nicht mehr gewährleistet und die Costa Concordia begann seitlich zu sinken.

Da der Kapitän das Schiff zu dicht an der Felsenküste entlang gesteuert hatte, versank die Costa Concordia nicht komplett, sondern lag bis zu ihrer Bergung an der Felsküste auf. Es gab 30 Todesopfer, wobei 2 Passagiere noch vermisst werden und ihre Leichen nicht gefunden wurden.

Schiffe, die nie geborgen wurden

Name Datum Opfer
Titanic 14. April 1912 über 1.500
LaLune 6. November 1664 etwa 1.100
Spice Islander I 10. September 2011 2.967
Cap Arcona 3. Mai 1945 etwa 4.500

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...

Kommentar abgeben