Gift aus der Luft

Möglicher Auslöser des Kawasaki-Syndroms gefunden

Ein Forscher benutzt Reagenzgläser zur Forschung.

Trotz intensiver Forschung konnte bislang keine Ursache für das Kawasaki-Syndrom gefunden werden. (Bild: yanlev – Fotolia.com)

Giftstoffe werden vom Wind übertragen

Die Ursache des Kawasaki-Syndroms ist bisher nicht bekannt. Bereits 2011 stellten Wissenschaftler die These auf, dass der Auslöser über die Luft verbreitet wird. Vor allem in Japan sind viele Menschen an dem Syndrom erkrankt. Die Forschern der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) registrierten, dass dort bei bestimmten Wetterverhältnissen besonders viele Krankheitsfälle gemeldet wurden. Das Forscherteam vermutet nun, dass die Giftstoffe mit dem Wind kommen und gingen ihrer These nach:

  • Sie simulierten die Luftströme und den Partikeltransport der Tage, an denen seit 1977 besonders viele Erkrankungen diagnostiziert wurden.
  • Mit ihren Analysen konnten sie eine landwirtschaftlich geprägte Region im Nordosten Chinas ausmachen und vermuten dort den Ursprung des durch den Wind verbreiteten Giftstoffes. Die Gegend ist Hauptanbaugebiet für Getreide.

Fest steht, die Erkrankungen werden nicht durch einen erhöhten Schadstoffgehalt der Luft bedingt. Wie die Krankheitsauslöser in den vergangenen Jahren in die Luft gerieten, ist dagegen noch unklar. Vereinzelt wurden auch Krankheitsfälle in Westeuropa, den USA und weiteren Regionen in Asien diagnostiziert.

Pilz bei Luftuntersuchungen entdeckt

Das Kawasaki-Syndrom in Zahlen

  • Das Syndrom wurde nach seinem Entdecker Tomisaku Kawasaki benannt und 1967 entdeckt.
  • Etwa neun von 100.000 Kindern erkranken jährlich in Deutschland.
  • Zwischen 6.700 und 16.100 Kinder erkrankten während drei großer Krankheitswellen in Japan.

2011 untersuchten die Wissenschaftler mit gentechnischen Methoden außerdem Aerosol-Proben aus den entsprechenden Luftströmen und fanden darin eine große Menge Candida-Pilze. Hefepilze dieser Art lösen bei Mäusen ähnliche Symptome aus und sind auch als Krankheitsursache beim Menschen bekannt. Die Forscher gehen nun davon aus, dass bestimmte Giftstoffe des Pilzes, also winzige Partikel, Ursache des Kawasaki-Syndroms sind.

Kinder sind besonders gefährdet

Das Kawasaki-Syndrom, auch mukokutanes Lymphknotensyndrom genannt, ist durch eine Gefäßentzündung der kleinen und mittelgroßen Arterien gekennzeichnet. Die Symptome des Syndroms ähneln am Anfang dem Krankheitsbild von Scharlach oder Masern.

Besonders anfällig sind Kleinkinder unter fünf Jahren. Kritisch wird es dann, wenn sich die Entzündung auf das Herz niederschlägt und dort bleibende Schäden hinterlässt. Typische Merkmale der Erkrankung sind:

  • hohes Fieber
  • vergrößerte Lymphknoten
  • Hautausschlag
  • Rötungen und Schwellungen
  • Himbeerzunge

Ansteckend ist die Krankheit nicht, wird sie jedoch nicht behandelt, kann sie tödlich sein. Nur 24 Stunden nach dem Kontakt mit dem Auslöser ist hohes Fieber ohne ersichtlichen Grund ein erstes Symptom der Krankheit. Aufgrund der kurzen Inkubationszeit können Forscher herkömmliche Infektionserreger ausschließen.

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