ESC-Gewinnerin 2014

Conchita Wurst: Wer hinter der Dame mit Bart steckt

ESC 2014 Conchita Wurst

Conchita bei ihrem Auftritt zum ECS (Bild: Albin Olsson/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Persönlichkeit, die überzeugt

Mit Stimmgewalt, Persönlichkeit, einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und dem Song „Rise Like A Phoenix“ sang sich Travestiekünstlerin Conchita Wurst beim ESC in die Herzen von Zuschauern und Jury. Trotz schwulenfeindlicher Angriffe und einer Anti-Conchita-Seite bei Facebook setzte sich die bärtige Diva mit 290 Punkten deutlich an die Spitze des Wettbewerbs. Ihren Sieg sehen viele als ein wichtiges Signal, war doch bereits ihre Nominierung heftig umstritten. Ihre Markenzeichen sind:

  • ihr Bart
  • eine Perücke aus Echthaar im Farbton „Rauchige Kastanie“
  • hautenge Kleider

Tom und Conchita – Symbiose zweiter Charaktere

Conchita Wurst

Conchiat Wurst, alias Tom Neuwirth (Bild: Ailura/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0 AT)

Hinter der Kunstfigur Conchita Wurst steckt eigentlich die Privatperson Thomas Neuwirth:

  • Geboren am 6. November 1988 in Oberösterreich (Gmunden)
  • aufgewachsen in Bad Mitterndorf
  • Tom ging mit 14 Jahren ins Internat nach Graz.
  • Er schloss eine Ausbildung zum Modedesigner ab.
  • 2007 belegte er den zweiten Platz in der Castingshow „Starmania“ des ORF.

Tom ahnte bereits seit seinem 12. Lebensjahr, dass er sich zum männlichen Geschlecht hingezogen fühlt. Schon früh war er deshalb den Lästerattacken seiner Mitschüler ausgesetzt – ein Umstand, dem Kunstfigur Conchiata 2011 ihre Geburt verdankt.

Manchen Fernsehzuschauern ist sie bereits aus der Doku-Soap „Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika“ bekannt. Conchitas Biografie verrät, dass sie im kolumbianischen Hochland geboren und in Deutschland aufgewachsen ist. Ihre Geburt steht – so schreibt sie selbst – „als auffälliges Statement. Als Katalysator für Begriffe wie ‚anders‘ und ’normal‘.“ Die Privatperson Tom Neuwirth lebt seither irgendwo in Wien.

Alles Wurst?

Nicht nur Conchitas Aussehen, auch ihr Name sorgt für Aufsehen. Zahlreiche, teils spöttische Wortspiele wie „Rise like a Wiener“ folgten auf ihren Sieg. Der Name ist jedoch alles andere als „Wurst“: Conchita steht für „heiße Latina“, Wurst für „egal“ Damit verkörpert der Name das Motto der Diva: Ihr ist es egal, wie jemand aussieht oder ob er schwul ist. Conchita will mehr sein als nur eine Frau mit Bart und Diva-Allüren – sie ist ein künstlerisches Gesamtwerk und möchte eine Botschaft übermitteln: „Einzig und allein der Mensch zählt.“

Weiter geht’s

Auch nach ihrem Sieg geht es für Conchita Wurst mit der Musik weiter, denn diese ist ihre große Liebe. Ihr Traum: „Ich will immer noch den Grammy!“ Doch sie hat auch etwas bescheidenere Ziele: Eine Eigentumswohnung und die Moderation des nächsten ESC in Österreich. Dass sie sich zur Frau umoperieren lässt, stehe jedoch nicht auf dem Plan.

Weitere Fakten über Conchita Wurst

  • Conchita ist glücklich vergeben.
  • Beim Stutzen des Bartes kommt ab und zu Lidschatten zum Einsatz.
  • Theaterintendant Alfred Knack von Wurst ist Conchitas Vater.
  • Der Siegersong „Rise Like A Phoenix“ stammt aus der Feder von Alexander Zuckowski.
  • Ihren Sieg beim ESC sieht die Travestiekünstlerin als einen länderübergreifender Sieg gegen Diskriminierung.

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