Vergrößerung des Unternehmens

Facebook: Übernahme des Rivalen WhatsApp

Facebook vergrößert sich

Handy-Modelle

Facebook will nun auch den Kurznachrichtendienst WhatsApp übernehmen. (Scanrail – Fotolia)

Das weltweit größte Online-Netzwerk Facebook gab am Mittwoch bekannt, den Konkurrenten WhatsApp zu übernehmen und das für insgesamt 19 Milliarden Dollar. Der Kaufpreis wird in Form von Bargeld und Aktien erstattet. Weitere drei Milliarden Dollar in Aktien sollen über die nächsten Jahre hinweg an die Gründer und Mitarbeiter des Kurzmitteilungsdienstes gehen, welchen Zuckerburg ein großes Los aussprach: „Mit 50 Leuten in der Firma haben sie über fünf Jahre ein Netzwerk aufgebaut, das fast eine halbe Milliarde Nutzer hat. Niemand in der Geschichte der Welt hat vorher so was geschafft.“

Der Kurznachrichtendienst WhatsApp

Worum es sich bei der Application handelt und was diese ausmacht:

  • WhatsApp ist ein auf Smartphones installiertes Programm.
  • Das Programm ermöglicht das Versenden von längeren Kurznachrichten, Fotos, Videos und Audios über das Internet.
  • Über die App kann man mit mehreren Nutzern gleichzeitig kommunizieren.
  • Die Anwendung stellt eine Alternative zur (kostenpflichtigen) SMS dar.
  • Die App wird nicht durch Werbung finanziert und ist nicht auf die Daten seiner Nutzer aus.

Gründe für Übernahme

Die zwei ehemaligen Mitarbeiter von Yahoo Brian Acton und Jan Koum gründeten den Dienst vor fünf Jahren. WhatsApp wuchs in den ersten Jahren sogar schneller als Facebook, Twitter und Skype und verzeichnet heute ca. 490 Milliarden Nutzer. Das ist auch der Grund, warum das Programm so wertvoll sei, betont Mark Zuckerberg: „WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden.“ Und das obwohl Facebook schon über einen eigenen Messaging-Dienst verfügt.

Allein in Deutschland nutzten zuletzt 30 Millionen Menschen die App und verschickten ca. 18 Milliarden Kurznachrichten, was dem gesamten weltweiten SMS-Verkehr entspricht und sogar Facebook überholt: „Unsere Kommunikationsprodukte wie Messenger und Chat werden für die Unterhaltung innerhalb des Facebook-Freundeskreises benutzt und oft für Nachrichten, bei denen es nicht um Echtzeit-Kommunikation geht. WhatsApp und Facebook sind also zwei verschiedene Anwendungsfälle und wir werden nun in beide investieren“, so Zuckerberg. Täglich verzeichnet die App weltweit eine Million mehr User.

Ein weiterer Grund für die Übernahme durch Facebook liegt darin, dass Medienberichten zufolge immer mehr Teenager zu WhatsApp wechseln.

Facebook

Mark Zuckerberg kaufte bereits 2007 den Foto-Dienst Instagram. (Bild: Elaine Chan/Wikipedia unter CC BY 2.5)

Bereits 2007 kaufte Zuckerberg den Fotodienst Instagram für eine Milliarde Dollar auf, obwohl Facebook-User bereits Bilder austauschen können. Auch zeigte der Facebook-Gründe Interesse an der Foto-App Snapchat, doch die Gründer lehnten ab. Die Übernahme von WhatsApp erfolgte nur wenige Tage nach dem Kauf der Kommunikations-App Viber durch den japanischen Online-Händler Rakuten.

Es soll zu keinen Änderungen kommen

Bis Ende des Jahres soll der Kauf erfolgen. Trotz dessen soll sich bei WhatsApp nichts ändern. Die Firma bleibt ein eigenständiges Unternehmen, da die beiden Dienste auch verschiedene Interessen verfolgen. Im Gegensatz zum kostenlosen Facebook erhebt WhatsApp nach dem ersten Jahr Gebühren für die Nutzung in Höhe von ca. 80 Cent pro Nutzer und im Jahr.

Gründer Koum verspricht, dass es weiterhin keine Werbung geben werde: „Wir glauben, für unser Produkt, also Messaging, ist Werbung nicht der richtige Weg. Wir haben mit dem Abo schon ein starkes Finanzierungssystem im Einsatz. Wir konzentrieren uns darauf zu wachsen – die Finanzierung wird für uns keine Priorität haben.“

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...

Kommentar abgeben