Reisevorbereitung

Reiseknigge Europa: Tipps für den entspannten Urlaub

Andere Länder, andere Sitten

Einen allgemeingültigen Knigge für Europa gibt es wohl kaum – jedes Land hat seine eigenen Sitten und Traditionen und überrascht dabei mit Eigenheiten. So ist FKK verpönter, als man denkt, Chrysanthemen sollten in Dänemark nicht verschenkt werden und lautes Naseputzen in der Öffentlichkeit sorgt in Frankreich für Stirnrunzeln.

Paris

Von Frankreich bis Griechenland gelten auch in Europa unterschiedliche Benimmregeln. (Bild: Ekaterina Pokrovsky – Fotolia)

Höflichkeit, ein freundliches Lächeln sowie angemessene Zurückhaltung werden jedoch überall gerne gesehen und verhindern peinliche Fauxpas. Mit einigen allgemeingültigen Regeln kann man den Urlaub entspannt genießen.

Pünktlichkeit

Das, wofür die Deutschen bekannt sind und geschätzt werden, wird in den meisten europäischen Ländern nicht ganz so ernst genommen. Vor allem in den südlichen Ländern, aber auch in Irland sollte man bei Verabredungen mit etwas Verspätung rechnen und beide Augen zudrücken. Die Ausnahme sind zum Beispiel Dänemark und Österreich.

Begrüßung

Hallo - Schule

Schon bei der Begrüßung gibt es Unterschiede. (Bild: aboutpixel.de / Manuel Pfeiffer)

Vielerorts fällt die Begrüßung sehr herzlich aus:

  • Küsschen: Frankreich, Spanien, Luxemburg
  • Kräftiger Händedruck: England, Spanien, Italien, Nordeuropa, Belgien, Österreich, Polen, Tschechien
  • Handkuss für die Damen: Österreich, Polen, Schweden, Ungarn

Achtung vor Begrüßungsfloskeln: Auch wenn zum Beispiel in England „How are you“ gefragt wird, erwartet das Gegenüber keine Antwort. Besser ist ein „Fine, how are you?“. So auch in Frankreich: Auf ein „Salut. Ça va“ folgt ein „Ça va bien“. Oft werden Gesprächspartner mit dem Vornamen angeredet. Das ist weder unhöflich noch eine besondere Wertschätzung, sondern einfach die Mentalität.

Achtung, Sprachfalle

Zwar kann man nicht alle Sprachen beherrschen – mit Deutsch, Englisch und Französisch kommt man in Europa ganz gut durch. Aber auch wenn beispielsweise Niederländer oder Dänen die deutsche Sprache meist gut verstehen, gilt es als absolut unhöflich, einfach draufloszureden. Deshalb:

  • Wichtige Umgangsformen wie „Danke“, „Bitte“, „Guten Tag“ etc. vorher in der Landessprache lernen. Auch wenn es mit der Aussprache nicht klappen sollte – die Mühe zählt und zeugt von Respekt.
  • Höflich fragen, ob der Gesprächspartner Englisch, Deutsch oder eine andere Sprache spricht.
  • Achtung bei der Aussprache von Straßennamen und Sehenswürdigkeiten.
  • Vorsicht vor der Verwendung angeblich englischer Begriffe, die ins Deutsche übernommen wurden.
  • Das deutsche „Nein“ wird im Ausland oft als unhöflich, weil sehr direkt, aufgefasst.

Am Strand

Sonne Sommer

Benimmregeln gelten auch für den Strand. (Bild:yanlev/Fotolia.com)

Europa zeigt sich im Vergleich zum Rest der Welt am Strand oft freizügig. Nahtloses Bräunen ist hier keine Seltenheit – glaubt man. Bevor die Hüllen gänzlich fallen, ist Vorsicht geboten: Oben ohne ist meist zwar erlaubt, aber nicht immer gerne gesehen.

  • Im Zweifelsfall gilt: Lieber einen gekennzeichneten FKK-Bereich aufsuchen und nicht in aller Öffentlichkeit umziehen. Vor allem in England, Griechenland, Irland und Italien sollte man darauf achten.
  • Küsschen am Strand darf man geben, sobald es intimer wird, drohen mancherorts Geldstrafen.

Trinkgelder

  • Unüblich, bzw. schon in der Rechnung inbegriffen: Norwegen, Frankreich, Belgien
  • Üblich: England, Irland, Italien, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Tschechien, Ungarn

Tipp: Auch wenn ein Trinkgeld unüblich oder freiwillig ist, heißt das in vielen Ländern nicht, dass es nicht gern gesehen wird, wenn der Gast etwas mehr gibt. Gerne werden die Beträge beim Bezahlen einfach aufgerundet.

Knigge für unterwegs

Pärchen im Urlaub

Mit dem Reiseknigge kann man den Urlaub entspannt genießen. (Bild: aboutpixel.de / Joachim Wiegers)

  • Siesta: Vor allem in südlichen Ländern sollte man damit rechnen, dass Geschäfte und Restaurants um die Mittagszeit geschlossen haben.
  • Auf ordentliche, nicht zu freizügige Kleidung wird überall Wert gelegt. Vor allem bei dem Besuch von Gotteshäusern ist darauf zu achten, dass die Schultern bedeckt sind.
  • Bei Alkohol in der Öffentlichkeit ist Vorsicht geboten.
  • Vor dem Fotografieren fragen und das Fotografieren von militärischen Einrichtungen im Zweifelsfall unterlassen.
  • Lob und Dank kommen überall gut an.
  • Vorurteile und Stereotype lieber zu Hause lassen. Selbiges gilt für angeblich typische Redewendungen wie „Grüzi“ oder „Ciao“.
  • In den meisten Ländern wird im Restaurant gewartet, bis man einen Platz zugewiesen bekommt.
  • Ordentliches Anstellen ist Pflicht, Vordrängeln ist verpönt – vor allem in England.

Landesregeln querbeet

  • In Dänemark darf nur die dänische Nationalflagge gehisst werden.
  • In England nie Waliser, Schotten oder Iren als Engländer bezeichnen und Briefmarken mit dem Konterfei eines Mitglieds des Königshauses nicht falsch herum aufkleben.
  • In Finnland wird Essen auf der Straße nicht gern gesehen.
  • In Frankreich sollte man lautes Naseputzen in der Öffentlichkeit vermeiden.
  • In Griechenland steht das V-Zeichen für „Fahr zur Hölle“.
  • In Irland muss man sich beteiligen, wenn im Pub Runden ausgegeben werden.
  • In Italien ist das Fluchen in der Öffentlichkeit per Gesetz verboten und Spaghetti sollte man nicht kleinschneiden.
  • In Schottland muss jedem, der eine Toilette sucht, dieser Wunsch gewährt werden.
  • In der Schweiz muss ein Mann, dem Brot ins Fondue fällt, mit einem Getränk zahlen.
  • In Spanien besser keine „Cola“ bestellen – das Wort bedeutet auf Spanisch „Schwanz“.
  • In Portugal besser auf Vergleiche von Portugiesen und Spaniern verzichten.

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