Suche nach Wasser auf Asteroiden beginnt

Mascot Mission: DLR-Hüpfroboter fliegt in Weltraum

Mascot auf Entdeckungsreise

Wie in dieser Grafik vom DLR wird Mascot über den Asteroiden hüpfen. (Bild: DLR unter CC-BY 3.0)

Start der Entdeckungstour

„Hayabusa 2“ ist am 3.12.2014 vom Raumfahrtzentrum auf Tanegashima gestartet – im Gepäck der Asteroidenlander „Mascot“. Dies teilte die japanische Raumfahrtagentur Jaxa mit. Das von Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte Gerät soll nach einer vierjährigen Reise auf seinem Ziel-Asteroiden „1999 JU3“ herumhüpfen. Dort liefert er der Basissonde „Hayabusa 2“ Daten, an welchen Stellen es Proben für eine mögliche Existenz von lebensnotwendigen Elementen entnehmen könnte.

Die Rakete vom Typ H-IIA flog planmäßig mit ihren zwei Passagieren ab. Aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen wurde der Start zweimal verschoben. Mit dieser Aktion geht der „Mobile Asteroid Surface Scout“, wie der Lander mit vollem Namen heißt auf eine ebenso spektakuläre Expedition wie sein Vorgänger „Philae“ auf Tschuri. Jedoch wird seine Tätigkeit nur von kurzer Dauer sein, denn fehlende Solarpanel bringen ihn nach 16 Stunden zum Stillstand. Die Lithium-Ionen-Batterie kann nicht wieder aufgeladen werden.

Mögliche Wasserspeicher auf Asteroiden

Fakten über Asteroiden

  • Weitere Bezeichnungen: Planetoide oder Meteoroide
  • Zusammensetzung: Gestein und Zusätze aus unterschiedlichen Metallen sowie Kohlenstoffverbindungen
  • fliegen auf kreisrunden Bahnen in der Nähe von Planeten
  • Hauptvorkommen: Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter

Asteroiden verkehren in der erdnahen Umlaufbahn. Die Relikte aus der Frühzeit unseres Sonnensystems gelten in der Wissenschaft als wertvolle Kennzeichen für Leben im Weltraum : Mit der Suche nach Wasser sorgt die Mission für neue Erkenntnisse in diese Richtung. Forscher haben im Vorfeld den etwa einen Kilometer großen Asteroiden mit Teleskopen von der Erde aus untersucht und herausgefunden, dass sich dort eventuell Wasser befinden könnte. Astronomen stellen die These auf, dass erst durch Meteoroideneinschläge, das blaue Lebenselixier auf die Erde kam.

Beweglicher Roboter

Der Untersuchungsroboter wiegt etwa 10 Kilogramm und unterscheidet sich von seinem Kollegen „Philae“ durch seine Beweglichkeit. Mithilfe eines integrierten Schwungarms kann der Apparat Sprünge von bis zu 70 Metern auf „1999 JU3“ zurücklegen und sich so auf der gesamten Fläche fortbewegen. Jedoch verfügt er nicht über Mechanismen, um sich festzuhalten. Für seine Arbeit ist der kleine Forschungshelfer mit folgenden technischen Instrumenten ausgestattet:

  • CAM: Eine Kamera für Bildaufnahmen von „1999 JU3“
  • MicrOmega: Mikroskop für den nahen Infrarotbereich, um die materiellen Eigenschaften des Umfeldes zu bestimmen.
  • MARA: Radiometer, zum Messen des Strahlungsvermögens, der Oberflächentemperatur sowie der Kapazität für die Wärmespeicherung
  • MasMAG: Das Fluxgate-Magnetometer errechnet das umgebende Magnetfeld.

„Hayabusa 2“ begleitet den Miniroboter zunächst ein Jahr. Die japanische Sonde kartografiert Mascot, wirbelt und saugt auf Grundlage der übermittelten Daten Staubproben auf und bringt sie 2020 zurück zur Erde. Damit Mascot sanft landet und nicht allzu weit davonspringt erfolgt ein sanfter Abwurf aus 100 Meter Höhe. Denn Asteroiden besitzen eine geringe Gravitationskraft. Das bekam bereits Philae bei seinem Landeanflug auf Tschuri zu spüren. Nach dem ersten Bodenkontakt hüpfte Philae einen Kilometer weiter als vorgesehen.

Erfolgsversprechende neue Untersuchung

Bereits 2010 machte sich „Hyabusa 1“ auf den Weg ins Weltall, mit demselben Ziel, nämlich zu überprüfen, ob es Leben in der Galaxie geben könnte. Diese Probenrückführung war für die Astronomen erfolgreich. Trotz der nur millimetergroßen Staubmenge vom Asteroiden Itokawa, ließen sich mit der Aktion wertvolle Rückschlüsse für weitere Untersuchungen erzielen. Die aktuelle Mission verspricht ebenfalls Fortschritte für die Raumfahrt.

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