Gefährliche Neckereien

Tierischer Spieltrieb entdeckt: Weshalb Affe, Delfin & Co. Spaß haben

Weltkatzentag am 8. Augst

Tiere spielen um ihre fertigkeiten in sozialen beziehungen oder im Kapf zu schulen. (Bild: Loliloli – gemeinfrei/Wikipedia)

Spielplatz der Tiere

Eine Sonderausgabe des „Current Biology“ befasst sich mit dem Spieltrieb von Tieren. Zum Überleben benötigen Säugetiere, Reptilien & Co. eigentlich kein Amüsement. Aber warum tollen sich Tiger mit ihren Artgenossen und Delfine vollführen Luftsprünge? Die Autoren fanden bei ihren Beobachtungen heraus, dass Tiere nicht nur zur Freude spielen. Überlebenswichtige Fertigkeiten zu stärken, zählt zu einigen der Gründe, die die Forscher beobachtet haben.

Spaß als Kampfvorbereitung

Um sein Revier zu verteidigen und sich seinen Feinden in den Weg zu stellen, benötigt es ein gewisses Maß an Vorbereitung. Für Tiere ist ein spielähnliches Verhalten ein optimales Training. So springen beispielsweise junge Steinböcke nicht nur allein aus Freude über gefährliche Berghänge. Um später schnell vor Feinden fliehen zu können, lohnen sich diese Aktionen, beschreibt Richard Byrne von der Universität St. Andrews in einem Essay seine Entdeckung.

Vincent Janik von der Universität St. Andrews sieht in Delfinen ebenfalls Kämpfer. Hinter ihrem unbewusst wirkenden Lächeln steckt nicht wie gedacht, die Freude am Spiel mit Artgenossen. Rasante Schwimmsprints und meterhohe Luftsprünge dienen neben dem Luftholen auch dazu, den Gegner mit der Flosse zu schlagen.

Selbstdarsteller und soziale Lebewesen

Der Spieltrieb fördert in der Tierwelt soziale Beziehungen. Pavian-Jungs balgen sich mit ihresgleichen, um ihre Position in der Gruppe zu stärken. Pavian-Mädchen spielen geschickt: Sie geben sich mit dem Nachwuchs hochrangiger Weibchen ab, um zukünftig einen ebenfalls hoch angesehenen Verbündeten an ihrer Seite zu wissen.

Delfine haben laut Janik oft auch einfach nur Spaß. Das Surfen auf der Bugwelle eines Schiffes gehört zu ihrer Selbstdarstellung dazu. Anscheinend präsentieren sie sich potenziellen Weibchen so als vitale Fortpflanzungspartner. Auch mit Objekten vertreiben sich die großen Tümler ihre Zeit. Sand, Schildkröten oder Seegras dienen allein der Freude. Der Bericht von Janik beschreibt, dass frei lebende Delfine der Bahamas 0,6 Prozent mal weniger mit Dingen spielen als ihre in Gefangenschaft lebenden Artgenossen. Da sind es 1, 6 Prozent.

Spielspaß für alle

Anders als beim Menschen zählt Kreativität nicht zu den Gründen für einen ausgelassenen Spieltrieb bei Tieren. Dennoch können sich Tiere in andere hineinversetzen, um eine Situation als lustig einzustufen. Forscher beobachten, dass Paviane Kühe am Schwanz gezogen haben, wenn diese sicher hinter einem Zaun standen. Andere zu Necken ist demnach ein Spaß auf Kosten anderer Lebewesen.

Tauchen am

Fische besitzen einen Spieltrieb. (Bild: Andreas Wolf – Fotolia)

Das nicht nur höher entwickelte Lebewesen wie Bär, Elefant oder Otter Freude am gemeinsamen Spiel haben, beweist Gordon Burkhardt von der University of Knoxville (Tenesssee). Das sich Katzen, Hunde oder einige Vogelarten mit Wollknäulen, dem Stöckchen werfen oder anderen Dingen beschäftigen, ist nicht so. Frösche wie der Goldbaumsteiger ringen gerne ohne jeden Grund miteinander. Andere Froscharten ließen sich von den aufsteigenden Luftblasen im Aquarium mittragen. Reptilien, Fische und Wirbellose spielen ebenso gern wie die folgenden Beobachtungen beweisen:

  • Salzwasserkrokodile spielen gern mit einem Basketball
  • Afrikanische Weichschildkröten stießen Treibgut wie Flaschen über die Wasseroberfläche und benutzten Schläuche zum Tauziehen

In der Gattung der Wirbellosen spielen einzig und allein Oktopuse. In Gegenwart eines neuen Objekts fragen sie sich zunächst, was das denn sei und überlegen sich anschließend gewissermaßen, was sie damit anstellen könnten. Mit Hilfe ihrer Siphons treiben Riesenkraken aus dem Pazifik Gegenstände vor sich her, schreibt Sarah Zylinski von der Universität in Leeds in einem Artikel. Genauso wie intelligentere sowie angepasstere Tiere spielen gemeine Kraken mit ihrer Beute. Ob sie dabei jedoch genauso viel Spaß empfinden wie der Mensch, ist schwer vorstellbar.

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