Hitze über Deutschland

Rekordhitze: So schützen sich Wildtiere vor dem Kollaps

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Der Wald ist die Heimat vieler Wildtiere und gerade im Sommer willkommenes Rückzugsgebiet für den Menschen (Foto: DaveTheHiker unter CC BY-SA 2.0)

Blutohren, Hecheln und Wegrennen

Der Feldhase braucht keine Schweißdrüsen. Wird es ihm zu heiß, pumpt er Blut in seine langen, wenig behaarten Löffel und regelt so die Temperatur des Restkörpers nach unten. Zudem hält er sich meistens in schattigen Gebüschen auf und kommt erst heraus, wenn die Sonne langsam untergeht. Aber selbst wenn Blutohren und Versteckspiel nicht mehr ausreichen, hat die Natur eine weitere Lösung für die Feldhasen parat: hecheln und einspeicheln. Durch das Hecheln verdampft der Speichel auf der Zunge und die Verdunstung kühlt den Körper. Auch Füchse und Vögel verwenden diesen Trick.

Feldhase auf Wiese

Wird dem Hasen zu warm, steigt ihm das Blut in die Ohren. (Bild: MOdmate- gemeinfrei/Wikipedia)

Rehe hingegen verhalten sich zunächst etwas kontraproduktiv: Sie rennen los. Die weiblichen Rehe locken ihre Jäger kilometerweit durch Wald und Feld – allerdings erst am Abend. Bruthitze, fehlende Schweißdrüsen und hoher Wasserbedarf werden während der Paarungszeit im Juli und August einfach ausgeblendet. Wurde der Akt dann vollzogen ist absolute Ruhe angesagt.

Schlammbäder, indirekte Kühlung und Erdbauten

Wildschweine nehmen gerne ausgiebige Schlammbäder und schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die Erdschicht auf der Schweinehaut kühlt nicht nur, sondern hält auch lästige Insekten fern. Einen pfiffigen Trick hat der Storch: Er kotet sich die Beine voll, wartet bis die Ausscheidungen trocknen. So wird der Storchenkörper durch die verdunstende Flüssigkeit von unten gekühlt.

Eine andere Strategie funktioniert bei Wildtieren und Menschen gleichermaßen: zu Hause bleiben. Eichhörnchen bewohnen ihre Baumhäuser, Kugelnester in luftigen Höhen. Dachse, Wildkaninchen und Füchse ziehen sich gerne in ihre unterirdischen Bauten zurück und genießen dort die Vorzüge des feuchten, kühlen Erdklimas.

Aktivität der Tageszeit anpassen

Generell gilt: im Sommer sind alle Wildtiere vor allem in den Morgen- und Abendstunden aktiv. Dadurch gerät der Biorhythmus jedoch gewaltig aus dem Gleichgewicht, weswegen die Tiere im Hochsommer sehr stressgeplagt sind. Deshalb die Bitte der Deutschen Wildtier Stiftung an alle Spaziergänger, die vor der Hitze in den Wald fliehen: „Bleiben Sie auf den Wegen und leinen Sie Hunde an. Damit unsere wilden Tiere nicht noch mehr in Stress geraten!“

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