Gruß aus der Wüste

Naturschauspiel Saharastaub über Deutschland

Weit gereist: Wie kommt der Staub nach Deutschland?

Verantwortlich für den Sahara-Staub ist derzeit ein Sandsturm in Marokko. Dort werden Mineralstaubpartikel wie Quarz, Ton oder Lehm bis zu acht Kilometer in die Luft gewirbelt und von kräftigen Südwestwinden und -strömungen, die von Nordafrika bis nach Mitteleuropa reichen, nach Norden transportiert. Ein Großteil des Staubes fällt bereits über dem Mittelmeer ab, über die Alpen schaffen es nur die feinsten Teilchen. Mit dem Staub kommt Frühsommerluft bis weit in den Norden. Meteorologen sagen für den Südwesten 25 Grad und mehr voraus.

Kamele in der Wüste von Marokko

Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Erde – Saharastaub ist nun auch nach Deutschland geweht. (Bild: AlexQ – Fotolia)

Die weit gereisten Staubpartikel regen die Wolkenbildung an – deshalb scheint die Sonne in einigen Gebieten wie in milchiges Licht getaucht zu sein. Sichtbar wird der Saharastaub am Boden, wenn es regnet und die Partikel aus der Atmosphäre gewaschen werden. Doch auch in trockenen Regionen kann sich eine Staubschicht ablagern.

Zu sehen ist der Staub…

  • … durch die milchig-weiße Trübung des Himmels bei hoher Konzentration des Staubes
  • … besonders gut bei Sonnenauf- und -untergang, wenn die Sonne weiß erscheint oder Wolken und Himmel gelb, ocker und orangerot leuchten
  • … wenn er den Schnee in den Alpen ocker färbt
  • … auf den Autoscheiben

Außerdem macht er sich in Filter- und Klimaanlagen bemerkbar.

Kein Gesundheitsrisiko durch Saharastaub

Da nur die feinen Staubpartikel bis nach Deutschland transportiert werden, kann man den Saharasand bereits als Feinstaub klassifizieren. Aufgrund der Größe der Partikel (etwa 0.1 – 10 Mirkometer) besteht allerdings kein unmittelbares Gesundheitsrisiko. Trotzdem kann es zu Folgenden kommen:

  • verstärkte Atemwegsreizung und gereizte Schleimhäute
  • Allergiker und Asthmatiker könnten mit verstärken Symptomen zu kämpfen haben
  • Kontaktlinsenträgern reibt der Staub vereinzelt in den Augen

Die Gefahr, dass der Staub umweltschädliche Stoffe transportiert, wird von den Experten als eher gering eingeschätzt. In Einzelfällen sind zwar bei früheren Stürmen beispielsweise Meningitis-Erreger von Afrika bis nach Europa geweht worden, eine Epidemie wird deshalb aber nicht befürchtet.

Achtung Autoliebhaber!

Hat sich eine Schicht Staub auf dem Fahrzeug angesammelt, sollte man nicht versuchen, diese mit einem Lappen zu entfernen. Dies hätte den selben Effekt wie Schmirgelpapier und würde den Lack zerkratzen. Lieber mit dem Schlauch abspritzen – auch, bevor man in die Waschanlage fährt.

Muss öfter mit Saharastaub gerechnet werden?

Wie oft man mit dem Naturschauspiel in Zukunft rechnen muss, lässt sich nicht mit Sicherheit voraussagen. In Afrika werden dazu bereits zahlreiche Forschungsprojekte vorangetrieben. Ebenso ist es noch nicht möglich, eine Aussage zum Einfluss des Saharasandes auf den Klimawandel zu fällen. Im Moment können auch noch keine eindeutigen Prognosen für Deutschland getroffen werden. Feststeht laut Experten jedoch, dass durch das trockener werdende Wetter auch immer mehr Sandstürme in immer größeren Gebieten entstehen.

Interessant ist außerdem:

  • dass der Saharastaub wegen seines hohen Nährstoffgehalts den Regenwald in Südamerika sowie die Ozeane düngt.
  • dass der Staub Europa ordentlich auf Trapp hält: In Großbritannien wurde Smogalarm ausgerufen, ein Schlammregen fiel über Spanien herab und auf Katalonien regnete es geschätzt 50.000 Tonnen Saharastaub.
  • Bei Niederschlag werden die Staubpartikel aus der Atmosphäre gewaschen – und kommen als sogenannter Blut-Regen hinunter..
  • 60 bis 200 Millionen Tonnen Staub aus der Sahara werden jedes Jahr um den Planeten geweht. Damit ist die Sahara der größte Produzent von Wüstenstaub.

Prognose

Die Feinstaubwerte in Deutschland steigen aufgrund des warmen Wetters an. Trotz der angekündigten Wetterabkühlung muss auch in den kommenden Tagen mit Saharastaub über Deutschland gerechnet werden. Da auch die Luftfeuchtigkeit in den nächsten Tagen steigt, wird Regen den Staub aus der Luft spülen und mit zum Boden nehmen. Betroffen davon sind vor allem Süd- und Mitteldeutschland. Auf blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein muss in den nächsten Tagen also auf jeden Fall verzichtet werden. Dafür können sich Romantiker über besonders schöne Sonnenauf- und -untergänge freuen.

Saharastaub ist in Mitteleuropa nicht ungewöhnlich

Etwa fünf bis 15 Mal im Jahr gelangen insgesamt 1,8 Millionen Tonnen des Staubs nach Deutschland. Bereits im Januar und Februar dieses Jahres kam hierzulande Staub statt Schnee vom Himmel. Dass der Staub wie jetzt so großflächig niedergeht, ist aber eher selten. Zumeist ist das Phänomen in Bayern und Baden-Württemberg zu beobachten – nun erreicht der Staub auch die Ostsee.

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