Winter-Olympiade in Sotschi

Paralympics 2014: Behinderte Sportler kämpfen um Gold

Knapp zwei Wochen nach dem Ende der 22. Olympischen Winterspiele zieht es Fans des Wintersports erneut an die russische Schwarzmeerküste, um an den spannenden Wettkämpfen der 11. Paralympics teilzuhaben. Hier treffen sich besondere Spitzensportler, die nicht nur in ihrer Sportart außergewöhnliche Leistungen zeigen, sondern auch im privaten Bereich allen Herausforderungen gewachsen sind.

Die Sportarten der Paralympics 2014

Bei den 11. Paralympischen Spielen werden Wettkämpfe in fünf verschiedenen Wintersportarten abgehalten. Dazu zählen

  • Biathlon
  • Rollstuhlcurling
  • Sledge-Eishockey
  • Ski Alpin
  • und Skilanglauf.

Während Sportarten wie Biathlon, Ski Alpin oder Skilanglauf den meisten von uns ein Begriff sind und es keine gravierenden Unterschiede zwischen den olympischen und paralympischen Varianten

Die "Schlittschuhe" des Sledge-Eishockeys

Die „Schlittschuhe“ des Sledge-Eishockeys. (Bild: wikipedia – gemeinfrei)

gibt, trifft man auch auf Sportarten, die speziell auf die Bedürfnisse körperlich beeinträchtigter Menschen zugeschnitten sind. So sind Sledge-Eishockey und Rollstuhlcurling wohl nur denjenigen bekannt, die sich bereits genauer mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.

Das Regelwerk beim Sledge-Eishockey ist dem des „normalen“ Eishockeys sehr ähnlich. Die Spielzeit ist in drei Drittel unterteilt. Im Vergleich zum regulären Eishockey dauert ein Drittel nicht 20, sondern nur 15 Minuten. Der markanteste Unterschied liegt bei der Ausrüstung der Sportler. Paralympische Eishockeyspieler bewegen sich auf kleinen Schlitten fort und beschleunigen mit Hilfe von zwei kurzen, mit Spikes versehenen Schlägern. Theoretisch ist es deshalb möglich, dass auch körperlich uneingeschränkte Spieler am Sledge-Eishockey teilnehmen, jedoch ist dies im Rahmen der Paralympics untersagt.

Rollstuhlcurling

Rollstuhlcurling ist seit 2006 paralympisch. (Bild: adrian8_8/wikipedia unter CC BY 2.0

Das Rollstuhlcurling ist seit 2006 offizieller Bestandteil der Paralympics. Regeltechnisch gibt es keine wesentlichen Unterschiede zum gewöhnlichen Curling, nur das wohl bekannteste Element dieses Sports fehlt: Das Wischen. Nachdem ein Spieler einen Stein beschleunigt und losgelassen hat, ist es im Nachhinein nicht mehr möglich, die Weite eines „Curls“ zu beeinflussen. Die optimale Platzierung des Steins ist dadurch weitaus schwieriger. Um den am Boden befindlich Stein erreichen zu können, nutzen die Spieler einen teleskopartigen Stick.

Das Teilnehmerfeld

Um eine größtmögliche Chancengleichheit zu gewährleisten und das Teilnehmerfeld besser zu strukturieren, werden alle Sportler einer von sechs verschiedenen Klassen zugeordnet.

  1. Amputierte (es fehlt mindestens ein Hauptgelenk in einem Körperglied)
  2. Zerebralparese (Bewegungsstörungen durch Hirnschädigungen)
  3. Sehbehinderte
  4. Rollstuhlsport
  5. Kleinwüchsige (Männer mit einer Größe von maximal 1,45 m / Frauen maximal 1,37 m)
  6. Les Autres „Die Anderen“ (alle übrigen Athleten, die keiner Kategorie zugeordnet werden können)

Bezeichnung „Paralympics“

Ursprünglich setzte sich die Bezeichnung „Paralympics“ aus den englischen Wörtern „Paraplegic“ (gelähmt) und „Olympic“ zusammen. Da diese Wortkonstruktion jedoch zwangsweise impliziert, dass an den Spielen nur Menschen mit Lähmungserscheinungen teilnehmen können, musste sie überarbeitet werden. So steht seit 1988 das Wort „Para“ nicht mehr für das englische „gelähmt“, sondern für das griechische „neben“. „Paralympics“ gibt somit keinen Aufschluss mehr über das Teilnehmerfeld, sondern drückt seine Nähe zu den Olympischen Spielen aus.

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