Bezahlsystem startet Testphase

Google Contributer: Surfen ohne Werbung

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Webseiten könnten schon bald ohne Werbung erscheinen. (Bild: HaywireMedia – Fotolia.com)

Keine Werbung gegen Bezahlung

In den USA testet Google seinen Contributor, der gegen Bezahlung Werbeanzeigen ausblendet und sich so als Alternative zu sogenannten Adblockern etablieren soll. Für Webseitenbetreiber sind Werbeblocker ein rotes Tuch. Denn sie finanzieren sich über Produktplatzierungen. Damit aber dem Wunsch vieler User nach einem werbefreien virtuellen Raum nachgegangen werden kann, versucht Google mit seinem neuesten Produkt einen Kompromiss. Das System funktioniert folgendermaßen:

  • Nutzer melden sich beim Google Contributor an und zahlen, wie Google es nennt, zwischen ein bis drei Euro Beitrag pro Monat – je nachdem wieviel jeder geben mag.
  • Wenn der User die Seite eines teilnehmenden Online-Publishers besucht, wird das Geld abgezogen und einschließlich einer Gebühr an den Webseiteninhaber weitergeleitet.
  • Auf der Seite kann dann ohne störende Werbung gesurft werden. Besucher erwartet dann eventuell ein verpixeltes Bild, um das vorhandene Design nicht zu verändern. Mit einem möglichen Dankeschön können sich Webseiteninhaber bei Nutzern des Google-Dienstes bedanken.

Als Spendensystem angelegt

Das als Abonnement angelegte System ähnelt Crowdfunding, da Kunden einen von ihnen gewählten Betrag festlegen. Das Projekt befindet sich noch in der Testphase und muss sich als Wegbereiter für ein werbefreies Suchen erst noch beweisen. Große Nachrichtenseiten oder auch Angebote aus den eigenen Reihen wie die Google-Suche fehlen.Webseiten wie „Mashable“, „WikiHow“ oder „The Onion“, eine Satireseite, nehmen an dem Probelauf teil. Eine direkte Teilnahme ist bislang nicht möglich. Privatleute und Unternehmen müssen warten und kommen nur über eine Einladung in das System.

Die schwedische Webseite Flattr nutzt eine ähnliche Vorgehensweise: Ein festgesetzter Betrag wird monatlich an bestimmte Webseiten überwiesen. Optional kann auch eine fixe Geldsumme an eine Webseite gehen. Betreiber erhalten die Summe dann, wenn sie einen Artikel liken, einen Tweet zu einem Video absetzen oder einen Button anklicken. Jedoch verläuft das Schema ohne Werbefreiheit. Auf YouTube haben Besucher die Chance mittels Fan-Funding Googles Tochtergesellschaft mit Spenden zu unterstützen

Bereitstellung über Werbung

Mit dieser Innovation behält das Unternehmen weiterhin anscheinend die Oberhand über die Netzwelt. Denn den Installationsprozess würde der Netzwerkriese mit eigenen Anzeigen aus dem hauseigenen Werbepool initialisieren. Somit sind die Anbieter im Marketingbereich völlig auf den Suchmaschinenkonzern angewiesen.

Werbung blockieren

Damit die Suche im Netz nicht durch nervige Werbebanner, Popups oder Videos gestört wird, bieten einige Anbieter kostenlose Adblocker wie beispielsweise den Adblock Plus an. Jedoch bleiben einige Seiten mit Produktreklame erhalten, um den Betreibern ihre Einnahmequelle nicht zu verwehren. Für fast alle gängigen Browser gibt es diese Abwehrfunktionen. Googles Idee wird zeigen, ob sich im Alltag Surfen ohne Werbung durchsetzen kann.

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