Gerüchteküche

Fünf Küchenirrtümer im Wahrheitscheck

1. Alkohol verdunstet beim Kochen

Das Ablöschen des Bratensatzes mit Wein ist nicht nur für manche Soßen essenziell. Hinlänglich gilt die Annahme, Alkohol würde beim Kochen verdunsten. Tatsächlich ist dies nicht der Fall. Bis zu 85 Prozent des Alkohols bleiben in den Speisen erhalten, selbst in einer kochenden Suppe. Je länger die Kochzeit, desto mehr verliert sich der Alkohol. Nach mehrstündigem Kochen können immer noch 5 Prozent Alkohol in den Speisen verbleiben.

Während Allesesser nicht auf Fleisch verzichten wollen, machen Vegetarier einen Bogen darum (Bild: Kesu - Fotolia)

Nicht nur bei der Zubereitung des Fleischs hat jeder seine eigenen Weisheiten (Bild: Kesu – Fotolia)

2. Zerkratzte Teflonpfannen sind gesundheitsschädlich

Besonders wenn es um die Gesundheit geht, spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Schädliche Inhaltsstoffe gilt es daher zu vermeiden. Im Allgemeinen galt das Kochen und Braten in einer zerkratzten Teflonpfanne als gesundheitsgefährdend. Doch das ist ein Irrtum.

  • Sollten mit der Nahrung kleine Teflonpartikel aufgenommen werden, ist das nicht weiter schlimm, so Experten.
  • Die Anti-Haftbeschichtung ist zu glatt und verlässt den Körper auf natürlichem Weg, ohne Schaden anzurichten.

3. Grobes Meersalz ist besser als Kochsalz

An diesem Irrtum haben sicherlich auch die Fernsehköche ihren Anteil. Ob Fleur De Sel oder Himalayasalz – das weiße Gold gibt es mittlerweile nicht nur aus allen Regionen der Erde, sondern auch in allen Preisklassen. Doch der Grundbaustein, das Natriumchlorid, ist überall gleich. Lediglich Mineralien und Spurenelemente verändern den Salzgeschmack, gelten jedoch eher als bitter. Kochsalz besteht aus nahezu reinem Natriumchlorid, weswegen es das gehaltvollste Salz ist. Von besser oder schlechter kann demnach nicht die Rede sein, lediglich von milder und intensiver.

4. Ein Korken ist ein Qualitätsmerkmal

Alkoholgenuss

Egal, mit welchem Verschluss eine Weinflasche versehen ist, hauptsache der Wein schmeckt (Bild: Kzenon – Fotolia)

Dass ein korken ein Zeichen von Qualität ist, ist falsch. Ein guter Korken kann die Qualität des Weines sicherlich unterstützen. Er kann aber auch einen Wein ungenießbar werden lassen. Die Winzer haben kaum Einfluss auf die Qualität des Korkens, weswegen sie vermehrt auf Schraub- oder Kunststoffverschlüsse umstellen. Das Argument: Plastikkorken oder Schraubverschlüsse lassen den Wein nicht atmen, ist zwar richtig. Es bedeutet aber keinesfalls die Qualitätsminderung eines Weines. Vielmehr kann man von einer Qualitätssicherung sprechen, denn der luftdichte Verschluss verhindert eine Oxidation und damit ein Verderben des Weines.

5. Pilze sowie Spinat niemals doppelt erwärmen

Ein Irrtum, der sich auf leichte Verderblichkeit beider Nahrungsmittel zurückführen lässt. Pilze enthalten viel Eiweiß, Spinat viel Nitrat. Beide Inhaltsstoffe bieten einen hervorragenden Nährboden für Bakterien. Da Wärme jede Reaktion beschleunigt, ging man lange Zeit davon aus, dass sich auch die Anzahl der Bakterien vergrößert und damit das Nitrat des Spinats zu Nitrit umwandeln.

  • Tipp: Bereits beim ersten Erhitzen werden Keime abgetötet. Wird die Pilz- oder Spinatzubereitung danach gekühlt aufbewahrt und wiederum bis zu 100 Grad Celsius erhitzt, ist die Besiedelung durch Bakterien minimal, trotz des guten Nährbodens.

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