Historischer Fund

Wrack von Kolumbus „Santa Maria“ entdeckt?

Wrack bereits vor 11 Jahre entdeckt

Am 25. Dezember 1492 lief die „Santa Maria“ vor der Nordküste Haitis auf Grund und versank. Der amerikanische Schatztaucher Barry Clifford hatte das Wrack, das nur noch aus Schiffsballast besteht, bereits 2003 bei einem Tauchgang gefunden, aber noch nicht weiter historisch eingeordnet.

Rekonstruktion: So könnte die "Santa Maria" ausgesehen haben. (Bild: Library of Congress - gemeinfrei/Wikipedia)

Rekonstruktion: So könnte die „Santa Maria“ ausgesehen haben. (Bild: Library of Congress – gemeinfrei/Wikipedia)

Archäologen entdeckten in der Zwischenzeit die erste europäische Kolonie in der neuen Welt – Kolumbus hatte die Festungsanlage „La Navidad“ aus den Planken des gesunkenen Schiffes erbauen lassen. Die genaue Lage von Fort und Wrack notierte er in seinem Tagebuch – Anlass für Clifford, seinen Fund noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Indizien sprechen für den historischen Fund

Geschichtskunde

  • 3. August 1492: Kolumbus verlässt Spanien für seine erste Expedition.
  • 25. Dezember 1492: Die „Santa Maria“ kentert vor der Küste Haitis.
  • 16. Januar 1493: Kolumbus kehrt mit den verblieben Schiffen nach Europa zurück.

2003 dokumentierte Clifford seinen Fund und machte dabei Fotos von einer Kanone. Diese hätte nun Aufschluss über die Identität des Wracks geben können – leider fiel sie offenbar Plünderern zum Opfer. Trotzdem habe der Fund eine starke Ähnlichkeit mit den Beschreibungen von Kolumbus Tagebuchaufzeichnungen, betont Clifford. Anhand der Größe des Wracks sowie der Lage des Fundorts geht er fest davon aus, die „Santa Maria“ gefunden zu haben. Gegenüber der britischen Zeitung „The Independent“ erklärte er: „Die Lage, die Unterwassertopografie und auch archäologische Hinweise sprechen dafür, dass es Columbus‘ berühmtes Flaggschiff ist“.

Folgende Indizien lassen Clifford an den historischen Fund glauben:

  • Die Verteilung des Ballasts am Meeresboden stimmt mit den 19 Metern Schiffslänge überein.
  • Die an der Fundstelle gemessene Strömung entspricht den Notizen in Kolumbus Aufzeichnungen.
  • Die Lage der Festung „La Navidad“ zum Wrack ist mit den Beschreibungen von Kolumbus  identisch.

Weitere Untersuchungen folgen

Trotz dieser Indizien bleiben Wissenschaftler skeptisch. Schon früher hätten Forscher geglaubt, die „Santa Maria“ gefunden zu haben – ein Irrtum, wie sich später herausstellte. Weitere archäologische Untersuchungen in Kooperation mit den haitianischen Behörden sollen nun Gewissheit bringen, ob die gefundenen Überreste auf dem Meeresboden wirklich zum Flaggschiff gehören. Würde sich der Fund bestätigen, wäre dies eine Sensation.

Barry Clifford machte sich bereits vor diesem Fund als Schatztaucher einen Namen: Der heute 68-Jährige entdeckte beispielsweise den Piratenschatz des Seeräubers Sam Bellamy vor Cape Cod. Sein Wunsch: Eines Tages einen Teil des Wracks der „Santa Maria“ zu bergen.

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