Der erste Deutsche seit sieben Jahren

Deutscher Astronaut fliegt zur ISS: Mission „The Blue Dot“

„The Blue Dot – Shaping the Future“

Als einziger Deutscher konnte sich Alexander Gerst 2009 beim Auswahlverfahren zur Astronauten-Ausbildung an der Europäischen Raumfahrtagentur Esa gegen die 8.407 Mitbewerber durchsetzen. Bereits zwei Jahre später wurde er für eine Weltraumfahrt nominiert. Seit Januar ist es offiziell, dass der 37-Jährige zur sechsköpfigen Bordbesatzung der ISS-Expedition 40 und 41 gehört.

Deutscher Astronaut fliegt im Mai 2014 zur ISS

Am 28. Mai 2014 bricht Alexander Gerst zur ISS auf – der erste Deutsche seit sieben Jahren (Bild: merydolla – Fotolia)

Im Rahmen der Mission „The Blue Dot – Shaping the Future“ (Der blaue Punkt – Die Zukunft gestalten) wird Gerst am 28. Mai 2014 vom Weltraumbahnhof in Baikonur, Kasachstan zur ISS starten. Mit an Bord der russischen Sojus-Rakete und zukünftige ISS-Kollegen sind Reid Wiseman (USA) und Maxim Surajew (Russland).

  • Tipp: Der Name der Mission stammt von dem 1990 entstanden Bild „Pale Blue Dot“, dass die Erde aus 6,4 Kilometern Entfernung zeigt.
Alexander Gerst

Alexander Gerst kann es kaum erwarten, ab Mai 2014 zur Crew der ISS zu gehören. (Bild: NASA/Robert Markowitz – gemeinfrei/Wikipedia)

Sechs Stunden pro Außeneinsatz

Der Geophysiker bereitete sich drei Jahre lang intensiv für seinen sechsmonatigen Aufenthalt im All vor. Hauptschwerpunkt des Trainings im Raumfahrtzentrum der Nasa in Houston, Texas, waren die zwei geplanten Außeneinsätze. Um alle Aufgaben in den geplanten sechs Stunden pro Einsatz zu schaffen, ist höchste Konzentration und absolut routiniertes Arbeiten oberstes Gebot.

Damit im Ernstfall auch wirklich jeder Handgriff perfekt sitzt, arbeitete Alexander Gerst stundenlang an nachgebauten Übungs-Teilen der ISS, die in großen Wassertanks versenkt wurden. Für die nötige Schwerelosigkeit sorgte auch der mit Bleigewichten beschwerte Taucheranzug. Zu den Aufgaben des Deutschen gehören in und an der ISS folgende Herausforderungen:

  • Wartung der Internationalen Raumstation
  • Installation wissenschaftlicher Apparate
  • Durchführung von 162 Experimenten

Das erklärte Lieblingsexperiment von Alexander Gerst sind Nachforschungen darüber, welche Organismen die Kälte und das Vakuum des Weltraums überleben können. Eventuelle Erfolge auf diesem Gebiet würden bedeuten, dass das Leben nicht zwangsläufig nur auf der Erde entstanden ist. Zudem wird Gerst auch einen Schmelzofen im Columbus-Labor der ISS einbauen, damit zukünftig neue Legierungen getestet werden können.

ISS wird bis voraussichtlich 2024 finanziert werden

Mit Alexander Gerst fliegt nach sieben Jahren erstmals wieder ein deutscher Astronaut zum internationalen Forschungs-Außenposten. Seine deutschen Vorgänger an Bord der ISS sind Thomas Reiter (2006) und Hans Schlegel (2008). Bereits seit 15 Jahren dient die Raumstation zahlreichen internationalen Astronauten als Ausgangspunkt für diverse Forschungen und sollte dies ursprünglich nur bis 2020 tun. Im technischen Sinne voll einsatzfähig soll das Weltraumlabor aber bis mindestens 2028 sein.

Im Januar 2014, fast zeitgleich mit der Neuigkeit zu Alexander Gerst, wurde schließlich bekannt gegeben, dass die US-Regierung die Finanzierung der ISS um vier Jahre verlängert. Aufgrund der enormen Kosten verlässt man sich dabei aber besonders auf private Anbieter. Welche Entscheidung die anderen an der ISS beteiligten Länder bezüglich einer eventuellen Verlängerung treffen werden, ist noch unklar. Neben den USA sind auch Russland, Japan, Kanada, Brasilien und elf europäische Länder am Projekt ISS beteiligt.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...

Kommentar abgeben