Zweifel am Resveratrolstoff

Rotwein-Mythos langes Leben: Wirkung entzaubert

Lebenselixier-Lüge

Auf Festen, Geburtstagen oder als genussvolles Feierabendgetränk: Wein wird überall und gern getrunken. Im Jahr 2011 kamen in Deutschland durchschnittlich 20,2 Liter pro Kopf zustande. Da kommt es doch dem bekennenden Weinliebhaber durchaus entgegen, wenn der Inhaltsstoff Resveratrol als wahres Wundermittel gilt und den Alkoholkonsum damit rechtfertigt.

Alkoholgenuss

Resveratrol ist doch kein Wundermittel (Bild: Kzenon – Fotolia)

Neuste Studie

Ein internationales Forschungsteam von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore beschäftigte sich nun erneut mit der Thematik, ob Rotwein eine lebensverlängernde Wirkung aufweist. Richard Semba und Kollegen untersuchten in einer Langzeitstudie den Einfluss von Resveratrol auf die Gesundheit und Sterblichkeit von älteren Menschen (veröffentlicht in der Fachzeitschrift „JAMA Internal Medicine“). Dabei nahmen 783 Menschen des italienischen Chianti-Gebiets zwischen 1998 und 2009 teil, wovon 268 Probanden im Verlauf der Studie starben. Die männlichen und weiblichen Teilnehmer waren zum Beginn der Studie mindestens 65 Jahre alt und mussten regelmäßige Urinproben abgeben.

Resveratrol befindet sich in:

  • Trauben
  • Himbeeren/ Maulbeeren
  • Erdnüssen
  • Schokolade

Besonders hoch ist der Resveratrolgehalt in roten frischen Weintrauben. In Rotwein ist die Konzentration jedoch noch höher und liegt bei etwas zwei bis zwölf Milligramm pro Gramm.

Ergebnisse der Studie

Das nun veröffentliche Ergebnis im zeigt, dass der vermeintliche Zauberstoff Resveratrol keinen Einfluss auf den Gesundheitszustand oder die Lebensdauer hat. Der ermittelte Resveratrolwert der älteren Teilnehmer konnte weder mit Herz-Kleinlauferkrankungen noch mit Krebs in Verbindung gebracht werden.

Wirkung von Polyphenole:

  • Hemmen Alterungsprozesse
  • Verhindern Fettoxidation
  • Verhindern Aterienverkalkung
  • Verbessern Bluttfettgewebe

Trotzdem bedeutet das nicht, dass Rotwein gänzlich wirkungslos ist, wie die Forscher mitteilten. Denn schon frühere Studien haben bereits den positiven Effekt von Rotwein, dunkler Schokolade und Beeren belegt. Dieser Effekt begründet sich allerdings auf andere Substanzen in Lebensmitteln, wie beispielsweise Polyphenole. Da es sich um komplexe Nahrungsmittel handelt, hat die Studie von Semba und Kollegen lediglich den Mythos Resveratrol entkräftet.

Mythosursprung: Franzosen leben länger

Der Mythos, dass speziell Rotwein gesund ist, ist auf eine Beobachtung des 19. Jahrhundert zurückzuführen. Die zeigte, dass französische Weintrinker länger leben als andere Nationen. Dies führte dazu, dass Wissenschaftler die gesundheitliche Wirkung von Wein genauer erforschten. Schließlich fanden sie heraus, das, das Risiko an Herzerkrankungen zu sterben, in Frankreich wesentlich geringer ist. Da sich dies allerdings nicht auf Krankheitsbilder wie erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck oder Übergewicht übertragen lies, erklärten sich die Wissenschaftler dieses Phänomen aufgrund der Inhaltsstoffe im Wein. Demnach wurde Resveratrol eine lebensverlängernde Wirkung zugesprochen.

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