Kindle Unlimited

Amazon startet E-Book-Flatrate in Deutschland

Amzon veröffentlicht E-Book Dienst

Amazon startet in Deutschland mit einer E-Book Flatrate. (Bild: Maximilian Schönherr/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

No-Name Autoren dominieren

Amazon startet jetzt auch in Deutschland seine E-Book Flatrate Kindle Unlimited. Bereits vor einigen Monaten erschien die neueste Idee des amerikanischen Großkonzerns in den USA auf dem Markt. Das Angebot verspricht für 9,99 Euro im Monat eine riesige Auswahl an Literatur: Über 700.000 Bücher umfasst die Flatrate. Die Titel versprechen einen großen Lesespaß, doch unter den Büchern sind nur etwa 40.000 deutsche Werke gelistet. Dies hat unter anderem mit einem Streit deutscher Verlage zu tun. Viele Bestseller werden nicht angeboten: Neben der deutschen Harry-Potter-Reihe stellt Amazon beispielsweise „Die Tribute von Panem“ in englischer Sprache bereit. Werke unbekannter Autoren, die der Konzern in seinem Shop bereits günstig vertreibt, bilden den Großteil des Sortiments.

Amazon-Prime-Kunden konnten bereits im Vorfeld günstige E-Books erwerben. Das neue Programm ermöglicht Lesern, bis zu zehn Bücher auszuleihen, die dann auf dem Kindle gelesen werden können. Über die Kindle-App erhalten iOS- und Android-Nutzer ebenfalls einen Zugang zu Amazons E-Book-Bibliothek.

Konkurrenz für Amazon?

Ähnliche Plattformen wie  Kindle Unlimited existieren in Deutschland bereits seit einigen Jahren. Skoobe funktioniert ähnlich wie Amazon: Es ist kompatibel mit Apples Betriebssystem und Android-Geräten und kostet um die zehn Euro monatlich. Der Dienst stellt 70.000 Bücher bereit. Anders als bei seinem Konkurrenten Amazon sind einige Bestseller beispielsweise von Rowohlt oder Goldmann unter den Werken. Bei Readfy müssen Nutzer mit Werbebannern rechnen. Der kostenlose Dienst bietet 25.000 E-Books an. Städtische Bibliotheken verfügen mittlerweile ebenfalls über eine große Auswahl an digitalen Büchern. Angemeldete Nutzer können die Dateien auf dem Computer oder einem E-Reader lesen.

Amazon in der Kritik

Länder mit Buchpreisbindung

  • Deutschland
  • Österreich
  • Frankreich
  • Italien
  • Griechenland
  • Niederlande
  • Spanien
  • Portugal

Die Veröffentlichung der Flatrate kurz vor der Frankfurter Buchmesse bringt wieder den Konflikt des Unternehmens mit der Buchbranche auf den Tisch. Deutsche Verlage streiten sich mit Amazon seit Längerem über E-Book-Rechte – insbesondere um den Gewinn für die jeweiligen Verlage. Der Sitz von Amazon EU in Luxemburg ermöglicht es, mit einem niedrigeren Umsatzsteuersatz die E-Books zu vermarkten. Dadurch können via Direct Publishing Autoren ihre Geschichten ganz einfach veröffentlichen, was sich jedoch mit der Buchpreisbindung als problematisch erweist. Demnach müssen die Preise für Bücher, die nach Deutschland verkauft werden, denen des Landes entsprechen.

Die Monopolstellung des Versandhändlers stößt bei Autoren und Verlegern weltweit auf missmutige Stimmung. Die niedrigen Buchpreise, die Amazon durch das Umgehen der Buchpreisbindung zum Beispiel in Deutschland möglich macht, sehen Branchenexperten als einen gefährlichen Trend für die literarische Gemeinschaft: Ein Wegfall der Buchpreisbindung würde Amazons Alleinherrschaft bedeuten, wodurch das Unternehmen schlussendlich ebenfalls untergehen würde.

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