Lokführer fordern mehr Lohn

Bahnstreik: Zugausfälle in ganz Deutschland drohen

Bahnstreiks drohen

Neue Bahnstreiks legen den gesamten bundesdeutschen Zugverkehr lahm. (Bild: Sebastian Terfloth/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Keine Einigung im Tarifkonflikt

Seit Wochen stehen sich die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) und die Deutsche Bahn in einem harten Tarifkonflikt gegenüber: Es geht um fünf Prozent mehr Lohn und weniger Wochenarbeitsstunden für Lokführer. Bislang kamen beide Parteien auf keinen gemeinsamen Nenner. Die Bahn wartet auf die Tarifbestimmungen der Koalitionen, doch damit gibt sich die GDL nicht zufrieden. Die Gewerkschaft der Lokführer plant für die kommenden Tage einen bundesweiten Streik des gesamten Zugverkehrs. Bereits am Dienstagabend, den 7. Oktober 2014 sollen die Züge stillliegen – zunächst bis zum 8. Oktober 2014, um 6 Uhr. Der Arbeitsaufstand wird zwar als befristet ausgerufen, aber wie lange er sich hinzieht, bleibt offen.

Rechte der Bahnkunden im Streikfall

Der kurzfristige flächendeckende Streik im Nah-, Fern- und Güterverkehr bedeutet für Bahnreisende erneut Chaos: Alle von der Deutschen Bahn betriebenen Züge, einschließlich der S-Bahnen, fahren nicht mehr und viele Pendler stranden am Bahnhof. Dennoch haben Kunden, laut einem Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs von 2013, bei allen höheren Gewalten wie Unwetter oder Streiks, das Recht ihr Geld zurückzuverlangen oder mit anderen Zügen weiter zu reisen:

  • Ab einer Stunde Verspätung erhalten Kunden ein Viertel des Preises zurück. Bei zwei Stunden oder mehr wird die Hälfte des Geldes erstattet. Besteht für den Fahrgast keine Möglichkeit mehr die Reise fortzusetzen, kann er den gesamten Ticketpreis zurückfordern.
  • Bei abgesagten Anschlusszügen können Reisende in den nächsten Zug steigen, der auf derselben Strecke verkehrt.
  • Bei einem Streik sind auch Fahrten mit zuggebundenen Tickets in anderen Zügen erlaubt. Vor der Weiterfahrt empfiehlt sich eine Beratung im Servicecenter der Deutschen Bahn, um nicht zusätzliche Kosten zu erwarten. Die Zugbindung kann von den Mitarbeitern sicherheitshalber entfernt werden.

Alternativen zur Zugfahrt

Streiks sind bei der Bahn keine Seltenheit. Mitfahrzentralen und Fernbusunternehmen bieten eine stressfreie Alternative zum Zugfahren an. Trotz längerer Fahrzeiten besticht vor allem der Preis. Weniger als die Hälfte kostet eine Fahrt im Durchschnitt. Es gibt auch bei den Alternativen Pannen und Absagen – doch im Gegensatz zur Bahnfahrt kommen Urlauber und Wochenendpendler in der Regel ohne größere Verspätungen an ihr Ziel. Folgende Alternativen zum Zug bietet der Reisemarkt:

  • Fernbusse
  • Mitfahrgelegenheiten
  • das eigene Auto
  • Mietwagen
  • Flüge für längere Strecken

Auch bei Lufthansa drohen Streiks

Streik bei der Lufthansa.

Auch bei der Lufthansa drohen neue Streiks. (Bild: Heidas/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Wer als Alternative zur Bahn mit dem Flugzeug reisen möchte, sollte die aktuelle Nachrichtenlage aufmerksam verfolgen. Denn auch bei der Lufthansa drohen zu Beginn der Herbstferien bundesweite Streiks. Bei der Lufthansa geht es um die finanzielle Absicherung der Piloten, die vor dem regulären Rentenalter in den Ruhestand gehen wollen. In den nächsten Tagen bleiben deshalb erneut Hunderte Flieger auf dem Boden. Die Gewerkschaft droht mit weiteren Streiks. Die Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa, Lufthansa Cargo und ihrer Tochtergesellschaft German Wings bildeten 2014 eine Streikwelle von der Tausende Flüge betroffen waren.

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