Gesellschaftliche Ängste in Ost und West

25 Jahre Mauerfall: Durchbruch in die Freiheit

Berliner Mauer

Die Mauer teilte Ost- und Westberlin 28 Jahre lang. (Bild: Noir/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Über die Grenze in den Westen

Am 9. November 1989 leitete der Sprecher des Politbüros Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz gegen 18.53 Uhr unfreiwillig den Fall der Berliner Mauer ein: Auf die Frage eines Reporters, wann denn die Reiseregelungen eintreten werden, antwortete er, dass sie nach seiner Kenntnis ab sofort gelten – die damit einhergehende Sperrfrist missachtete Schabowski. Dieses Gesetz sollte aber ursprünglich erst vier Tage später an die Öffentlichkeit gelangen. Hunderte Menschen stürmten am Abend zum Grenzübergang Bornholmerstraße. Um genau 23.30 Uhr gingen die ersten DDR-Bürger in den Westen Berlins. Wagemutige sprangen ebenfalls über den militärisch gesicherten Todesstreifen in ein neues Leben. Die Zeiten des diktatorisch abgeriegelten Regimes waren somit vorbei.

Wir sind das Volk – Revolution in der DDR

Im Jahr 1989 spitzte sich die revolutionäre Stimmung in der Bevölkerung zu: Die Menschen wollten ein freies Land, indem sie ihre Meinung frei äußern durften und nicht mehr durch Zensur oder Bespitzelung in ihrem Persönlichkeitsrecht eingeschränkt wurden. Der Überwachungsstaat kontrollierte sein Land und gilt bis ins 21. Jahrhundert als eines der „besten“ Spionageländer. Auf friedlichen Demonstrationen, wie zum Beispiel in Leipzig, und durch die Forderungen endlich ausreisen zu dürfen, setzte sich eine unaufhaltsame Welle in Gang. Dass sich das Leben in Westdeutschland als Paradies darstellen würde, dachten die DDR-Bürger nie. Einzig der Wunsch nach Selbstbestimmung trieb sie an, etwas zu verändern.

Feierlichkeiten zum Mauerfall

Ungewöhnliche Schmuggel-Taktiken

  • beliebte Schmuggler: Diplomaten und Rentner
  • Pornos und Schallplatten unter dem Bodenbelag des Autos
  • Vollgestellte Gänge im Zug, um der Zollkontrolle zu entgehen.
  • Kaffee oder Pfeffer in Feuerlöschern
  • Hohlräume in Zugdächern
  • Zigarettenschmuggel am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin.

Berlin gedenkt dem bedeutenden Tag mit verschiedenen Veranstaltungen. Eine Lichtergrenze erinnert entlang des ehemaligen Mauerverlaufs an ein Leben ohne befestigte Grenzen. Touren entlang der East Side Gallery oder zur Gedenkstätte Berliner Mauer zählen zum Programm. Auch in Dresden, Leipzig und Plauen erinnern Gottesdienste und Events an die Mauertoten und den friedlichen Kampf um Freiheit.

Studie: Unterschiedliche Sorgen in Ost und West

Wie sieht es in der Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung heute aus? Welche Sorgen plagen die Bundesbürger? Die Studie „Challenges of the Nations 2014“ des GfK Vereins, stellt bemerkenswerte Unterschiede bei den Menschen in Ost und West dar. In den neuen Bundesländern beschäftigt die Mehrheit die Angst um die schwindende soziale Sicherheit und die Kaufkraft. In den alten Bundesländern sorgen sich die Bewohner eher über ihre Rente und die Immigrationssituation, die derzeit in den Medien heiß diskutiert wird. Alle Bundesbürger fordern jedoch eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Dieser Aspekt ist zwar im Westen geringer ausgeprägt, hält sich aber über 20 Jahre an der Spitze der Sorgenliste.

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