Experiment im All

Seifenblasen-Wunder auf der ISS: Astronaut experimentiert

Alexander Gerst

Alexander Gerst gehört seit Mai 2014 zur Besatzung der ISS. (Bild: NASA/Robert Markowitz – gemeinfrei/Wikipedia )

Das machte Eindruck

Ganz unabhängig voneinander kamen zwei Schülerteams beim Schülerwettbewerb „Aktion 42“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf dieselbe Idee: Seifenblasen in der Schwerelosigkeit zu untersuchen. De Jugendlichen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums aus Marburg bei Stuttgart und die Schüler vom Gymnasium am Sandberg in Sachsen setzen sich mit ihrer Idee unter 50 anderen Bewerbern durch und gewannen gemeinsam den Wettbewerb.

Mit ihrem Vorschlag, wie sich Seifenblasen wohl in der Schwerelosigkeit verhalten, faszinierten die Schülerteams nicht nur die Jury, sondern auch die europäischen Weltraumorganisation ESA. „Wir sind von den Ideen der Jugendlichen sehr begeistert“, sagt DLR-Projektleiter Dr. Matthias Sperl vom DLR-Institut für Materialphysik im Weltraum. „In dieser Kombination sind diese Fragen noch nie untersucht worden. Die Versuche sind auch aus wissenschaftlicher Sicht sehr reizvoll.“

Schüler zeigten Cleverness

Mit viel Grips und Ideenreichtum überlegten die Schülerteams, dass sich Seifenblasen in der Schwerelosigkeit anders verhalten müssten als auf der Erde. Denn Schwerelosigkeit sorgt dafür, dass das Wasser innerhalb der Seifenblasen nach unten fließt und den oberen Seifenfilm dünn werden lässt, sodass die Seifenblase schließlich platzt. Das bedeutet, so die Überlegung der Schüler, dass die Seifenblasen in der Schwerelosigkeit viel länger stabil bleiben müsste. Mit den folgenden Fragen wurde das Experiment eröffnet:

  • Sind schwerelose Seifenblasen vielleicht sogar „unsterblich“?
  • Was passiert, wenn man eine Büroklammer hineinsteckt?
  • Was passiert, wenn man zwei Seifenblasen zu einer einzigen vereint?

Das Seifenblasen-Experiment

Seifenblase

Da staunt die Wissenschaft: Seifenblasen leben länger in der Schwerelosigkeit (Bild: Brocken Inaglory/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Das DLR hat die ausgewählten Vorschläge an den deutschen Astronauten Alexander Gerst weitergeben, der im Mai 2014 mit der ISS aufbrach. Mit einem Strohhalm, einer Tüte und Haarshampoo bewaffnet hat Gerst das Geheimnis mit einer Stoppuhr gelüftet: Seifenblasen halten sich in der Schwerelosigkeit mühelos eine Minute lang. „Die sind schon sehr stabil“, kommentierte Alexander Gerst seine Beobachtung. Während Seifenblasen auf der Erde nur 20 bis 30 Sekunden existieren.

  • Sind schwerelose Seifenblasen vielleicht sogar „unsterblich“?

Warum die Seifenblasen in der ISS jedoch trotzdem zerplatzen, bleibt unklar. „Dort oben wird die Luft durch die Ventilation bewegt, das könnte ein Grund sein“, vermutet Sperl. „Beim freien Schweben würden die Blasen außerdem an den Wänden der ISS zerplatzen, hält man sie deshalb mit einem Strohhalm fest, übt auch das wieder einen Einfluss auf die empfindlichen Seifenblasen aus.“

  • Was passiert, wenn man eine Büroklammer hineinsteckt?

Als Alexander Gerst versuchte die fliegende Seifenblase mit einer Nadel zum Zerplatzen zu bringen, war das Ergebnis überraschend: Die Seifenblase zerplatze nicht, sondern verschluckte sie. Doch auch dabei ging die Seifenblase nicht kaputt. Dies lag daran, dass die Seifenblase in der Schwerelosigkeit dicker und gleichmäßiger ist.

  • Was passiert, wenn man zwei Seifenblasen zu einer einzigen vereint?

Auf der Erde kleben Seifenblasen aneinander oder können sich zu einer größeren vereinen. An Bord der ISS gelang das Alexander Gerst allerdings nicht. Statt sich zu vereinigen, stießen sie sich gegenseitig ab.

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