Blitz, Donner & Hagel

Unwetter in Deutschland: Gewitterfront zieht nach Osten

Bislang betroffene Gebiete

Bisher ist vor allem der Westen Deutschlands betroffen. So erlebte das Ruhrgebiet eines der schwersten Unwetter seit Jahren. Nach Einschätzungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zogen die stärksten Sturmböen seit „Kyrill“ (2007) über Nordrhein-Westfalen.

Gewitter

Heftige Gewitter über Deutschland (Bild: Stephan Geisler – Fotolia)

  • Rund 5.000 Polizei-Einsätze wurden in Nordrhein-Westfalen registriert und neben zahlreichen Schwerverletzten mussten auch Todesfälle vermeldet werden.
  • Der Flughafen Düsseldorf wurde wegen einer Windgeschwindigkeit von 145 Stundenkilometern zeitweise gesperrt und auch bei der Deutschen Bahn muss wegen blockierten Schienen und zerstörten Oberleitungen mit Verspätungen und Ausfall gerechnet werden.

Auch Niedersachsen gehört zu den betroffenen Gebieten, ebenso wie Rheinland Pfalz, Oberfranken und der Norden Deutschlands. Blitzeinschläge und Stromausfälle wurden gemeldet. Starker Regen behindert die Aufräumarbeiten.

Prognose: Keine Entwarnung

Bei rund 30° Celsius bundesweit muss auch in den nächsten Tagen mit Gewittern mit Orkanböen sowie heftigem Regen und Hagel gerechnet werden. Der DWD hat Unwetterwarnungen für ganz Deutschland ausgesprochen. Über Hessen und den Süden Niedersachsens zieht das Gewittergebiet nun weiter Richtung Osten und wird Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen treffen. Der DWD rechnet mit schweren Sturmböen und Niederschlag von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in der Stunde.

Wie entstehen Unwetter?

Drückende Schwüle und ein verdunkelter Himmel sind erste Anzeichen eines Gewitters – der häufigsten Form von Unwettern. Bei einem Gewitter treffen kalte und warme Luftmassen aufeinander.

  • Im Westen Deutschlands trafen extrem warme Luftmassen aus Süddeutschland auf die Ausläufer eines Sturmtiefs über den Britischen Inseln – und damit auf kalte Luftströme

Auslöser für ein Gewitter sind dann eine hohe Luftfeuchtigkeit, eine vertikale Luftabkühlung in großer Höhe sowie aufsteigende warme Luftmassen. Die dadurch entstehenden großen Gewitterwolken (Cumulonimbuswolken) sorgen mittels Kondensation für das Gewitter sowie starke Regenschauer. Durch die unterschiedliche Schwere steigt der Wasserdampf relativ schnell auf, reibt sich in großer Höhe an Eiskristallen und lädt sich auf.

  • Blitze entstehen dann durch luftelektronische Ladungen.
  • Durch die darauf folgende plötzliche Luftausdehnung bildet sich Donner.

Gewitter werden häufig begleitet von:

  • Starkregen
  • Hagel
  • Sturmböen
Überblick Windstärken und Windgeschwindigkeit
 Windstärke (nach Beaufort)  Windgeschwindigkeit (km/h)  Bezeichnung
 6  ab 56 km/h  Starker Wind
 8  bis 74 km/h  Stürmischer Wind
 9  bis 83 km/h  Sturm
 10  ab 93 km/h  Schwerer Sturm
 11  ab 111 km/h  Orkanartiger Sturm
 12  ab 185 km/h  Orkan

Mehr Extremwetter prognostiziert

Gewitter

Die Gefahr von Blitz und Donner darf nicht unterschätzt werden (Bild: Gemeinfrei/Wikipedia)

Experten gehen davon aus, dass Hagel, Starkregen und Überschwemmungen immer häufiger auftreten werden. Seit den 1970er Jahren habe sich demnach die Zahl von extremen Stürmen und Regenfällen mehr als verdreifach – Tendenz steigend. Auch die Zahl heißer Tage soll um rund die Hälfte steigen. Gründe sehen Experten im Klimawandel und den damit verbundenen Veränderungen in der Atmosphäre. So treibt der erhöhte Gehalt des Treibhausgases Kohlendioxid die Erderwärmung voran.

  • Vor allem der Kontinent wird stärker erhitzt und ist damit wärmer als die Gebiete über dem Ozean. Die dadurch entstehenden Temperaturunterschiede stellen ideale Bedingungen für die Bildung von Unwettern dar.
  • Durch die Zunahme des Wasserdampfgehaltes entstehen stärkere Stürme, die vor allem Nord- und Mitteleuropa treffen können.
  • Der erhöhte Wasserdampfgehalt lässt Dauer und Stärke von Niederschlägen zunehmen. Extremwetterbedingungen und Starkniederschläge sind die Folge.

Tipps zum Verhalten bei Unwetter:

  1. Wälder bei Sturm und Gewitter nicht betreten.
  2. Nicht unter Bäumen Schutz suchen.
  3. Hält man sich bei Gewitter im Freien aus, sollte man auf freien Flächen in die Hocke gehen oder nach Möglichkeit in einem Auto Schutz suchen.
  4. Menschen mit Herz-Kreislauf- oder rheumatische Beschwerden können bei Unwetter allgemeines Unwohlsein spüren. Experten empfehlen, sich mittags und nachmittags im Haus aufzuhalten sowie viel Flüssigkeit und nur leichte Kost zu sich zu nehmen.
  5. Im Haus Fenster schließen und Stecker von elektrischen Geräten ziehen, um Überspannungsschäden zu verhindern.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Kommentar abgeben