Regenwälder weiterhin bedroht

Waldsterben: Karte zeigt weltweite Entwicklung seit 2000

Möglich durch Forschung und Technik

Regenwald

Während sich der brasilianische Regenwald erholt, sieht die Lage in Indonesien misslich aus (Bild: gemeinfrei/Wikipedia)

Wissenschaftler der University of Maryland erarbeiteten aus über 650.000 Satellitenbildern mit Hilfe von Google-Experten eine Weltkarte, die über Google Earth Engine den weltweit verschwundenen Wald durch verschiedenfarbige Punkte dokumentiert. Auf 30 mal 30 Meter genau kann somit an jedem Punkt der Erde eingesehen werden, wie sich die Lage in den letzten 13 Jahren verändert hat.

Ermöglicht wurde dieses komplexe Unterfangen maßgeblich durch den im Jahr 1999 in Betrieb gegangenen Satelliten Landsat 7, der seitdem entsprechende Daten sammelt. Ab 2008 konnten Forscher kostenlos auf ein Archiv zugreifen, in dem sämtliche Aufnahmen des Landsat 7 gespeichert sind. Durch modernes Cloud Computing war vor allem hinsichtlich der Bearbeitungsgeschwindigkeit eine entscheidende Grundlage für das Projekt entstanden.

Die Billanz: Schrumpfende Wälder

Deutlich wird auf der Karte insbesondere, dass tropische Regenwälder nach wie vor viel zu stark schrumpfen. Ein Drittel der gesamten zurückgegangenen Waldfläche besteht aus Regenwald-Gebieten. Dabei fällt auf, dass die jährlich verloren gegangene Fläche kontinuierlich zunimmt.

Während des Beobachtungszeitraums verschwanden mehr als zwei Millionen Quadratkilometer Wald, wohingegen lediglich 800.000 Quadratkilometer mit neuem Wald bepflanzt wurden. Gebiete der gemäßigten Zone, so unter anderem Deutschland, sind weniger betroffen, denn durch eine hauptsächlich forstwirtschaftliche Nutzung der Wälder ist der Anteil der aufgeforsteten Gebiete deutlich höher.

Brasilianischer Regenwald erholt sich

Brasiliens Regenwald war lange Zeit sehr stark von einer ausufernden Rodung betroffen. Die Regierung des Landes hat jedoch ihre Verantwortung erkannt und versucht mit einem strengen Waldschutz-Programm sowie einer genauen Überwachung der Entwicklung, die katastrophale Lage zu bekämpfen. Der Erfolg wird an der gesunkenen Fläche neu abgeholzten Regenwaldes sichtbar. Zwar hat diese erst kürzlich wieder zugenommen, doch seit 2004 hat sich die Lage merklich verbessert.

Waldsterben in Indonesien am stärksten

Brasilien ist allerdings das einzige Land, das eine derart positive Entwicklung aufweist. In Teilen von Afrika, in Malaysia, südamerikanischen Ländern wie Paraguay oder Bolivien sowie Indonesien geht Jahr für Jahr mehr Wald verloren. 2011 schuf die indonesische Regierung ein Abkommen, um die Rodung zu bremsen und führte harte Strafen für Brandrodung ein, was aber keine Wirkung zeigte. Selbst Brandrodungen finden nach wie vor statt, was zum Sterben zahlreicher selten gewordener Affen führt und zudem wichtigen Lebensraum der letzten wild lebenden Tiger zerstört.

Hintergründe zum Waldsterben

  • Zwischen 2000 und 2012 sind weltweit 2,3 Millionen Quadratkilometer Wald verschwunden.
  • Große Teile werden für die Papierindustrie abgeholzt oder um Platz für Palmöl-Plantagen zu schaffen.
  • Klimaschädliches Kohlendioxid wird frei, indem austrocknende Torfböden Brände verursachen.
  • In Deutschland sind rund 5.000 Quadratkilometer Wald verschwunden, aufgeforstet wurden etwa 2.600 Quadratkilometer.

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