"Je trockener der Herbst, je kälter der Winter, je besseres Jahr."

Bauernregeln im Herbst: Wetterprognosen auf dem Prüfstand

Den Herbst genießen.

Im Herbst die bunte Natur genießen. (Bild: Martin Heiß/ Wikipedia unter: CC BY-SA 3.0)

Unbeständige Wetterprognosen

Der tägliche Wetterbericht steht und fällt mit einem Blick aus dem Fenster. Denn trotz modernster meteorologischer Verfahren, ähnelt das auf der Wetterkarte versprochene Bild häufig nicht der Realität. Eine relativ sichere Schönwetterperiode kommt jedes Jahr im September auf – der Altweibersommer. Ältere Damen haben nichts mit dem sonnigen Herbstbeginn zu tun. Der Begriff entstammt einem germanischen Mythos und leitet sich vom germanischen Wort weiben, was so viel bedeutet wie „Spinnweben knüpfen“, ab.

Eine beliebte Variante, vor allem für Gärtner, um das Wetter vorherzusagen, sind Bauernregeln. Jetzt zur Erntezeit heißt es beispielsweise wieder „Sitzen die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel.“ Die tatsächliche Trefferquote derartiger Vorhersagen darf jedoch bezweifelt werden. Denn die frühe Spargel- und Erdbeerernte 2014 zeigte, dass die besagten Regeln auch in diesem Frühling nicht wie beschrieben das richtige Wetter vorhersagten.

Warmer Herbst und kalter Winter?

Das Buch „Bauernregeln aus meteorologischer Sicht“ von Prof. Dr. Horst Malberg, geht diesem Phänomen nach. Er untersuchte die Verlässlichkeit der oft als Dichtung bezeichneten mystischen Behauptungen. Seine Untersuchung, die einen Vergleich mit einer hundertjährigen meteorologischen Wetterstatistik durchführte, bestätigte, dass der Großteil der Bauernregeln keine exakten Prognosen liefern kann. Aber ein warmer September führte bisher immer zu einem kalten Winter. Die Bauernregel: „Ist der Herbst warm und fein, kommt ein scharfer Winter rein“, stimmt also größtenteils – trotz einiger Jahre mit mildem Winterwetter.

Weitere Bauernregeln zum Wetter im Herbst

Herbstdekoration

Für fast jede Wettervariante gibt es die passende Bauernregel. (Bild: BUP-PIXEL – Fotolia)

  • Blühen im Herbst die Bäume auf’s Neu, währet der Winter bis zum Mai.
  • Viele Eicheln im September, viel Schnee im Dezember.
  • Wenn noch Donner den September weckt, wird der Winter schneebedeckt.
  • Warmer Oktober bringt fürwahr, stets einen kalten Januar.
  • Ist der Oktober gelind, gibt der November viel Wind.
  • Schneit’s im Oktober gleich, wird der Winter weich.

100-jähriger Kalender und Regentänze

Das Wetter vorherzusagen hat Tradition: Bereits Stammesvölker zelebrierten Regentänze. Später war das Mysterium Wetter weiterhin ein großes Thema. Da die Mehrheit der Menschen bis zu Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern nicht lesen konnte, richteten sie ihre Vorhersagen nach dem, was sie am Himmel sahen. So entstanden die bis heute oft zitierten Bauernregeln.

Abt Mauritius Knauer entwickelte im 17. Jahrhundert aufgrund seiner Aufzeichnungen über Himmelskörper und ihre Beziehung zum Wetter, den Hundertjährigen Kalender. Der Name verweist nicht auf eine hundertjährige Schaffensphase. Er geht davon aus, dass sich das Wetter alle sieben Jahre wiederholt. Planeten stehen im Zentrum des Kalenders. Vom 21. März bis zum 20. März des Folgejahres geht eine Planetenphase. Das Jahr 2014 steht im Zeichen des Saturn. Es verspricht einen kalten und feuchten Herbst, der nur im November mit einigen warmen Tagen auftrumpft.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Kommentar abgeben