Sicherheitsrisiko für Geldautomaten

Support-Ende für Windows XP: Risiko für Geldautomaten

Geldautomat

Wird der Geldautomat bald Tummelplatz für Viren & Trojaner? (Bild: Rama/ Wikipedia CC BY-SA 2.0 FR)

Hacker und Cyber-Kriminelle reiben sich schon seit einiger Zeit die Hände, bietet sich doch mit Einstellen des Windows-XP-Supports eine ideale Gelegenheit, die veraltete Software zu eigenen Zwecken zu missbrauchen. Die schon vorhandenen Sicherheitslücken des 2001 auf den Markt gekommenen Betriebssystems werden zukünftig noch gravierender ausfallen und versprechen einen leichten Zugriff auf sensible Nutzerdaten.

Die Beliebtheit wird zum globalen Sicherheitsrisiko

IT-Experten bereitet vor allem der unvergleichliche Erfolg des benutzerfreundlichen Betriebssystems große Sorgen. Denn nicht nur in Privat-Haushalten erfreute sich Windows XP großer Beliebtheit, sondern auch in der Industrie. Industrielle Großrechner sowie unscheinbare technische Geräte des Alltags werden bis heute noch mit abgespeckten Versionen des Microsoft-Klassikers betrieben, unter anderem Fahrkarten- und Geldautomaten.

XP-Embedded-Software ist auf die speziellen Anwendungsbereiche des jeweiligen Geräts zugeschnitten, bietet dementsprechend nicht mehr als den benötigten Funktionsumfang.

Demnach besteht ein hohes Sicherheitsrisiko nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Schätzungen zufolge laufen bis heute noch über 90 Prozent aller Geldautomaten mit einer „Embedded-Version“ von Windows XP – bei einer Gesamtmenge von etwa 2,2 Millionen Automaten mit nunmehr veralteter Software, ist eine rechtzeitige Umrüstung bis zum 8. April mehr als zweifelhaft.

Individuelle Supportverträge

Aus diesem Grund bietet Microsoft in Zukunft individuelle Supportverträge an, dank derer einzelne Firmen weiterhin mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Diese sind aber kostenpflichtig und deshalb nicht für alle Betroffenen in Betracht zu ziehen. Laut Chef der Technologie-Beratung SunGard Consulting, Sridhar Athreya, müssen britische Großbanken bis zu 70 Millionen Euro für eine weitere Instandhaltung ihrer XP-Geldautomaten investieren. In Deutschland gibt keine gesetzliche Verpflichtung zur Nutzung dieser Supportverträge, die Entscheidung liegt einzig und allein bei den Banken und Automatenbetreibern. Angesichts der enormen Kosten wird sich das Interesse jedoch in Grenzen halten und man eine allmähliche Umrüstung auf Windows 7 präferieren.

Unbefugter Zugriff auch ohne Internetverbindung

Mit einer etwas naiven Sicht auf die Sachlage könnte man meinen, dass das Risiko von Software-Manipulation bei Geldautomaten gering ist, schließlich sind die Geräte im Regelfall nicht mit dem Internet verbunden. Dieser Sichtweise widersprechen Branchen-Experten aber vehement. Nach Meinung des Senior IT-Security Consultant der SySS GmbH, Sven Wiebuschs, ist die Gefahr von Manipulationen auch ohne Internetverbindung gegeben. Beispielsweise dann, wenn ein Hacker in das interne Firmennetz eindringt oder sich physischen Direktzugriff, zum Beispiel via Wartungszugang, verschafft.

Einzige langfristige Lösung

Egal ob Privatanwender oder Firma: Die einzig wirksame Gegenmaßnahme zu potenziellen Hackerangriffen auf Windows XP-Systeme ist deren vollkommene Beseitigung. Mit dem „End of Support“ ist jeder XP-Nutzer früher oder später dazu gezwungenen, dem lieb gewonnenen Betriebssystem Adieu zu sagen. Die Sicherheitslücken und Systemfehler werden im Laufe der Zeit immer schwerwiegender ausfallen, denn wichtige Anwendungen wie die folgenden werden nicht mehr aktualisiert.

  • Flash
  • Java
  • und Virenschutzprogramme

Von da an wird man um den Kauf neuerer Versionen wie Windows 7 & 8 nicht mehr herumkommen, eventuell zieht man in diesem Kontext auch den Umstieg auf alternative Betriebssysteme wie Linux und Mac OS in Betracht.

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