Steigende Population

Biber in Deutschland: Gefahr oder Segen?

Biber

Inzwischen gibt es rund 30.000 Biber in Deutschland (Bild: Makedocreative/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Die Kraft des Bibers

Zerstörte Baumrinden, durchgebissene Dämme oder unterhöhlte Ufer: Trotz Potenzial als Schädling zählt der Biber seit 1976 zum jagdfreien Wild und wird durch den Bundesartenschutz geschützt, was zur Folge hat, dass sich Biber immer weiter vermehren. Allein über 14.000 Biber leben in Bayern und treiben Berichten zufolge ihr Unwesen. Zum Ärger von Kleingartenbesitzern oder Förstern werden immer häufiger angenagte Baumrinden und riesige Biberburgen entdeckt.

Gefährlich wird es erst dann, wenn Biber ganze Bäume fällen, um an schmackhafte Triebspitzen zu gelangen. Denn fällt der Baum schließlich ins Wasser, könnten Brücken oder Dämme zerstört werden. Aufgrund ihrer Einsturzgefährdung sind auch Unterhöhlungen bedrohlich. Die rechzeitige Erkennung und Behebung ist notwendig, um weitere Schäden zu vermeiden.

Bibermanagement

Im Rahmen des Naturschutzes werden sogenannte Biberberater eingesetzt, die Konflikte zwischen Land-, Forst- und Wasserwirtschaft und dem geschützten Biber lösen sollen. Um die erhitzen Gemüter der Beschädigten zu besänftigen, werden vor allem Beratungen, Präventionen und Schadensausgleichmaßnahmen angeboten. Folgende Maßnahmen werden beispielsweise empfohlen:

  • beschädigtes Holz liegen lassen, um weiteren Schaden zu vermeiden
  • Einbau von Gittern an Dämmen
  • Obstbäume schützen durch drahtige Schutzhosen

Ausrottung für Pelze

Dichtes Fell für warme Mäntel und essbares Fleisch veranlasste die Bejagung des Bibers zwischen dem 18. und 19. Jahrhunderts. Fast alle Biber wurden ausgerottet: Lediglich in Deutschland, Frankreich, Norwegen, Russland, Weißrussland, der Ukraine, der Mongolei und China konnten wenige Restpopulationen überleben. Zuvor waren die nagenden Baumeister vor allem an Flussgebieten in ganz Europa und Asien ansässig.

Während der letzte Biber in Bayern 1867 zum Opfer fiel, waren Biber in Schleswig-Holstein bereits im 17. Jahrhundert ausgerottet. Erst durch konsequente Schutzmaßnahmen und Auswilderungen im vorherigen Jahrhundert haben sich die Bestände in den letzten Jahrzehnten erholt.

Comeback des Bibers

Der Grossvenediger in den Alpen

Vor ihrer Ausrottung wohnten Biber in den Höen der Alpen (Bild: J11/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Die restlichen Populationen wurden direkt unter Schutz gestellt und ab den 1920er Jahren in Russland, Lettland und Schweden wieder eingebürgert. Etwa 120 Biber bezogen 99 Jahre nach der Ausrottung ihre neuen Lebensräume an Donau, Isar, Inn, Ammer See und Nürnberger Reichswald. Durch die natürliche Ausbreitung in Bayern und die Auswilderungsmaßnahmen kehrten inzwischen zahlreiche Biber in ihre alte Heimat zurück. Allerdings bleiben die Arten in Moldawien, Portugal, Großbritannien und Türkei ausgerottet.

Biber heute

Der Gesamtbestand wird von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) auf mindesten 639.000 Biber in Europa und Asien geschätzt, wovon auch zahlreiche Biber in Deutschland ihr zu Hause gefunden haben. Vor allem an der Elbe und ihren Zuflüssen ist das Verbreitungsgebiet am dichtesten, in:

  • Sachsen-Anhalt
  • Sachsen
  • Niedersachsen
  • Brandenburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Baden-Württemberg
Biberdetails im Überblick
äußeres Merkmale schuppiger flacher Schwanz, lange nachwachsende Vorderzähne
Größe bis 1,30 Meter
Gewicht 20 bis 30 Kilogramm
Lebensraum sowohl Wasser als auch Land
Wohnraum Erd-, Mittel- und Hochbau, Biberburg
Nahrung Kräuter, Gräser, Wasserpflanzen, Holz, Baumrinden, Früchte

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