Deutschlandstart am 16. September

Netflix: Streaming-Dienst als neues Fernsehen?

Streaming-Dienste erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Bereits jeder fünfte Deutsche nutzt das Angebot von Video-on-Demand-Portalen. Sie ermöglichen es, Filme und Serien zu sehen, wann es der eigene Zeitplan erlaubt, und nicht, wann es das Fernsehprogramm vorgibt.

TV-Gerät mit einem gekrümmten Bildschrim

Fernsehen der Zukunft mit Netflix? (Bild: Artur Marciniec – Fotolia)

Eine amerikanische Erfolgsgeschichte

Netflix kann in drei Jahren bereits sein 20-jähriges Jubiläum feiern, denn schon 1997 wurde das Unternehmen von Marc Randolph und Reed Hastings gegründet. Was als DVD-Verleih mit unbegrenzter Ausleihdauer begann, wurde zum Revolutionär des amerikanischen Fernsehens. Seit 2007 bietet Netflix Kinofilme und Serien auch online an, als Flatrate für 7,99 $ im Monat. Über 48 Millionen Abonnenten in den USA nutzen Netflix regelmäßig. In den Abendstunden ist es nicht selten, dass bis zu 30 Prozent des Datenverkehrs von Netflix-Usern belegt ist.

Ganze Serien am Stück schauen zu können und nicht auf die nächste Episode warten zu müssen, ist allerdings nicht der einzige Vorteil den Netflix seinen Kunden bietet. Auf bis zu zwei Geräten kann der Abonnent den Streaming-Dienst nutzen und so auch unterwegs das eigene Fernsehprogramm bestimmen. Vorausgesetzt es besteht eine Internetverbindung.

Netflix-Zentrale

Die Zentrale von Netflix in Los Gatos/USA (Bild: Wikipedia – gemeinfrei)

Mehr Auswahl durch Eigenproduktionen

Mit Eigenproduktionen wie der Serie „House of Cards“ investiert Netflix zudem in ein exklusives Angebot, das es nirgends sonst zu sehen gibt, nicht einmal im Kabel-TV. Auch die selbst produzierten Serien werden nicht episoden-, sondern staffelweise veröffentlicht, damit der Nutzer selbst bestimmen kann, wann er die nächste Folge sehen möchte.

Und noch einen Pluspunkt hat Netflix vorzuweisen: Es gibt keine Werbung. Doch das macht den Streaming-Dienst nicht einzigartig. Vielmehr ist es ein spezieller Algorithmus, der das Nutzerverhalten genau analysiert und so passende Vorschläge für weitere Filme oder Serien macht. Eine bleierne Leere, die nach dem Ende der Lieblingsserie oftmals zurückbleibt, kann binnen Sekunden durch eine neue gefüllt werden.

Der Vergleich auf dem deutschen Markt


Video-Streaming-Dienste in Deutschland

  • Amazon Prime Instant Video
  • Watchever
  • Sky Snap
  • Maxdome
  • Apple TV/iTunes
  • Videoload
  • Videobuster
  • Sony Entertainment Network

In Deutschland sind bereits Streaming-Dienste wie Watchever und Amazon Prime Instant Video etabliert, auch das klassische TV hat noch ein Wörtchen mitzureden. Netflix startet auf dem deutschen Markt also nicht konkurrenzlos.

Amazon Prime Instant Video hat vor dem Deutschlandstart von Netflix bereits den Preiskampf eröffnet. Ein Jahresabo kostet lediglich 49 € im Jahr, das heißt 4,10 € pro Monat. Dazu gibt es die Prime-Mitgliedschaft von Amazon, also extra schnellen Versand und die kostenlose Nutzung der Leihbibliothek für eBooks. Bei Watchever bekommen Neukunden für monatlich 8,99 € den ersten Monat gratis zum Testen des Angebots dazu. Wem es nicht gefällt, kann monatlich kündigen.

Der Unterschied liegt bei den Anbietern im jeweiligen Angebot, das unterschiedlich viele Filme und Serien umfasst, und in deren Aktualität. Zudem fehlen Nachrichten, Wettervorhersagen und Liveübertragungen. Diese gibt es weiterhin nur beim klassischen Fernsehen.

Welche Filme und Serien Netflix in Deutschland zeigen darf, ist noch nicht bekannt. Auch der Preis wird derzeit nur vermutet (7,99 €/Monat). Eine Auflösung gibt es ab dem 16. September.

Werdegang von Netflix

1997 Gründung am 29. August von Marc Randolph und Reed Hastings
1999 Einführung von Flatrates als Preismodell
2000 Individuelle Empfehlung von Serien und Filmen anhand des Sehverhaltens startet
2002 Börsengang des Unternehmens
2007 Streaming im Internet verfügbar
2010 Geschätzter Marktwert: Zehn Milliarden Dollar
2012 Expansion nach Europa
2013 Eigenproduktion „House of Cards“ startet
2014 Circa 48 Millionen Abonnenten in den USA; Expansion nach Deutschland

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