Verrückt nach seinem Smartphone

Handy im Teich: Jugendlicher will See leer pumpen

Vorgeschichte

Das Drama begann mit einem geposteten Beitrag des Teenagers auf der Facebook-Seite des Anglervereins im Ortsteil Rühle in Meppen. „Ein junger Mann schrieb uns, es hätten sich Jugendliche auf dem Gelände unseres gepachteten Teichs aufgehalten, die er wegschicken wollte. Er sei geschubst worden und dabei fiel ihm sein Handy ins Wasser“, berichtete Hans-Hermann Kremer, der Teichvater vom Angelverein „Catch & Kill“. Soweit so gut dachte sich der 52-jährige Hobby-Angler, bis er den 16-Jährigen zu Hause angerufen habe. Dieser erklärte am Telefon, dass der Angelverein einen Taucher engagieren soll, um sein Handy wieder zu finden. Die Kosten dafür würde seine Mutter übernehmen. „Ich legte daraufhin auf, denn auf solche abstrusen Aktionen wollte ich mich nicht einlassen“, erklärte Kremer.

Teich mit Baum

Mehr als 2 Millionen Liter Wasser wollte ein 16-jähriger abpumpen. (Bild: André Karwath/Aka/Wikipedia unter CC BY-SA 2.5)

Mehr Wahnsinn als Genie

Ein paar Tage später kam Kremer mit seiner Tochter an den geliebten Teich in Rühle. „Zunächst nahmen wir die Geschichte mit Humor, aber als uns das ganze Ausmaß dieser wahnsinnigen Aktion bewusst wurde, blieb uns das Lachen im Halse stecken“, so Hans-Hermann Kremer. Er traute seinen Augen nicht, als er zwei Abwasserpumpen im Teich entdeckte. „Ein Schlauch führte in einen anliegenden Acker, der andere in unser selbstgebautes Toilettenhäuschen. Ich war geschockt, über so viel Wahnsinn“, berichtet der Papenburger.

Im Physikunterricht nicht ganz aufgepasst

Die Vorstellung eines 16-jährigen ist mehr als nur utopisch, einen 2.000.000 Liter Teich mit zwei herkömmlichen Pumpen abzupumpen, um sein eh schon wasserbeschädigtes Handy zu retten. Da stellt man sich nur eine einzige Frage: Warum tut er das? Was der Jugendliche scheinbar auch nicht wusste, ist, dass der Anglerteich einen Zulauf vom Emskanal besitzt und das Abpumpen des Teiches eher einer Sisyphusarbeit gleicht.

„Das war ein Anblick – ein einziges Chaos“

Neben umgeworfenen Tischen, Stühlen und herumliegenden Gartengeräten gab es da auch noch das Problem mit der selbst gebauten Toilette: Das Teichwasser strömte gebündelt mit den Fäkalien des 1000-Liter-Tanks über das mit viel Liebe angebaute Gelände des Anglervereins „Catch & Kill“.

Daraufhin ließen sich drei Jugendliche blicken. Unter ihnen auch der 16-Jährige, der sein Samsung S3 mini im Teich verlor. Doch statt sich zu stellen, bestritten sie die Tat und „waren im Begriff sich aufs Fahrrad zu setzten“, berichtete Kremer. Der Anglerfreund überlegte nicht lang und rief die Polizei, die ebenfalls über die absurde Idee staunte. „Es ist ein erheblicher Sachschaden entstanden“, berichtete der Polizeisprecher aus Meppen. „Ich glaube, der dachte auch, dass das wie im Planschbecken ist. Oder im Schwimmbad in Meppen“, sagte der Sprecher. „Es ist wahr – es gibt Leute, die einen Teich durch die Toilette spülen, um ihr Handy wieder zu finden.“

Kremer erzählte, dass der Teenager wegen anderer Delikte bereits aufgefallen sei und der Anglerverein auf den geschätzten 4.000 Euro Schaden sitzen bleibe. Dennoch ist der Jugendliche zur Vernehmung vorgeladen worden.

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