Verbreitung befürchtet

WM 2014: Denguefieber statt Fußballspaß?

National-Elf mit Quartier im Risikogebiet

Vor allem für die Spielorte Fortaleza, Natal und Salvador im Nordosten des Landes sagen Forscher ein erhöhtes Infektionsrisiko voraus. Auch das Quartier der Deutschen in Santo André liegt nach Expertenmeinung in gefährdetem Gebiet. Die Prognosen darüber, wann die Verbreitung des Dengue-Virus ihren Höhepunkt erreichen wird, lassen sich jedoch nur sehr ungenau treffen.

Fußball

Ob sich auch die DFB-Elf in großer Gefahr begibt, ist noch nicht klar. (Bild: Steindy/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Verbreitung und Krankheitsverlauf

Das Denguefieber, umgangssprachlich auch Knochenbrecherfieber genannt, ist eine Viruserkrankung deren Übertragung zumeist durch die weibliche Gelbfiebermücke (Stegomyia aegypti) erfolgt. Diese ist in tropischen und subtropischen Gebieten weit verbreitet, die Dengue-Viren treten in gut 100 Ländern der Welt auf. Es ist die häufigste Viruserkrankung, die aus den Tropen nach Deutschland gebracht wird. Brasilien zählte in diesem Jahr bereits über 500 Tote. Generell gilt die Infektion als weitgehend harmlos, weltweit wird die Zahl der Todesfälle jedoch auf ca. 20.000 geschätzt. Der normale Krankheitsverlauf ähnelt dem einer Grippe und klingt in den meisten Fällen nach gut einer Woche wieder ab, wobei Schwäche, Erschöpfungsgefühl und sogar Depressionen noch Wochen anhalten können. Die Inkubationszeit liegt dabei zwischen drei und sieben Tagen.

Symptome:

  • Fieber bis 40°C
  • Schüttelfrost
  • starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
  • starke Schmerzen beim Gehen und Stehen
  • masernähnlicher Ausschlag bzw. rötliche Verfärbung der Haut
  • Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Verdauungsprobleme, Lymphknotenschwellung
  • in schweren Fällen: innere Blutungen

Diagnose: Wie lässt sich Denguefieber feststellen?

Treten die genannten Symptome auf, kann eine Blutuntersuchung die Diagnose bestätigen und das Dengue-Virus lässt sich innerhalb der ersten Krankheitstage mittels seines Erbgutes direkt nachweisen. Später finden sich auch erste Antikörper im Blut.

Asiatische Tigermücke

Die asiatische Tigermücke überträgt Tropenkrankheiten wie das Denguefieber (Bild: James Gathany, CDC / gemeinfrei)

Bei einem schweren Verlauf (ca. ein bis fünf Prozent der Fälle) spricht man von Hämorrhagischem Denguefieber und dem Dengue-Schock-Syndrom. Vor allem Kinder sind dafür anfällig. Der Zustand der Patienten verschlechtert sich in diesem Fall nach wenigen Tagen schlagartig. Innere Blutungen können auftreten und es kommt zu einem starken Abfall der Thrombozyten-Zahl. Typisch sind blutiger Stuhlgang, Bluterbrechen sowie Nasen- und Zahnfleischbluten. Blutungen können grundsätzlich im ganzen Körper auftreten. In besonders schweren Fällen kommt es zu akutem Kreislaufversagen.

Wie kann man sich schützen?

Was also tun, wenn man die Fußball-WM genießen möchte, ohne den unliebsamen Virus als Souvenir mit nach Hause zu bringen? Bisher gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff, noch spezifische Medikamente, mit denen man sich sicher vor dem Denguefieber schützen kann. Der einzig sichere Weg, um eine Ansteckung zu verhindern, ist der Schutz vor Mücken:

  • Lange Kleidung tragen, besonders am Morgen und späten Nachmittag.
  • Anwendung von Abwehrstoffen (Repellents)
  • Mückenabweisende Sprays benutzen und auch die Kleidung damit imprägnieren.
  • Bei der Hotelwahl auf geschützte Türen und Fenster sowie eine Klimaanlage im Raum achten.
  • Moskitonetze für die Nacht

Ein weiterer Ansatz, der über den persönlichen Schutz hinausgeht, ist, die Verbreitung und Fortpflanzung der Mücken zu bekämpfen, in dem z. B. kleine Wasseransammlungen, etwa in weggeworfenen Plastikbehältern, entfernt werden.

Wachsam bleiben!

„Treffen“ könnte es also theoretisch jeden, der zur Fußball-WM in Brasilien unterwegs ist. Allerdings ist der Krankheitsverlauf in den seltensten Fällen tödlich. Trotzdem gilt: Neben den Toren auch immer auf Mücken achten, neben dem Fan-Schal das Mückenspray griffbereit halten und im Hinterkopf haben, dass die Krankheit auch noch nach der Rückkehr in die Heimat ausbrechen kann.

In Deutschland besteht übrigens gegenüber dem zuständigen Gesundheitsamt Meldepflicht, sobald man den Verdacht hat, sich mit dem Virus infiziert zu haben.

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