So verhält sich Deutschland im Internet

Digitale Gesellschaft: Studie über deutsche Internetuser

Anderen zu Helfen verbessert den Ruf

Deutsche Internetuser im Fokus: Studie gibt Aufschluss über Surfverhalten (Bild: vege – Fotolia.com)

Gesellschaft 4.0: Das Internet ist angekommen

Im Deutschlandfunk diskutiert man Arbeit 4.0, der Forschungsminister stellt das Wissenschaftsjahr 2014 unter das Motto Digitale Gesellschaft und die Bundeskanzlerin bezeichnet das Internet als Neuland. Der digitale Fortschritt ist angekommen in der analogen Mitte der Gesellschaft. Sowohl im Beruf als auch im Alltag, in der Wirtschaft und im Privatleben.

„Die Digitalisierung ist ein schlafender Riese: Einmal geweckt, birgt sie enormes disruptives Potenzial“, sagt Prof. Dr. Björn Bloching in einer Pressemitteilung der Consultant-Firma Roland Berger. Anders gesagt: das Internet stellt die Menschheit vor einer großen Herausforderung. Und vor viel Ungewissheit. Die Manager aus der Wirtschaftswelt fürchten um Gewinne, Politiker um Deutungshoheit und die Nutzer am Heimcomputer um den Schutz ihrer Privatsphäre.

Netzwerke: Immer wieder zu Facebook

Es wundert daher, dass sich trotzdem vier von fünf deutschen Internetusern bei Facebook tummeln. Das us-amerikanische Netzwerk ist trotz rückläufiger Nutzerzahlen Anlaufpunkt Nummer Eins. Die Netzwerke YouTube (39,2%), Google+ (24,2%) und StayFriends (15,7%) hinken deutlich hinterher. Google+, Twitter und vor allem der Musikstreamingdienst Spotify haben die höchsten Wachstumsraten im Vergleich zur Vorjahres-Studie.

Über soziale Netzwerke läuft ein großer Teil der digitalen Kommunikation. Insgesamt 37 Prozent der gesamten zwischenmenschlichen Kommunikation erfolgt im Internet, schreiben die Autoren. In anderen Worten: Jedes dritte Wort, das wir an Freunde, Familie oder Arbeitskollegen richten, ist digital übermittelt. Egal ob über Chatprogramme, Messengerdienste oder ganz klassisch per Kurzmitteilung.

Fakten aus der Studie

  • Nur 34 % der täglichen Online-Kommunikation ist professionell, 66% sind privat
  • Nur 2% aller Ersteinkäufe werden mittels Smartphone oder Tablet getätigt
  • 52% aller Ersteinkäufe von Unterhaltungsmedien werden online getätigt
  • Arbeitnehmer (230 Minuten) surfen bedeutend weniger als Arbeitslose (304) und Arbeitgeber (343)
  • Im Schnitt hat jeder deutsche Konsument Zugang zu zweieinhalb internetfähigen Geräten
  • Etwa ein Viertel des gesamten Internetverkehrs wird über Handy, Tablet & Co. abgewickelt.
  • Google+ ist in den letzten eineinhalb Jahren um 25% gewachsen und ist das drittgrößte Soziale Netzwerk
  • 36% aller User nutzen zwei Geräte um ins Internet zu gehen – 43% haben drei Geräte oder mehr
  • Die Nutzungszeiten bei Abiturienten steigen, bei Schülern von Real- oder Hauptschule sind sie rückläufig
  • Instagram hat mit einem Anteil von 64% die meisten weiblichen Nutzer aller sozialen Netzwerke
  • Die Männer tummeln sich hingegen eher in Dating Communities, wo 60% aller Nutzer männlich zu finden sind
  • 54% haben gar keinen Account bei Sozialen Netzwerken, Tendenz fallend

Studie für die Wirtschaft

Hacker stehlen Geld im Internet

Diese Frage beschäftigt sie: Wie lässt sich im Internet Geld verdienen? (Bild:Smileus/Fotolia.com)

Worum es den Autoren der Studie aber eigentlich geht, wird schon beim Titel deutlich: „German Digitalization Costumer Report“. Die Studie soll zeigen auf welcher Grundlage Konsumenten ihre Kaufentscheidungen treffen, welche Rolle dabei digitale Medien spielen und welche Verbesserungspotentiale es gibt. Es gilt der „Digitalen Revolution“ Herr zu werden, um vor allem die Macht über die Kundschaft nicht zu verlieren, meinen die Autoren.

Aus der Sicht des Kunden bietet das Internet aber eine große Chance: den bewussten, kritischen Umgang mit Produkten, Werbung und Information selbstständig zu erlernen. Ganz egal in welchem Netzwerk. Von dieser Chance berichtet die Studie leider nicht.

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