Land in Sicht

Vulkan vor den Kanaren lässt neue Insel wachsen

Dass die Erde eine sehr dynamische Welt ist, wird am ehesten bei einem Vulkanausbruch deutlich. Im Durchschnitt geschieht dies 70 Mal im Jahr an Land. In den Meeren wohl um einiges öfter und manchmal auch in solcher Weise, dass eine neue Insel das Licht der Welt erblickt. So geschehen am Morgen des 14. November 1963, als der Gestank nach fauligen Eiern das Ereignis ankündigte.

Später am Tag erhob sich vor der Küste Islands mitten im Atlantischen Ozean eine 100 Meter hohe Asche und Rauchsäule, die bald auf 3 Kilometer anstieg. Noch am selben Tag erblickte eine Neue Insel das Licht der Welt. Ihrem Namen – Surtsey – stand treffender Weise der mythische Feuerriese Surt Pate.

Wenn die Erde Feuer speit

Ähnliches könnte sich jetzt unweit der Kanareninsel El Hierro ereignen. Hier ergießt sich seit gut drei Wochen flüssiges Gestein aus einem Vulkanschlot ins Meer. Bis heute ist der Kegel schon etwa 100 Meter in die Höhe gewachsen. Damit er an der Wasseroberfläche sichtbar wird, fehlen noch 150 Meter. Auch wenn die Abläufe vor den Kanaren bisher noch nicht umfassend erforscht sind, gehen die Wissenschaftler vor Ort von weiter anhaltenden Eruptionen aus.

Theoretisch könnten sich diese auch an Land oder ins flache Wasser verlagern. Gerade dort würde dann aber, so der Wissenschaftsberater der lokalen Behörden gegenüber dem Spiegel-Online am Donnerstag, Dampfexplosionen unter Umständen die Bevölkerung gefährden.

Wie soll die Kleine denn heißen?

Doch wie geht es weiter, sollte sich tatsächlich eine Insel bilden? Schon jetzt tauschen die Canários eifrig Namensideen im Netz. Und auch die Frage nach der Zugehörigkeit des künftigen Eilands könnte sich stellen. So geschehen auch bei Surtsey. Hier landeten kurz nach der Entstehung drei französische Journalisten und nahmen die Insel, wohl eher im Spaß, für die Republik in Besitz.

Selbstredend ließ das Veto der isländischen Regierung nicht lange auf sich warten. Heute ist die Insel ein willkommenes Forschungsobjekt. An ihr wird beobachtet, wie das Leben einen Felsen im Meer für sich erobert. Dass also die Canários schon die Liegestühle ins Boot laden können, bleibt wohl eher fraglich.

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