Die Jecken sind los!

Karneval: Die fünfte Jahreszeit beginnt am 11.11.

Die Bürgergarde in Blau-Gold gibt ihr musikalisches Stelldichein. (Bild: Volker Urban/ Wikipedia)

Narren und Jecken finden sich bei den unzähligen Karnevalsumzügen ein. (Bild: Volker Urban/ Wikipedia unter CC BY 2.0)

Karneval in Deutschland

Am 11.November 2014, um 11.11 Uhr heißt es wieder – Kölle Alaaf! Jecken, Tanzmariechen und Büttenredner kommen auf unzähligen Veranstaltungen zusammen, um ausgelassen die fünfte Jahreszeit zu begehen. Vor allem im Rheinland und im schwäbischen Raum zelebrieren die Menschen das Fest in bunten Verkleidungen. In der Zeit vom 12. November bis zum 5. Januar des Folgejahres finden noch keine großen Feste statt, da der Fasching in die Fastenzeit fällt. In den Karnevalszentren Köln oder Düsseldorf beginnen in der Fastnachtswoche dann fröhliche Partys und närrische Umzüge, die am Rosenmontag ihren Höhepunkt finden. Der Aschermittwoch beendet das närrische Treiben.

Fakten über Karneval

  • Würzburg: größter Faschingsumzug Süddeutschlands
  • Zentrale Figur im Raum Köln ist der Narr
  • Kölle Alaaf: Trinkspruch für König Friedrich IV.
  • Masleniza: Pendant zum Karneval. Wird zum Beispiel in Russland gefeiert.

Fasching, Fastnacht und Karneval

In Deutschland gibt es viele Bezeichnungen für das heitere Brauchtum. Im Norden und in Bayern sowie Sachsen verlaufen die Festumzüge und Tanzveranstaltungen unter dem Namen Fasching. Seiner Herkunft nach bezeichnet es den letzten Ausschank von Spirituosen vor der Fastenzeit. Im 13. Jahrhundert kam das Wort in den Formen vaschanc oder vaschang auf. Hauptsächlich im bayerischen Raum verlaufen beispielsweise Umzüge unter dem Namen.

Ursprünglich gehen die Bräuche rund um Karneval auf die sechswöchige Fastenzeit vor Ostern zurück. Aber auch vor Weihnachten ist aus religiösen Gründen eine ausgiebige Feier vor der Abstinenz eingeplant, die am Martinstag beginnt. In Hessen, Franken oder in Rheinland-Pfalz gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für die Fastnacht. So heißt es beispielsweise in Hessen Fas(s)enacht. In der Karnevalshochburg Köln sprechen die Einheimischen von Fastelov(v)end oder Fasteleer. Im Hochdeutschen wird dort und in ganz Deutschland von Karneval gesprochen. Als eine relativ sichere Quelle gilt das mittellateinische Wort carne levare, was so viel wie „Fleisch weglassen“ bedeutet. Zusammengefügt steht es für eine fleischlose Zeit, die Fastenzeit.

Von Götterverehrung bis zum Maskenball

Bereits in Mesopotamien, Ägypten oder dem antiken Griechenland wurden erste Hinweise auf ähnliche Feste gefunden. So huldigten beispielsweise die Römer zwei Tage im Dezember mit Saturnalien ihrem Gott Saturnus. Zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert fanden im mittelalterlichen Europa kirchlich geprägte Narrenfeste zum Epihaniastag (6.Januar) statt. Die Kleriker stellten sich dann über die geistlichen Hoheiten und parodierten sogar den Papst.

Stilvolle Maskerade in Venedig

Stilvolle Maskerade in Venedig (Bild: Dream-Emotion – Fotolia)

Mit dem teuflischen Brauch, wie die Fastnacht von der Kirche genannt wurde, wollten die Geistlichen dem Volk die Folgen der civitas diaboli (Teufelsstaat) aufzeigen. In den höheren Kreisen wurden zur Zeit des Barock und Rokoko prunkvolle Maskenbälle zelebriert. Im Dritten Reich ideologisierten die Nationalsozialisten das närrische Treiben für ihre Pläne.

Sambatänzer und Venezianische Masken

Nicht nur in Deutschland treffen sich Verkleidungskünstler aus aller Welt. Der spektakulärste Karneval findet in Rio de Janeiro statt. Zu lateinamerikanischen Rhythmen ziehen Hunderte Sambaschulen mit leicht bekleideten Brasilianerinnen durch die Stadt, mit dem Ziel zu gewinnen. Ein turbulenter Partyspaß wird beim Mardi Gras in New Orleans und Mobile garantiert. Ausgelassen feiern die Menschen auf der Straße. Beim Fetten Dienstag, wie das Fest übersetzt heißt erhalten sie große Ketten. Eine der stilvollsten Faschingsveranstaltungen kommt aus Italien: Der Karneval in Venedig begeistert mit handgemachten venezianischen Masken und spektakulären Kostümen.

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