Angst vor Ebola auch in Europa und USA

Ebola-Epidemie in Afrika: Neue Hoffnung durch ZMapp

Warum Ebola so gefährlich ist

Fieber, körperliche Schwäche, Kopf-, Muskel- und Halsschmerzen – mit diesen Symptomen beginnt nicht nur eine Grippe, sondern auch Ebola. Allerdings verschlechtert sich bei der nach dem Fluss Ebola benannten Virusinfektion der Gesundheitszustand nach kurzer Zeit enorm. Schäden an Leber und Nieren, Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag sind die Vorboten des hämorrhagischen Fiebers. Dabei führt das Auflösen der Blutgefäße zu inneren wie äußeren Blutungen und schließlich zu der häufigsten Todesursache durch Organversagen.

Ebola-Epidemie in Afrika

Mit ZMapp scheint erstmals ein Gegenmittel für Ebola möglich zu sein. (Bild: Alexander Raths / Fotolia)

Von den insgesamt 1.070 bestätigten und insgesamt 1.711 vermutlich betroffenen Opfern überleben nur rund 56 Prozent. Vergangene Epidemien bewiesen jedoch, dass in Abhängigkeit vom jeweils verantwortlichen Ebola-Virenstamm die Sterblichkeitsrate auf bis auf 90 Prozent ansteigen kann. Weitere Faktoren, warum Ebola weltweit und besonders in Afrika so gefürchtet ist, sind:

  • Unheilbarkeit, da bisher kein offiziell zugelassenes Gegenmittel existiert
  • unklarer Ursprung (nur Vermutungen über eventuelle Wirtstiere, z. B. Flughunde, Affen)
  • Eindämmung durch afrikanische Traditionen erschwert (Waschen/Berühren der Toten)
  • erhöhtes Risiko der Ansteckung durch unzureichende medizinische Aufklärung

Erster Durchbruch bei möglichen Behandlungsmethoden

Da bis vor Kurzem noch kein Mittel gegen Ebola gefunden wurde, besteht eine Behandlung lediglich darin, die Symptome einzudämmen. Aufgrund der geringen medizinischen Versorgung in Afrika sind die Möglichkeiten der Ärzte dabei oft auf Medikamente beschränkt, die den Kreislauf stabilisieren und so den geschwächten Körper im Kampf gegen das Fieber unterstützen.

Partikel des Ebola-Virus

Fünf verschieden Arten von Ebola sind aktuell bekannt, vier davon hochgefährlich für den Menschen. (Bild: Thomas W. Geisbert / Boston University School of Medicine)

Seit bekannt ist, dass Überlebende anschließend gegen den speziellen Ebola-Erreger immun sind, gibt es vereinzelte Versuche entsprechende Schutzimpfungen zu entwickeln. Dass bereits seit Januar 2014 ein potenzielles Gegenmittel identifiziert werden konnte, wurde jedoch erst Anfang August bekannt, als es zwei mit Ebola infizierte US-Bürger vor dem Tod zu retten galt.

Nachdem Dr. Kent Brantly und Kollegin Nancy Writebol einwilligten, sich das bisher noch nie an Menschen getestete ZMapp verabreichen zu lassen, konnte bei beiden eine deutliche Besserung verzeichnet werden. Das hauptsächlich aus Antikörpern bestehende ZMapp ist zwar bereits in drei Einheiten nach Liberia geschickt worden, ob das plötzlich aufgetauchte Medikament halten kann, was es verspricht, ist jedoch durch die folgenden Faktoren ungewiss:

  • generelle heilende Wirkung noch unklar
  • bereits bei Writebol und Brantly individuelle Unterschiede in körperlicher Reaktion
  • noch keine offizielle Zulassung, aktuell nur mit Ausnahmeregelung versandt
  • nur in verhältnismäßig geringer Menge vorhanden
  • mögliche Risiken für den Menschen gänzlich unerforscht

Das Risiko einer Ebola-Epidemie in Europa

Die Importierung der beiden an Ebola erkranten US-Amerikaner in die USA sowie eines infizierten spanischen Geistlichen zurück nach Spanien löste eine Welle des Protests in beiden Ländern aus. Experten bestätigen jedoch, dass die herrschende Angst unbegründet ist. Anstecken kann sich nur, wer in direkten Kontakt zu den Körperflüssigkeiten von erkrankten Menschen bzw. Tieren kommt.

Während also Angehörige, Ärzte und Pfleger stark gefährdet sind, ist eine Infizierung durch die Luft, indem man nur neben einem potenziellen Krankheitsträger sitzt, nicht möglich. Zudem würden alle mit Ebola infizierten Menschen in Europa sofort isoliert, identifiziert und entsprechend unter Quarantäne behandelt, wodurch sich die Krankheit nicht wie in Afrika unkontrolliert ausbreiten könnte.

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