Alles neu im Mai

Punktereform in Flensburg: Diese Dinge ändern sich

Das neue System: einfacher und transparenter

Punkte in Flensburg

Ab 1. Mai werden die Bußgelder für Verkehrsdelikte angehoben. (Bild: lassedesignen/Fotolia)

Den Anstoß für die kommende Änderung gab der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU). Ziel sei es, das Punktesystem „einfacher, gerechter und transparenter“ zu gestalten. Betroffene sollen nun ihren Punktestand in Flensburg einfacher ausrechnen können. Dafür wurde das 7-Punkte-System in ein sachgerechteres 3-Punkte-System geändert. Verkehrsteilnehmer erhalten über ein Stufensystem ab vier eingetragenen Punkten einen Hinweis auf eine zu erwartende Punktebewertung.

Änderungen bei den Punkten

Mit dem neuen System wird für Ordnungswidrigkeiten ein Punkt verhängt, für grobe Ordnungswidrigkeiten mit Regelfahrverbot und Straftaten ohne Entziehung der Fahrerlaubnis zwei Punkte und für Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis gibt es drei Punkte.

  • Mit Punkten erfasst werden nur noch Delikte, die Gefährdung der Sicherheit im Straßenverkehr verursachen. Das heißt, wer künftig beispielsweise ohne Nummernschild oder gültige Umwelt-Plakette unterwegs ist, muss mit Bußgeldstrafen rechnen. Insgesamt 386.00 Vergehen werden mit dem Inkrafttreten des neuen Systems aus der Datei gestrichen.
  • Pro Verstoß bekommen Verkehrssünder ein bis drei Punkte angerechnet. Bisher waren es bis zu sieben Punkte
  • Den Führerschein abgeben muss man dafür schon bei acht Punkten. Bisher waren 18 Punkte die Regel

Verjährung der Punkte

In Zukunft werden alle Delikte an eine feste Verjährungsfrist gekoppelt und Punkte später als bisher gelöscht:

  • Ein-Punkte-Vergehen werden nach zweieinhalb Jahren gelöscht
  • Zwei-Punkte-Vergehen nach fünf Jahren
  • Drei-Punkte-Vergehen nach zehn Jahren

Für Eintragungen vor dem 1. Mai gelten noch die alten Tilgungsfristen. Mit dem neuen System fällt die Tilgungshemmung weg.

Bußgeldzahlung

Bußgelder werden erhöht, hier einige Beispiele:

  • Fahren ohne gültige Umweltplakette in entsprechenden Zonen: 80 Euro (bisher 40 Euro)
  • Handy am Steuer: 60 Euro (bisher 40 Euro)
  • Bei Missachtung der Kindersicherungspflicht: 60 Euro (bisher 40 Euro)
  • Obergrenze des Verwarnungsgeldes für Ordnungswidrigkeiten: 55 Euro (bisher 35 Euro)

Die Eintragungsgrenze wird von 40 auf 60 Euro angehoben.

Punkte abbauen – neue Regelung vorerst bis 2019

Punkte freiwillig abbauen ist auch nach der Reform möglich: Mit einem Fahreignungsseminar kann ein Punkt abgebaut werden – allerdings nur bis zu einem Stand von fünf Punkten und ein Mal innerhalb von fünf Jahren. Kosten: 400 bis 500 Euro. Bislang konnte man mit entsprechenden Schulungen bis zu vier Punkte loswerden – dies hat einen momentanen Ansturm auf freiwillige Seminare zum Punktabbau zur Folge.

Was passiert mit bisher gesammelten Punkten?

Punkte, die bisher in der Verkehrssünderkartei stehen, bleiben erhalten und werden für die Übertragung ins neue System umgerechnet. Dabei werden alle Punkte für Vergehen gelöscht, die durch das neue System nicht mehr geahndet werden. So verlieren am 1. Mai geschätzt 141.000 Autofahrer alle ihre Punkte. Bei vielen weiteren verringert sich die Anzahl der Punkte.

Alter Punktestand

Übertragung in das neue System

1 bis 3

1 (Vormerkung der Punkte)

4 bis 5

2 (Vormerkung der Punkte)

6 bis 7

3 (Vormerkung der Punkte)

8 bis 10

4 (Ermahnung mit Information zum Fahreignungs-Bewertungssystem)

11 bis 13

5 (Ermahnung mit Information zum Fahreignungs-Bewertungssystem)

14 bis 15

6 (Verwarnung mit Hinweis auf drohende Entziehung)

16 bis 17

7 (Verwarnung mit Hinweis auf drohende Entziehung)

ab 18

8 (Entzug der Fahrerlaubnis)

Punktestand in Flensburg anfragen

Um den aktuellen Punktestand zu erfahren, muss ein Antrag bei Kraftfahrtbundesamt gestellt werden. Die Auskunft ist kostenlos.

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