Bundeszentralamt für Steuern

Steueridentifikationsnummer: Irrtum bei Vergabe

Mehrfachvergabe der Steuer-ID

Aus einer am Donnerstag bekannt gewordenen Übersicht des Bundesfinanzministeriums und eines Fachdienstes geht hervor, dass viele der Deutschen zwei Nummern bei der Einführung 2007 erhielten. Insgesamt 164.451 Steuer-IDs wurden falsch vergeben. Entweder bekam der Steuerzahler zwei Nummern oder aber schlimmer, zwei Steuerzahlern wurde dieselbe Nummer zugewiesen. Angaben des Bundeszentralamts für Steuern zufolge seien davon bereits 106.029 Fälle bearbeitet, 14.000 seien noch nicht erledigt.

Jeder deutsche Büger erhält eine Steuer-ID für Steuerzwecke. (Bild: ElenaR - Fotolia)

Jeder deutsche Büger erhält eine Steuer-ID für Steuerzwecke. (Bild: ElenaR – Fotolia)

„Der Bundesregierung ist bekannt, dass es Sachverhalte gibt, in denen einer Person mehrere Steueridentifikationsnummern zugewiesen wurden“, so Michael Meister, parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, in einer der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegenden Antwort auf eine Anfrage des Linken-Steuerexperten Richard Pitterle. Meister begründet die Panne damit: „Beispielsweise wird bei der Rückkehr nach einem Auslandsaufenthalt von den Meldebehörden häufig eine neue Steueridentifikationsnummer angefordert.“ Weitere Fehlerquellen sind:

  • veraltete, unvollständige oder leicht abweichende Daten einer Person
  • Bearbeitungsfehler im Datenaustausch zwischen dem Bundeszentralamt und der jeweiligen Meldebehörde

Das Fachblatt „Steuerberater intern“ berichtete auch von einem Fall, bei dem zwei Personen mit ähnlichem Geburtstag und Namen die gleiche Nummer erhalten hätten. Bisher sind ca. 1.300 Fälle dieser Art bekannt und sollen durch Eingabefehler zustande gekommen sein. Das Fachblatt ist aber der Meinung, dass die Dunkelziffer weitaus höher sein könne.

Konsequenzen der doppelten Vergabe

Eine Konsequenz der doppelten Vergabe derselben Steuernummer war, dass eine der beiden Personen von seinem Arbeitgeber in die Steuerklasse VI eingestuft wurde, nachdem der Andere einen neuen Job angenommen hatte. Eine Herabstufung in die schlechteste Steuerklasse erfolgt dann, wenn ein Arbeitnehmer ein zweites Arbeitsverhältnis aufnimmt. Das hat zur Folge, dass dieser die höchste Steuerlast zu tragen hat, da kaum noch Freibeträge zur Geltung kommen. Erst auf Nachfrage des irritierten Steuerzahlers fiel der Irrtum auf. Denn aufgrund derselben Steuer-ID, stellten die beiden für die Finanzbehörde ein und dieselbe Person dar.

Wie eine Mehrfachvergabe bekannt wird und was dann geschieht

Von einer Mehrfachvergabe wird das Bundeszentralamt durch Hinweise der jeweiligen Meldebehörde, der Finanzverwaltung oder von der betroffenen Person selbst in Kenntnis gesetzt. Wird eine Mehrfachvergabe durch das BZSt bestätigt, entscheidet dieses, welche Identifikationsnummer bestehen bleibt. Die andere Nummer wird nicht weiter verwendet und stillgelegt. Grundsätzlich bleibt jedoch die Nummer geltend, die bei der zuständigen Meldebehörde gespeichert, bzw. auf der Lohnsteuerkarte eingetragen ist. Kommt es zu einer Stilllegung, dann initiiert dies die Meldebehörde, die eine elektronische Nachricht an das BZSt übermittelt. Die betroffene Person erhält anschließend eine automatisierte Nachricht vom BZSt.

Die Steueridentifikationsnummer

  • ist ein Leben lang gültig
  • wurde 2007 eingeführt
  • ersetzt die Karton-Lohnsteuerkarte
  • besteht aus elf Ziffern
  • dient der Identifikation deutscher Bürger in Steuerzwecken
  • erhält jeder in Deutschland gemeldete Bürger
  • wird vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben
  • wird für elektronische Geschäftsprozesse benötigt

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