Hochintelligente Vögel

Verwandte Denkmuster bei Krähen und Primaten

Raben haben ein Gedächtnis wie ein Elefant (Bild: aboutpixel.de/virra)

Raben haben ein Gedächtnis wie ein Elefant (Bild: aboutpixel.de/virra)

Rabenkrähen – die schwarz gefiederten Vögel – beeindrucken weniger durch ihr Federkleid oder durch ihren Gesang, dafür umso mehr mit ihrer Intelligenz. In vielfältigen Versuchen konnten die Krähen diese bisher schon unter Beweis stellen. Aktuellen Forschungen aus Tübingen zufolge sollen die Gehirne der Krähen denen der Primaten viel ähnlicher sein, als bisher gedacht.

Erstaunliche Denkleistungen

Dass Krähen anpassungsfähiger und lernfähiger als andere Vögel sind, lässt sich an vielen Verhaltensarten erkennen. Schon bei der Futterbeschaffung nutzen die Krähen nicht nur ihren Schnabel und ihre Krallen.

  • Sie verwenden Stöcke, um in Astlöchern nach Nahrung zu stochern.
  • Sie sammeln von Autos kaputt gefahrene Nüsse und Obst auf.
  • Sie folgen Jagdtieren, um an der erlegten Beute teilhaben zu können.

Weiterhin sind die Krähen sehr geschickt darin, ihr erbeutetes Futter zu verstecken – das tun sie nämlich nur, wenn sie unbeobachtet sind. Außerdem können sie sich mehrere Verstecke merken und bei Bedarf wieder aufsuchen.

Hochleistungsgehirn im Miniformat

Im Jahre 2012 konnten Wissenschaftler beweisen, dass Krähen imstande sind, versteckte Zusammenhänge zu erkennen und darauf zu reagieren. In einem Versuchsaufbau bewegte ein Mensch einen Stock, der die Krähe durch ein Loch in der Wand bedrohte. Die Krähe konnte den Menschen erst sehen, nachdem dieser das Versteck verlassen hatte. Im weiteren Verlauf war die Krähe vorsichtiger, solange der Mensch sich nicht gezeigt hatte – auch wenn der Stock sich nicht bewegte. Zu einer solchen Denkleistung sind nicht viele Tiere fähig.

Von Krähen und Primaten

Gibbons leben monogam

Angeblich sollen bei Krähen ähnliche Denkprozesse, wie bei Primaten ablaufen. (Bild: MatthiasKabel / Wikipedia unter (CC BY-SA 3.0)

Aktuelle Studien zeigen, dass die Denkmuster der Krähen offenbar ähnlich, wie die der Primaten funktionieren. Hierzu wurden die Krähen mit einer Gedächtnisaufgabe konfrontiert. Über einen längeren Zeitraum wurden die Krähen darauf trainiert, Aufgaben an einem Computerbildschirm zu lösen.

Sie mussten sich Bilder einprägen und wieder erkennen, bzw. – je nach Versuchsaufbau – entweder das gerade Gesehen oder das „falsche“ Bild antippen, um mit Futter belohnt zu werden. Nach der Trainingsphase waren die Ergebnisse zu fast 100 Prozent korrekt.

Verschiedene Nervenzellen für verschiedene Aufgaben

Die genauere Analyse ergab, dass in den Gehirnen der Krähen für das Lösen der unterschiedlichen Fragestellungen verschiedene Nervenzellen aktiviert wurden – genau wie es beim Primaten auch passiert. Für die Forscher stellt dies eine überraschende Parallele dar, zeigt jedoch die evolutionäre Anpassungsfähigkeit der Vögel.

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