Gefahr aus dem Unterholz

Zecken in Deutschland: Gefahr lauert in 142 Kreisen

Zahl der Risikogebiete in Deutschland steigt

Eine Zecke nach dem Saugen

Eine Zeckenkopf mit gefülltem Körper. (Bild: Richard Bartz/Wikipedia unter CC BY-SA 2.5)

Die von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) kann beim Menschen grippeähnliche Sympotme auslösen und führt in besonders schweren Fällen zu Hirnhautentzündungen. Das Risiko, sich mit dieser Vireninfektion zu infizieren ist laut Experten nach wie vor im Süden Deutschlands am höchsten. In den letzten Jahren ist allerdings eine Ausweitung der FSME-Risikogebiete in Richtung Norden zu beobachten.

Als erste Region in Sachsen ist nun auch der Vogtlandkreis unter den Gefahrengebieten für FSME zu finden. Insgesamt seien aktuell 142 Kreise als Risikogebiete definiert, teilte das Robert-Koch-Institut mit. Für die Einstufung der Gebiete wurde dort besonders die Zahl der übertragenen Infektionen betrachtet. Demnach ist die Gefahr besonders hoch in:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Südhessen
  • Thüringen (Südosten)

Warum einige Regionen besonders von den Infektionen betroffen sind, ist noch unklar, denn nicht jede Zecke trägt das Virus in sich.

Zeckenalarm im Frühling

Zecken-Gefahr

Gerade im Frühling ist Vorsicht geboten. (Bild: stockWERK – Fotolia)

Von Frühjahr bis Spätherbst gehen Zecken verstärkt auf Wirtssuche. Die milden Temperaturen locken derzeit nicht nur Menschen hinaus ins Grüne, sondern lassen auch die Zecken aktiv werden. Da die Parasiten erst bei Temperaturen unter acht Grad Celsius in die Winterstarre verfallen, haben sie ihre Aktivitäten auch im vergangenen Winter nicht komplett eingestellt.

Experten beobachten, dass sich die Zeckenaktivitäten aufgrund des Klimawandels und der zunehmend milden Winter ausweiten. Derzeit wird eine außerordentlich hohe Zeckenaktivität in fast allen Gebieten Deutschlands beobachtet. Bei Ausflügen über die Osterfeiertage ist also Vorsicht geboten. Eine Ausnahme bildet der Südwesten – dort ist es momentan für die Zecken zu trocken.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

  • Am Häufigsten übertragen wird Borreliose. Der Sammelbegriff fasst Krankheiten zusammen, die durch Bakterien (Borrelien) hervorgerufen werden. Am bekanntesten sind die Lyme-Borreliose und das Rückfallfieber. Die Infektion ist meist an einer roten Umrandung der Einstichstelle (Wanderröte) erkennbar, die auch noch Wochen nach dem Biss auftreten kann. Borreliose lässt sich mit Antibiotika behandeln.
  • An FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) erkrankt etwa jeder Dritte der Infizierten. Die Virusinfektion greift das zentrale Nervensystem an und führt in schweren Fällen zu Hirnhautentzündungen. Bleibende Schäden können Lähmungen und Konzentrationsschwächen sein. Im Gegensatz zur Borreliose gibt es bei FSME kein Gegenmittel, sondern nur eine Vorsorgeimpfung. Im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich.

Wie kann man sich gegen Zecken schützen?

Zecken fallen nicht, wie der Volksmund vermutet, von Bäumen, sondern halten sich im Gras und Lauf auf und klammern sich von dort an seinen Wirten fest. Besonders im Frühling und Sommer gilt es daher, ein paar Dinge zu beachten, um sich vor Zeckenbissen zu schützen:

  • Besonders in betroffenen Gebieten aufpassen und geschlossene, helle Kleidung tragen, auf der die Zecken gut zu erkennen sind.
  • Socken über die Hose ziehen.
  • Hohes Gras oder Unterholz bei Spaziergängen meiden.
  • Regelmäßig gründlich absuchen, Borreliose wird z. B. erst nach 12 bis 24 Stunden übertragen.
  • Vorsorgliche FSME-Impfung, Auffrischimpfung nach 3 bis 5 Jahren nicht vergessen.
  • Insektenabweisende Mittel auftragen.
  • Beim Verdacht, sich durch einen Zeckenbiss infiziert zu haben, einen Arzt aufsuchen.

Achtung: Zecken bevorzugen dünne, warme Hautstellen wie Kniekehlen, Leisten und Achseln. In extremen Fällen können sie bis zu 15 Tage an ihrem Wirt festhängen. Beim Entfernen der Zecke auf die richtige Technik achten und sie in keinem Fall mit Öl oder Klebstoff beträufeln.

Impfung gegen FSME

Noch gibt es keine Medikamente gegen FSME, daher ist eine Impfung die einzige Möglichkeit, die Krankheit vorzubeugen und zu vermeiden. Experten raten allen, die in Risikogebieten wohnen, arbeiten oder dort ihren Urlaub verbringen, zu einer Impfung. Bei Borreliose ist diese Vorsorge nicht möglich. Die wichtigsten Infos zur Schutzimpfung:

  • Drei Impfungen sind für eine Grundimmunisierung gegen FSME nötig.
  • Eine Grundimmunisierung gewährt etwa drei Jahre Schutz.
  • Alle drei bis fünf Jahre ist eine Auffrischdosis notwendig.
  • Mit der ersten Impfung am besten während der zeckenarmen Zeit (Januar und Februar) beginnen.

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