Lehrreiches Naturschauspiel im All

NASA: Erde entging heftigem Sonnensturm

Die Sonne in Nahaufnahme: Eine der täglich stattfindenden Sonneneruptionen (Bild: Skylab, NASA/wiki unter Public Domain)

Die Sonne in Nahaufnahme: Eine der täglich stattfindenden Sonneneruptionen (Bild: gemeinfrei – Skylab, NASA/Wikipedia)

Sonne wirft mit Stürmen

Sonnenstürme sind keine Seltenheit. Eigentlich sind sie eher die Regel als die Ausnahme. Sie sind die direkte Folge von Sonneneruptionen, die auch als Flares bezeichnet werden. Diese Explosionen an der Sonnenoberfläche sind, bei normaler Aktivität, mehrmals pro Tag zu beobachten, variieren aber in Länge und Intensität.

Eine Sonneneruption ist die Folge von elektromagnetischen Vorgängen innerhalb der Sonne. Sie ist im Inneren ständig in Bewegung. Dafür sorgen Plasmaströmungen, bestehend aus negativen Elektronen und positiven Ionen. Manchmal wölbt sich ein solcher Strömungskanal nach außen, in die Chromosphäre der Sonne, und bricht dort. Die Folge ist ein Massenausstoß der Teilchen ins All, genannt Sonnensturm.

Sonnensturm trifft Satelliten

Naturschauspiel: Polarlichter sind die Folge von kleineren Sonnenstürmen, die die Erde treffen (Bild: Reio Rada/wiki unter CC BY-SA 3.0)

Naturschauspiel: Polarlichter sind die Folge von kleineren Sonnenstürmen, die die Erde treffen (Bild: Reio Rada/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass die Sonne einen der größten je verzeichneten Sonnenstürme Richtung Erde schickte. Das fand die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA jetzt bei der Analyse von Satellitendaten heraus. Demnach schleuderte die Sonne am 23. Juli 2012 Billionen Tonnen magnetisiertes Plasma ins All, die die Erde um nur eine Woche verfehlten.

Eingeschlagen ist der Sonnensturm auf dem Satelliten STEREO-A. Zum Glücksfall erklärt die NASA die Kollision in einem Report auf der eigenen Homepage. Denn die STEREO-A ist laut NASA-Bericht perfekt ausgerüstet, um den Sonnensturm zu überstehen und dabei Daten zu sammeln und auszuwerten:

„Dank der STEREO-A wissen wir viel über die magnetische Struktur von Sonnenstürmen, sowie über die Schockwellen und die Energiepartikel, die es beim Einschlag produziert hat. Und vielleicht am Allerwichtigsten: wir kennen die Anzahl an vorhergehenden Sonnenstürmen.“

Der perfekte Sonnensturm

Die Wissenschaftler berichten von einigen vorangehenden Stürmen, die die interstellare Flugbahn für den Super-Sturm freigeräumt haben, der somit seinen geradlinigen Weg ungestört verfolgen könnte. Normalerweise werden Sonnenstürme irgendwo auf dem Weg zur Erde „abgeleitet“ und fliegen weit am Erdball vorbei.

Zudem hatte der Sturm eine solche Kraft, weil sich in ihm die Teilchen von zwei, unabhängigen Explosionen vereinigten. „Es sieht so aus, als ob solche extremen Vorkommnisse ideale Voraussetzungen bräuchten. Mehrere Schlüsselereignisse müssen passieren, damit der perfekte Sonnensturm entsteht“, sagt der Physiker Pete Riley in dem NASA-Bericht.

Folgen für die Erde

Riley beschäftigt sich auch mit der Frage, wie oft sich Stürme mit ähnlicher Stärke in Richtung Erde absetzen könnten. Schon im Februar veröffentliche er im Magazin „Space Weather“ eine Studie, in der er sich mit der Wahrscheinlichkeit von extremen Weltraumunwettern beschäftigt. Seine Prophezeiung: in spätestens zwölf Jahren wird die Erde von einem vergleichbaren Sonnensturm erfasst.

Und die Folgen könnten verheerend sein. Schließlich wird angenommen, dass die drohende magnetische Entladung das gesamte Stromnetz lahm legt. Krankenhäuser müssten dicht machen, Klospülungen würden ihren Dienst verweigern und im selbst im Internet wäre nichts mehr los. „Wir müssen vorbereitet sein“, fordert daher nicht nur Pete Riley.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...

Kommentar abgeben