Irrtümer und Wahrheiten

Mythen über Verhütung: Welches Mittel ist wie sicher?

Kondome als sicheres Verhütungsmittel

Kondome schützen nicht nur vor Schwangerschaft, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. (Bild: dinostock – Fotolia)

Mythen rund um das Kondom

Das Kondom zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt – vorausgesetzt es wird richtig benutzt. Die Handhabung sollte geübt sein, damit das ehemals als „English Overcoat“ bezeichnete Verhütungsmittel sicher vor einer Schwangerschaft schützt. Kondome wurden darüber hinaus als Schutz vor Geschlechtskrankheiten entwickelt und gehörten im Ersten Weltkrieg zur Standardausrüstung vieler Armeen. Trotz prinzipiell hoher Zuverlässigkeit können sie jedoch beispielsweise reißen oder porös werden, wenn kein geeignetes Gleitgel verwendet wird. Das Gleiche gilt für die gleichzeitige Verwendung von Scheidenzäpfchen für vermeintlich doppelten Schutz. Alle Substanzen, die mit dem Kondom in Berührung kommen, dürfen deshalb nicht fettlösend sein, da sonst der Verhütungsschutz nicht gewährleistet ist. Auch die Verwendung von zwei Kondomen übereinander ist nicht zielführend, da sie durch die gegenseitige Reibung ebenfalls reißen können.

Die Pille ist das sicherste Verhütungsmittel

Pearl-Index

  • Gibt Auskunft über die Zuverlässigkeit von Verhütungsmethoden.
  • Berechnung: Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen geteilt durch 12 Anwendungsmonate
  • Berechneter Wert gibt an, wie viele Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden.

Das orale Kontrazeptivum, im Volksmund Anti-Baby-Pille oder nur Pille, ist noch vor dem Kondom die beliebteste Verhütungsmethode. Laut Pearl-Index, der die Sicherheit aller Verhütungsmethoden angibt, führt die Pille auch die Liste der sichersten Mittel gegen ungewollte Schwangerschaften an. Dennoch kommt es bei der Einnahme immer wieder vor, dass Frauen schwanger werden. Denn die Einnahme der Pille erfordert Disziplin, die gerade in jungen Jahren bei vielen Mädchen nur unzureichend vorhanden ist.

Die größte Sicherheit gewährleistet die Pille nämlich nur dann, wenn sie regelmäßig eingenommen wird. Ihr Schutz lässt nach, sobald Alkohol, Durchfall, Antibiotika und andere Medikamente oder Erbrechen hinzukommen. Kommt es während der Einnahme nur einmal zu Unregelmäßigkeiten, ist der Verhütungsschutz für den Rest des Monats nicht mehr gewährt.

Der Pearl-Index
Pille 0,1 – 0,9

Sterilisation des Mannes

0,1

Hormonspirale

0,16

Sterilisation der Frau

0,2 – 0,3

Depotspritze

0,3 – 0,88

Mini-Pille

0,5 – 3

Vaginalring

0,4 – 0,65

Verhütungspflaster

0,72 – 0,9

Kupferspirale

0,3 – 0,8

Basaltemperaturmessung

0,8 – 3

Diaphragma

1 – 20

Kondom

2 – 12

Chemische Verhütungsmittel

3 – 21

Coitus interruptus

4 – 18

Keine Verhütung

85

Scheidenspülung schützt vor Schwangerschaft?

Um das Verhalten nach dem Sex ranken verschiedene Mythen, unter anderem soll eine Spülung der Scheide helfen, nicht schwanger zu werden. Von Wasser bis zur Coca Cola – Flüssigkeiten, die zum Einsatz kommen, sind vielfältig wie irrwitzig. Um schwanger zu werden, reicht ein Spermium aus, deshalb hilft auch keine Scheidenspülung, um alle zu beseitigen. Im Gegenteil können sie sogar auf ihrem Weg zur Eizelle beschleunigt werden.

schwangere Frau

Ergebnis unsicherer Methoden: Schwangerschaft. (Bild: MasterFinally/Wikipedia unter CC BY 2.0)

Die Periode als sicheres Verhütungsmittel?

Weitverbreitet ist ebenfalls der Glaube, dass Frauen während ihrer Menstruation nicht schwanger werden können. Auch das ist ein Mythos, denn Spermien können bis zu acht Tage in der Gebärmutter überleben und lediglich eine einzige ist zur Befruchtung nötig. Auch ist der Zeitpunkt des Eisprungs nicht immer sicher vorherzusagen. Auch wenn er mithilfe von Temperatur- oder Urinmessungen bestimmbar ist, wird die Überlebensdauer der Spermien nicht berücksichtigt.

Unzuverlässiger Klassiker: Coitus interruptus

Es kann scheinbar nicht oft genug erwähnt werden, denn auch er zählt immer noch zu den gängigen Verhütungsmethoden: Der Coitus interruptus. Diese Methode zur Verhütung, bei der der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen wird, bietet keinen sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft. Denn bereits vor dem Orgasmus sondert der Penis Samenflüssigkeit in kleinen Mengen ab, die ausreicht, um die Eizelle zu befruchten.

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