Reisevorbereitung

Reiseknigge Amerika: Dos and Don’ts

How are you?

Freundlichkeit wird in Amerika groß geschrieben. Auch wenn dies für Europäer zunächst beinahe überschwänglich wirken kann, ist das oberste Gebot, diese Höflichkeit zu erwidern und keinesfalls genervt zu reagieren. Zeit für einen netten Small Talk sollte unbedingt eingeplant werden – dabei schaut man sein Gegenüber übrigens offen an. Urlauber dürfen nicht erstaunt darüber sein, mit Vorurteilen konfrontiert zu werden. So wird sich der typische Deutsche beispielsweise gerne in Lederhose auf der idyllischen Alm vorgestellt.

Reiseknigge Amerika

Amerika ist für viele ein Traumreiseziel. (Bild: Donald Swartz – Fotolia)

Auch wenn die Medien ein oft buntes und lockeres Bild der USA vermitteln, entdecken Reisende schnell eher konservative Seiten und Gepflogenheiten, die man zunächst nicht erwartet hätte.

Begrüßung und Konversation

  • How are you? gehört zu einer amerikanischen Begrüßung dazu, darf aber nicht als wirkliche Frage nach dem Befinden aufgefasst werden. Man antwortet höflich mit „Fine, how are you?“.
  • Das Nennen der Vornamen passt zur lockeren, aber respektvollen Umgangsweise. Auch im geschäftlichen Rahmen wird das Mr. und Mrs. schnell durch den Vornamen ersetzt.
  • Freundlichkeit ist bei den Amerikanern ausgesprochen wichtig. Doch Achtung: Auch wenn sie Fremde nett ansprechen und Komplimente machen, bedeutet das nicht immer, dass sie auch in ein Gespräch verwickelt werden möchten.
  • Zu viele Komplimente seitens der Nicht-Amerikaner können dagegen schnell als (sexuelle) Belästigung empfunden werden.
  • Kosenamen werden in Amerika häufiger und leichtfertiger verwendet.

Im Restaurant

Reiseknigge USA

Auch für das Verhalten im Restaurant gibt es Regeln. (Bild: Kzenon – Fotolia)

  • Platzwahl: Statt sich den Platz selbst auszusuchen, wird gewartet, bis man einen Platz zugewiesen bekommt. Unaufgefordertes Hinsetzen wird als unhöflich empfunden.
  • Service: Stimmt etwas mit dem Essen nicht, kann das gerne geäußert werden.
  • Guten Appetit: Für diesen Ausdruck gibt es im Englischen keine Entsprechung. Es ist aber auch nicht nötig, diese Äußerung vor dem Essen auszusprechen.
  • Langes Verweilen im Restaurant kennen die Amerikaner nicht. Wer lange nach dem Essen sitzen bleibt, gilt schnell als unhöflich.
  • Nase putzen sollte man besser auf der Toilette.
  • Messer und Gabel: In Amerika werden Fleisch, Kartoffeln und Co. zuerst geschnitten und dann nur noch mit der Gabel verzehrt. Messer und Gabel während des gesamten Essens zu nutzen, wirkt affektiert.
  • Trinkgeld: 15 bis 20 Prozent sind Standard.

Gebote und Verbote

  • Tabuthemen: Auch wenn Amerikaner sehr offen sind, sollte man Themen wie Religion, Alter und Sex vermeiden.
  • Nacktbaden ist verboten. Das gilt auch für Kleinkinder und Frauen, die „oben ohne“ baden gehen möchten. Ausnahmen bilden als „clothing optional beaches“ gekennzeichnete Strände.
  • Im Umgang mit Beamten sollte man sich stets ruhig und höflich verhalten und keine Scherze machen. Das gilt sowohl für Verkehrspolizisten, als auch bei der Einreise am Flughafen. Bei einer Verkehrskontrolle die Hände am besten auf das Lenkrad legen.
  • Geschwindigkeitsbegrenzung wird sehr ernst genommen: Je nach Bundesstaat gelten zwischen 55 und 80 Meilen pro Stunde.
  • Der Konsum alkoholischer Getränke in der Öffentlichkeit ist untersagt. Alkohol darf auch nicht offen transportiert werden.
  • Rauchen ist grundsätzlich verboten – außer in kleinen Raucherbereichen. Rauchen gilt inzwischen außerdem als rücksichtslos.

Knigge für unterwegs

Reiseknigge Amerika

Je nach Bundesstaat gibt es andere Gepflogenheiten. (Bild: Niklas Kratzsch – Fotolia)

  • Sales Tax: Preise in Supermärkten und Restaurants werden in Netto angegeben. An der Kasse kommen, je nach Bundesstaat, etwa 10 Prozent dazu.
  • Fremdsprachen: Reisende sollten sich nicht darauf verlassen, dass in Amerika etwas anderes als Englisch gesprochen wird.
  • Sprachfalle: Angeblich englische Begriffe, die ins Deutsche übernommen wurden, sollte man nicht ohne Weiteres benutzen. „Handy“ heißt im Englischen beispielsweise „mobile phone“. Den Begriff „Toilet“ sollte man lieber durch „Restroom“ ersetzen.
  • Pünktlichkeit wird nicht so genau genommen: Zehn bis 20 Minuten Verspätung bei Verabredungen sind gang und gäbe.
  • Bei der Kleiderwahl sollte man beachten, dass die Amerikaner in puncto Freizügigkeit eher konservativ sind.
  • Einladungen werden meist schnell ausgesprochen, zeigen aber in vielen Fällen lediglich die Offenheit der Landsleute. Eine wirkliche Einladung ist an einem konkreten Datum mit Uhrzeit zu Ort zu erkennen.

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