Bauernregel im Check

Siebenschläfer: Legende oder Wahrheit

Siebenschläfer, 27. Juni Siebenschläfertag

Mit dem kleinen Nagetier hat der Siebenschläfertag allerdings nichts gemein (Bild: Bertille de Fombelle/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Siebeschläferregel

Der Siebenschläfertag, der früher am 27. Juni gefeiert wurde, ist heute nur noch unter folgenden Wetter-Regeln bekannt:

  • „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag”
  • „Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen”
  • „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass”
  • „Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen“
  • „Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.“

Wetterphänomen: Siebenschläfer

Der Zeitraum um den Siebenschläfer wird als meteorologische Singularität beschrieben, die darauf hindeutet, dass es zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr wiederkehrende Witterungen gibt. Neben dem Siebenschläfertag sind auch andere Singularitäten in Mitteleuropa bekannt, wie beispielsweise:

  • Eisheiligen: Letze mögliche Kälteperiode mit Nachtfrostgefahr Mitte Mai
  • Schafskälte: Kälteeinbruch um den 11. Juni
  • Hundstage: Heiße Tage im Zeitraum zwischen 23. Juli – 23. August
  • Altweibersommer: Warme Temperaturen im September

Statistisch gesehen ist die Wettervorhersage für den Zeitraum Ende Juni und Anfang Juli durchaus aussagekräftig. „Die Siebenschläfer-Regel hat eine Trefferwahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent.“, so Horst Malberg, früherer Leiter des Meteorologischen Instituts der Freien Universität Berlin. Während die Regel im Süden Deutschlands um die 80 Prozent zutrifft, ist die Prognose für Norddeutschland nur sehr schwach ausgeprägt.

Meteorologische Begründung

Zum Zeitpunkt des Siebenschläfers legt sich der Verlauf des Jetstreams fest, der sich zwischen Warm- und Kaltluft in Ost-West-Richtung bewegt. Diese Windlinie erzeugt demzufolge die gefürchteten Tiefdruckgebiete, die sich umso heftiger auswirken, je größer die Temperaturunterschiede ausfallen. In zwei von drei Jahren stellt sich eine Großwetterlage ein, welche über den Sommer hinweg stabil bleibt und bis etwa Mitte August anhält.

Religiöse Herkunft

Seinen Namen verdankt der Siebenschläfer jedoch nicht dem gleichnamigen Nagetier, sondern einer christlichen Legende. In der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius fanden sieben Jünglinge aus Ephesus Zuflucht in einer Berghöhle. Im Jahr 251 wurden sie entdeckt und zur Strafe lebendig eingemauert. Nach der Legende jedoch starben die Christen nicht, sondern schliefen etwa knapp 200 Jahre lang. Am 27. Juni wurden sie zufällig entdeckt, nachdem ein Bauer das Bauwerk entfernen lies. Die Brüder erwachten und bezeugten somit den Glauben an die Auferstehung der Toten. Die Grotte der sieben Schläfer befindet sich in der heutigen Türkei etwa 70 Kilometer südlich von Izmir.

 

Siebenschläfer der letzten fünf Jahr im Überblick
Jahr Wetter am Tag des Siebenschläfers Sommerwetter
2013 13-18 Grad, bewölkt und sonnig Sommerlich bis hoch sommerlich mit Durchschnittstemperaturen von 17,8 Grad, Hochwasser im Juni
2012 14-17 Grad bewölkt im Norden, sonnig bis bewölkt und Niederschlag im Süden bei 18-24 Grad Kühler Juni und Juli, schwül-warm, ab August Durchschnittstemperaturen von 18,5 Grad
2011 Sonnig, Temperaturen um die 30 Grad, abends Gewitter Der Sommer 2011 sehr warm, nass und trüb
2010 Kühl und wechselhaft Tropische Temperaturen im Juli, regenreicher August
2009 Feucht-warme Luft bei 20-28 Grad, Regenschauer bis Unwetter: Durchwachsenes Wetter bei einer Durchschnittstemperatur von 17,3 Grad

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