Auch im Winter sicher ankommen

Winterreifen: Tipps zu Qualität, Pflicht und Modell

Reifen

Winterreifen halten das Auto auch bei Schnee und Eis fest auf der Straße. (Bild:Petair/Fotolia)

Besonders im Herbst bei Tagestemperaturen über 10 Grad sehen viele Autofahrer noch keinen Grund, ihre Sommerreifen gegen die Winterreifen auszutauschen. Doch bereits bei nächtlichen Temperaturen rund um den Gefrierpunkt kann die Gummimischung der Sommerreifen verhärten und somit die Fahrsicherheit erheblich beeinträchtigt werden. Dank anderer Zusammensetzung und speziellem Lamellen-Profil können Winterreifen dieses Defizit ausgleichen.

Wie sieht ein guter Winterreifen aus?

Wintergeeignete Reifen müssen die Kennzeichnung M&S (mud and snow) tragen, das heißt sie müssen bei Matsch und Schnee bessere Eigenschaften als Sommerreifen aufweisen. Jedoch ist dieses Symbol rechtlich nicht geschützt, weswegen auch Reifen, die nicht alle Kriterien echter Wintermodelle erfüllen damit ausgezeichnet werden können. Im besten Fall sollte der Winterreifen daher sowohl das M&S-Symbol als auch das „Alpinsymbol“, welches offiziell von der amerikanischen Straßenbehörde NHTSA vergeben wird, tragen.

Zahlreiche Testverfahren des ADAC oder der Stiftung Warentest bieten eine Entscheidungshilfe beim Kauf und „entlarven“ die Reifen, die nur scheinbar wintertauglich sind. Welches Kriterien die Entscheidungsgrundlage bilden, sollte individuell je nach Fahrverhalten und -Gewohnheiten festgelegt werden.

Welche Vorgaben sind zu beachten?

Checkliste für Winterreifen

  • M&S oder Alpinsymbol
  • Mindestprofiltiefe 4 mm
  • alle vier Reifen wechseln
  • nach sechs Jahren erneuern
  • Fülldruck 0,2-0,3 Bar höher als vorgegeben

Es existiert die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6mm – diese wird jedoch von ADAC und diversen Reifenherstellern als viel zu niedrig eingestuft. Empfohlen wird eine Mindestprofiltiefe von 4mm. Damit einhergehend gilt die Faustregel, Winterreifen nicht länger als sechs Jahre zu fahren, da nach dieser Zeit sowohl das Profil, als auch der Gummi abgenutzt ist. In welchem Jahr der Reifen produziert wurde, ist an den letzten beiden Ziffern der DOT-Kennzahl an der Seitenwand zu erkennen. Wurden die Reifen für längere Zeit eingelagert, sollte der Reifendruck vor der Nutzung kontrolliert werden. Hierbei lautet die Empfehlung, den Fülldruck immer 0,2 bis 0,3 Bar höher zu halten, als vorgegeben.

Außerdem sollten grundsätzliche alle vier Reifen ausgetauscht und bei jedem Wechsel achsweise vertauscht werden, um eine gleichmäßige Abnutzung zu erzielen. Nach etwa 100 gefahrenen Kilometern müssen die Radschrauben noch einmal nachgezogen werden. Bezüglich der Höchstgeschwindigkeit gelten die jeweiligen Freigaben der Reifen, die heute bei bis zu 270 km/h liegen können. Liegt diese Freigabe jedoch unter der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit des Autos selbst, muss ein Aufkleber im Auto darauf hinweisen. Und verbraucht das Auto im Winter mehr, liegt dies nicht an den Reifen – sondern an der Kälte.

Was ist die „situative Winterreifenpflicht“?

Zusammengefasst lautet die Vorgabe, dass bei Glätte, Schnee und Schneematsch auf öffentlichen Straßen keine Autos mit Sommerreifen fahren dürfen. Verstöße werden mit 40 € Bußgeld – 80 € bei Behinderung des Verkehrs – und einem Punkt bestraft. Es ist weiterhin zu beachten, dass Unfälle die sich auf Grund der falschen Reifen ereignen Probleme mit der Kaskoversicherung verursachen können.

Wann und wie lange die Winterreifen im Endeffekt genutzt werden, bleibt dem Fahrer selbst überlassen. Ein letzter Tipp für Neukäufer lautet jedoch, sich frühzeitig darum zu kümmern. Zum einen um lange Wartezeiten und eventuelle Preiserhöhungen zu vermeiden – zum Anderen um auch für den frühen Wintereinbruch gewappnet zu sein.

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