Medizinischer Durchbruch?

Super-Antibiotikum gegen resistente Bakterien entdeckt

Neues Antibiotikum als Durchbruch in der medizinischen Forschung

Forscher arbeiten mit Hochdruck an wirksamen Mitteln gegen Antibiotika-Resistenzen. (Bild: Black Mamba – Fotolia)

Methode gegen hartnäckige Bakterien

Antibiotika gelten als schnelle Lösung gegen Infektionskrankheiten. Die Zahl der Erkrankungen, die auf resistente Keime zurückgeht steigt seit Jahren an. Die oft eingesetzten Antibiotika helfen meist nicht mehr. Bislang wirken die Substanzen gegen übliche Infektionen.Ein vielversprechender Fund gelang Tanja Schneider und ihren Kollegen vom deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) unter der Leitung von Kim Lewis (Northeaster University in Boston ). Sie haben ein vorläufiges Antibiotikum gegen resistente Bakterien entdeckt. In Laboruntersuchungen konnte Teixobactin, wie die Entdeckung heißt, erste Erfolge erzielen: Die dem Wirkstoff ausgesetzten Bakterien entwickelten keine Resistenzen.

Resistenz bedeutet in dem Fall, dass die Erreger die Antibiotikabehandlung überleben und ihre Struktur evolutionsbedingt verändern, sodass sich die Substanzen nicht mehr auf ihrer Oberfläche einnisten können. In flüssigen Bodenproben wiesen die Wissenschaftler aus 10.000 Organismen den erfolgsversprechenden Wirkstoff im Labor nach. Teixobactin greift überlebensnotwendige Zellbestandteile der Erreger an. Außerdem bietet es doppelten Resistenzschutz, da es gezielt mehrere Stellen in der Außenschicht angreift.

Gefährliche Bakterien

  • Salmonellen
  • Tuberkulose-Bakterien
  • Yersinien: stäbchenförmige Stuhlbakterien
  • Chlamydien
  • Vibrio cholerae und Biovar eltor: Auslöser der Cholera

Tödliche Infektionskrankheiten wieder möglich

Laut WHO-Bericht (Weltgesundheitsorganisation) von April 2014, könnten einfache Infektionen schon bald tödlich enden. Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, die in der westlichen Welt so gut wie nicht vorkommen, wären möglicherweise wieder eine aktuelle Gefahr. Denn Rund 480.000 Erkrankte verzeichnete die WHO aufgrund von Schätzungen 2013. Lebensbedrohliche Infektionen wären dann wieder ein aktuelles Thema.

Teixobactin töte auch widerstandsfähige Varianten des Mycobacterium tuberculosis – einer Form des Tuberkulose Bakteriums. Ähnlich wie Vancomycin, das erst nach 40 Jahren Resistenzen aufwies, soll auch das neu entdeckte Antibiotikum kaum Veränderungen durchmachen. Seine Wirkdauer verlängert sich somit.

Neues Wundermittel für die Menschheit?

So außergewöhnlich das Ergebnis auch erscheint. Experten wie John McKinney von der École polytechnique fédérale (Lausanne), warnen vor allzu großer Hysterie. Denn in der Antibiotikaforschung stehen Misserfolge hoch im Kurs. Dennoch sind die Ergebnisse für zukünftige Untersuchungen essenziell. Die Tatsache, dass sich weitere Methoden zur Infektionsbekämpfung mittels Petrischale entdecken lassen können, treibt die Medizin an. Ob es sich jedoch für den Menschen eignet, ist noch nicht bestätigt. In den folgenden Jahren müssen weitere Forschungen zeigen, ob sich im Boden noch mehr nützliche Helfer gegen resistente Bakterien befinden.

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