Übernahme von Start-up

Songza: Google setzt auf maßgeschneidertes Streaming

Musik hören mit Songza

Songza bietet als kostenloser Streamingdients Playlists für unterschiedliche Gelegenheiten. (Bild: Benicce – Fotolia)

Ein umkämpfter Markt

Doch die Konkurrenz ist groß. Dem Marktführer Spotify laufen die Kunden in die Arme, dahinter balgen sich Streaming-Dienste wie Deezer, Simfy oder Ampya um die Plätze. Das Angebot ist überall recht ähnlich: Der User erhält gegen einen monatlichen Beitrag Zugriff auf zirka zwanzig Millionen Titel und muss sich dann weitestgehend selbst zurechtfinden im riesigen Abo-Meer an Musik.

Was Songza bietet

An diesem Punkt setzt Songza an. Das im Jahre 2007 gegründete Unternehmen hat sich darauf spezialisiert kuratierte Playlisten zu veröffentlichen, die die passende Musik für alle erdenklichen Lebenssituationen liefern: die Songs des Sommers, für die Poolparty oder die Arbeit, fürs Relaxen oder Training. Tages- und Jahreszeiten sollen das Angebot beeinflussen, ebenso wie das Wetter und das Userverhalten.

User hoffen nun, dass Songza die Ursprünge seiner Entwicklung nicht aus den Augen verliert. Denn zur Firmengründung hatte das Start-up noch ausschließlich nutzergenerierten Content angeboten. „Das war wie ein pre-turntable.fm. Eine Funktion namens Social Radio erlaubte es Nutzern für ihre Freunde DJ zu spielen,“ erklärt PandoDaily. Heute verlässt sich Songza bei der Erstellung der Playlisten vor allem auf Musik-Experten.

 

Wichtigste Google-Übernahmen 2014
13. Januar Nest Labs Inc. Lernende Thermostate
26. Januar DeepMind Technologies Künstliche Intelligenz
16. Februar SlickLogin Internet Security
14. April Titan Aerospace Drohnen-Hersteller
7. Mai Stackdriver Cloud Computing
10. Juni Skybox Imaging Satellitenbilder-Spezialisten
20. Juni Dropcam Home Monitoring

Google erweitert Musikangebot

Das Musikangebot Googles funktioniert noch anders. Ähnlich wie beim iTunes-Store kann der User bei Google Play seine private Sammlung einpflegen und durch digitalen Kauf neuer Alben, Singles oder Compilations ergänzen. Durch die Übernahme von Songza, die etwa 15 Millionen Dollar gekostet haben soll, geht Google den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Denn bereits Ende 2013 führte Google Play Music ein All-Inclusive-Angebot ein, um Spotify, Ampya & Co Druck zu machen. Warum ausgerechnet Songza die Google-Produktpalette erweitern soll, fasst das Unternehmen bei Google+ zusammen:

„Songza hat einen großartigen Dienst aufgebaut, der kontextabhängige, von Experten zusammengestellte Wiedergabelisten nutzt, um ihnen die richtige Musik zur richtigen Zeit anzubieten.“

Zunächst soll sich bei Songza aber nichts ändern, abgesehen vom Füllstand der Kassen. „Es sind keine Umgestaltungen geplant, außer das Produkt schneller, smarter zu machen. Und der Nutzer soll noch mehr Spaß dran haben,“ erklärten die Entwickler auf der eigenen Webseite. Das Ziel der Reise ist also noch offen. „Das ist erst der Anfang,“ sagt auch Songza-CEO Elias Roman bei mashable. Und Google betont, dass sie die Hoffnung haben Teile der Songza-Technik auch in andere Angebote, wie Youtube, zu integrieren. Europäische User können Songza leider noch nicht testen. Derzeit ist der Dienst nur in Nordamerika verfügbar.

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