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Ein Abstecher ins All gefällig? Ab 2009 für wohlhabende Touristen möglich

Alle sechs Monate schießt die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos die neue Besatzung zur ISS. Dabei ist jeweils ein Platz für einen Tourist in ihren Sojus-Raumschiffen frei. Sie sind derzeit noch der Monopolist auf dem Markt des Weltraumtourismus.

Bereits 5 wohlhabende Prominente haben sich ihren Traum erfüllt und nahmen an dem russischen Programm teil. Zuletzt flog der US-Softwareentwickler Charles Simonyi zur ISS. Jedem Tourist steht allerdings ein sechsmonatiges Vorbereitungsprogramm bevor, um für das All physisch fit zu sein. Neben dem aufwendigen Vorbereitungstraining, welches unter anderem auch das Nachahmen der Schwerelosigkeit in Wasserbecken beinhaltet, sind außerdem der Hin- und Rückflug, Vollpension an Bord der ISS, die medizinischen Tests sowie Russischunterricht zur Verständigung inbegriffen. Jeder Teilnehmer erhält außerdem einen maßgefertigten Weltraumanzug. All diese Leistungen haben aber auch ihren Preis. Der letzte Teilnehmer musste ungefähr 19 Millionen Euro auf den Tisch legen, um sich in das Raumprogramm einzukaufen. Allerdings wurde mitgeteilt, dass sich die Preise deutlich erhöhen werden. Künftig liegen die Preise bei rund 30 Millionen Euro, Geld mit dem die russische Luftfahrt finanziert wird.

Aber auch andere Anbieter planen, den Weltraumtourismus in den nächsten Jahren anbieten zu können. Der britische Unternehmer Richard Branson plant mit seiner Firma Virgin Galatic Flüge ins Weltall, welche ungefähr 3 Minuten in der Schwerelosigkeit andauern. Er wäre der erste Privatunternehmer, welcher Flüge ins Weltall anbieten kann. Die ersten Flüge sollen ab 2010 starten, ein Ticket kostet ungefähr 75.000 Euro und beinhaltet Flug, viertägiges Vorbereitungstraining, Verpflegung, Unterkunft und Reiserücktrittsversicherung. Dabei werden die Touristen, welche in der Raumfähre einen garantierten Fensterplatz bekommen und genügend Platz haben werden, um sich in der Schwerelosigkeit auszubreiten und diese genießen zu können, in 100km Höhe geschossen, verweilen dort einige Minuten und fliegen dann wieder in Richtung Erde. Solche Raumshuttles können eventuell in einigen Jahren auch für den normalen Linienverkehr eingesetzt werden. Die Strecke New York – Sydney dauert mit einem normalen Langstreckenflugzeug rund 26 Stunden, ein solches Shuttle würde nur 2,5 Stunden benötigen.

Außerdem hält Branson es für denkbar, bereits in einigen Jahren ein Weltraum-Hotel in Mondnähe eröffnen zu können, welches dann von seinen Shuttles angeflogen werden kann. Er rechnet bereits heute mit regem Absatz der rund 200.000 Dollar teuren Flugtickets.

Auch ein deutsches Unternehmen, welches in Kochstedt seinen Sitz hat, plant den Weltraumtourismus bereits 2010 für alle zugänglich zu machen. Sie befinden sich momentan in der Entwicklungs- und Testphase ihres „Blacksky“, welches die 5 Passagiere an Bord in 110km Höhe bringt und dort einen kurzen Moment die Schwerelosigkeit erfährt. Ein solches Ticket soll rund 150.000 Euro kostet und beinhaltet ein 2-wöchiges Training sowie 20 Minuten Aufenthalt im Weltall.
Neben diesen Weltraumflügen gibt es allerdings eine weitere Möglichkeit, richtige Schwerelosigkeit für einen kurzen Moment zu erleben: der Parabelflug. Mit Hilfe einer umgebauten Boeing B727 wird man auf 6500m Höhe über der Erde geflogen, dann lenkt der Pilot das Flugzeug so, dass es eine Parabelkurve fliegt. In dem kurzen Moment des Fallens erlebt der Passagier eine Schwerelosigkeit wie im Weltall. Ein Trip umfasst 15 dieser Parabelkurven und kostet rund 4.000 Euro. Außerdem ist kein Vorbereitungsprogramm nötig. Der eigentliche Sinn dieser Parabelflüge ist allerdings das Experimentieren mit Hilfe der Schwerelosigkeit. Es ist also nicht als wirklicher Weltraumtourismus zu betrachten, da immer nur eine kleine Anzahl an Personen pro Maschine mitfliegen darf.

Die Zukunft wird noch viele Ideen für die Erschließung des Weltalls mit sich bringen. Forscher tüfteln bereits an den ersten Prototypen von Weltraumhotels, auf denen sich Gäste mehrere Tage und Wochen aufhalten können. Sie werden ähnlich der ISS sein, nur größer und geräumiger. Und auch das Bewohnen des Mars ist eine Faszination vieler Wissenschaftler, die sich bemühen, den roten Planet bewohnbar zu machen. Das größte Problem an der Erschließung des Weltalls besteht aber darin, dass die Forschungskosten den Nutzen heute noch überschreiten und das vielen die Technik fehlt, ihre Ideen umzusetzen.

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