SSL-Verschlüsselung für private E-Mails

„E-Mail made in Germany“: Mehr Sicherheit für private Mails

Bisher besteht die Initiative aus vier Mitgliedern.

Bisher besteht die Initiative aus vier Mitgliedern. (Bild: Presse GMX.de)

Der NSA-Skandal brachte einige unangenehme Überraschungen in Bezug auf die Datensicherheit im Internet zum Vorschein und deckte enorme Sicherheitslücken auf. Doch auf wirkungsvolle Reaktionen seitens der politischen Führung wartet die Internet-Gemeinde bis heute vergeblich.

Doch wo auf politischer Ebene bisher noch keine nennenswerten Maßnahmen ergriffen wurden, setzen nun die führenden deutschen E-Mail-Provider den Hebel an: Mit der Initiative „E-Mail made in Germany“ soll der E-Mail-Verkehr in Deutschland dank SSL-Verschlüsselung weitaus sicherer gemacht werden. Zur Teilnahme an dieser Datenschutz-Initiative haben sich bisher folgende Provider bereit erklärt:

  • Web.de
  • GMX
  • Telekom
  • Freenet

Funktionsweise der „deutschen“ E-Mail

Um ein Höchstmaß an Sicherheit beim E-Mail-Verkehr zu gewährleisten, wird zum einen die Datenübertragung zwischen dem Endgerät des Internet-Nutzers und dem E-Mail-Server des jeweiligen teilnehmenden Providers verschlüsselt, zum anderen aber auch die Übertragungen zwischen den Rechenzentren der einzelnen Anbieter. Findet ein Datenaustausch zwischen Personen statt, die beide über ein Konto bei den genannten Providern besitzen, ist die Nachricht bei der Übertragung im Prinzip durchgehend SSL-verschlüsselt und auch deshalb sicher, weil die Mails ausnahmslos auf deutschen Servern gespeichert werden.

  • Tipp: Nutzer von E-Mail-Programmen oder Apps sollten unbedingt die Aktivierung der SSL-Funktion überprüfen und gegebenenfalls einige Einstellungsänderungen vornehmen. Anleitungen dazu findet man auf den Internetpräsenzen der teilnehmenden Provider.

Versendet man jedoch Nachrichten an Personen, die ihr E-Mail-Konto bei anderen Anbietern wie Google oder Yahoo eingerichtet haben – der Mail-Verkehr somit über die Landesgrenzen hinaus stattfindet – kann die Sicherheit der elektronischen Nachricht nicht garantiert werden, da andere Datenschutzbestimmungen gelten.

Einen Haken gibt es dennoch

Wie bereits erwähnt werden Mails, die zwischen den teilnehmenden Anbietern hin- und hergeschickt werden, auf deutschen Servern gespeichert. Während die Übertragung SSL-verschlüsselt abläuft, erfolgt die Speicherung der Nachrichten in entschlüsselter Form. Theoretisch ist die Gefahr von Datenmissbrauch also weiterhin gegeben, schließlich ist es für Geheimdienste ein Kinderspiel, auf die gespeicherten Informationen zuzugreifen.

Andere Anbieter

Wünschenswert ist es in jedem Fall, dass weitere E-Mail-Provider dem Beispiel von Web.de, GMX, Freenet und Telekom folgen und der Initiative für einen sichereren E-Mail-Verkehr beitreten. Die bestehende Vereinigung ist demgegenüber sehr aufgeschlossen und hofft ebenfalls auf weitere potenzielle Mitglieder. So heißt es auf der offiziellen Internetseite der Initiative:

„Unsere Initiative ist offen für weitere Partner, die bereit sind, sich unter ihrer E-Mail-Domain dauerhaft zur Einhaltung unserer Sicherheitsregeln zu verpflichten.“

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