Umweltschonend Shoppen

Einkaufen ohne Müll: Neue Shops ohne Verpackung

Milchkanne

Die Milchkanne kehrt zurück (Bild: Markus Hagenlocher/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Die neuen Tante-Emma-Läden

Bevor die Verpackungsindustrie große Mengen an Papier, Glas, Blech und Kunststoff herstellte, kaufte man schon früher die Milch aus einer Kanne oder das Brot im Brotbeutel ein. Eingeschweißte Wurst oder doppelverpackte Lebensmittel waren lange Zeit kaum vorstellbar.

Inzwischen gewinnt die verpackungsfreie Shoppingidee immer mehr an Zuspruch, um die Umwelt zu schonen. Denn laut einer Statistik des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurden im Jahr 2011 etwa 16.486 Kilotonnen Verpackungen verbraucht. Rund drei Prozent weniger als noch im Vorjahr mit steigender Tendenz.

London, Österreich und jetzt Deutschland

Um den Verpackungsmüll einzudämmen, eröffnen in diesem Jahr gleich mehrere verpackungsfreie Shops: Kiel, Bonn und Berlin erobern mit ihren umweltfreundlichen Supermärkten deutsche Verbraucher. Die Österreicherin Andrea Lunzer eröffnete schon Ende Januar ihre verpackungslose Greißlerei in Wien. Nach dem Vorbild des Unpackaged-Shop in London, der bereits 2007 eröffnete, bietet sie in rund 100 Quadratmetern nicht nur Getreide und Nüsse in Glasbehältern an. In den dunklen Regalen stehen auch Lebensmittel wie Marmelade, Sauerkraut oder Fettlöser, die nur darauf warten endlich abgefüllt zu werden.

Umsetzung: Wie funktioniert der Einkauf ohne Verpackung?

Im verpackungsfreien Supermarkt in Österreich werden eigene Behälter mitgebracht, leer abgewogen und mit neuen Lebensmitteln aufgefüllt. Während umweltfreundliche Papierverpackungen für den Käse in der Feinkostabteilung angeboten werden, können beim Vergessen von eigenen Behältnissen auch passende Glasbehälter erworben werden. Danach wird gewogen und bezahlt.

Bonn

Nach dem gleichen Prinzip werden auch im Bonner Geschäft „Freikost“ die Lebensmittel in eigene Gefäße abgezapft. Besonderen Wert legen die Inhaber auf das Angebot, welches hochwertig, ökologisch und fair produziert wird.

Kiel

Mit dem Slogan „Unverpackt, der Laden der anderen Art“ wirbt der Kieler Supermarkt auf seiner Internetseite. Bei „Unverpackt – lose, nachhaltig, gut“ sucht man vergeblich nach Plastiktüten, um den Verpackungsmüll zu reduzieren und sich gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen. Nicht nur Preis und Herkunftsort des Produktes werden angegeben, sondern auch über die Art der Herstellung geben farbliche Etiketten Auskunft. Grüne Etiketten stehen dabei für Bio-Produkte und braune für konventionelle Lebensmittel. Außerdem gibt es:

  • Reinigungs- und Waschmittel in großen Kanistern, die mit Pumpspendern ausgestattet sind, um das Abfüllen zu erleichtern.
  • Süßwaren in Gläsern
  • Essig/Öl und Oliven in Holzfässern
  • Reis in Säcken

Diese werden dann in selbst mitgebrachte Mehrwegbehälter gefüllt, gewogen und bezahlt.

Berlin

Schon bald eröffnet der erste nachhaltige Shop „Original Unverpackt“ in Berlin-Kreuzberg. Dort soll zukünftig auch auf Einwegpackungen verzichtet und zu Alternativlösungen gegriffen werden, indem auf Verpackungen in der kompletten Lieferkette verzichtet wird. Statt der üblichen Pappverpackungen und Kunststofftüten hat der Verbraucher die Möglichkeit:

  • recycelbare Papiertüten zu kaufen
  • wiederverwendbare Behältnisse im Laden zu erwerben
  • Aufbewahrungsbehälter mitzubringen

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