Riskanter Energieschub aus der Dose

Tschechien: Energy-Drink Verbot für Minderjährige geplant

Sonne Sommer

Müssen Jugendliche beim Feiern bald auf Energy-Drinks verzichten? (Bild:yanlev/Fotolia.com)

Keine Energy Drinks für Kinder und Jugendliche

Das Energy-Drinks ihrem Namen keine Ehre machen ist bekannt. Die hohe Dosis an Koffein steht im Verdacht schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit, vor allem auf die von Kindern und Jugendlichen zu haben. In Tschechien sollen demnach Minderjährige bald keine Höhenflüge mehr aus der Blechdose erleben dürfen. Das Land knüpft damit an die andauernden Diskussionen an.

So hat bereits Litauen im Mai 2014 ein deutliches Signal gesetzt und den Verkauf von Energy- Drinks an Minderjährige verboten. Bei nicht einhalten des Gesetzes droht eine Strafe von bis zu 116 Euro. Andere Länder dagegen stützen sich allein auf Empfehlungen. So rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Energyshots aus dem Handel zu nehmen. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg spricht sich für ein Verbot aus.

Minderjährige bereits Vieltrinker

Die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht in den Getränken ebenfalls eine Gefahr. Sie fordert ein Verkaufsverbot von Energy-Drinks an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Ihre Forderung beruht auf einer aktuellen Studie der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA. Demzufolge konsumieren 68 Prozent der zehn bis 18 jährigen Energy-Drinks. Bei den jüngeren Kindern greift jedes Fünfte zu. In Deutschland zählen laut der Studie 6,6 Prozent der Jugendlichen zu den Vieltrinkern. Bei einer Umfrage des BfR gaben beispielsweise einige Befragte an, innerhalb von 24 Stunden fünf Liter der koffeinhaltigen Getränke zu sich genommen zu haben.

Meistverkaufte Energy-Drinks weltweit

  • Red Bull
  • Monster Energy?
  • Rockstar
  • Full Throttle
  • No Fear

Energy Drinks schaden der Gesundheit?

Die Kombination aus Zucker und Koffein ist tückisch: Gerade Minderjährige setzen auf Energy- Drinks. Einerseits deswegen, weil der bittere Geschmack des Koffeins, im Gegensatz zum Genuss von Kaffee, fehlt. Andererseits verführen die kalten Getränke aufgrund ihrer Größe zu häufigerem Konsum. Besonders in Kombination mit Alkohol bürgen Energy-Drinks zahlreiche Gefahren. Die süßen Softdrinks stehen neben anderen von der WHO genannten Gesundheitsgefahren in Verdacht, Hyperaktivität und ein Abhängigkeitsverhalten zu begünstigen. Mögliche Erkrankungen:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Übelkeit
  • Nierenprobleme
  • Krampfanfälle

Um Energy-Drinks handelt es sich, wenn alkoholfreie Getränke mehr als 150 Milligramm Koffein und andere Inhaltsstoffe enthalten. In Deutschland dürfen keine Energy-Drinks produziert werden. Laut § 47a des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes ist der Vertrieb der Getränke erlaubt, aber nur unter gewissen Voraussetzungen. Sollten die aufputschenden Getränke die festgesetzten Höchstwerte überschreiten, wird der Vertrieb in der Bundesrepublik gestoppt.

Millionenklage gegen Red Bull

Neuerdings werden auch Sorten mit Ginseng und Guarana angeboten. Varianten mit Cola oder anderen fruchtigen Geschmacksrichtungen zielen verstärkt auf Jüngere ab. Auch „Red Bulls“ Versprechen, die Leistungsfähigkeit und Konzentration zu steigern, entpuppt sich als Trugschluss. Für den falschen Werbeslogan zahlte der Getränkehersteller 2014 in den USA eine Millionenstrafe.

Über Asien zum Exportschlager

In den 1980er Jahren begann der Siegeszug der Energy Drinks: Dietrich Mateschitz entdeckte in Asien das Getränk, woraus sich schließlich der europäische Marktführer „Red Bull“ entwickelte. Zunächst in 0,25 Liter Dosen verkauft, verbreitete es sich in Österreich, England und einigen osteuropäischen Staaten aus. 1994 erreichte der Trend Deutschland. Bereits zehn Jahre später machte der Konzern weltweit Millionengewinne. Von der Techno- und Clubszene aus zogen Energy Drinks in den Alltag der Menschen ein. Auf der Welt existieren mittlerweile tausende Sorten – von billig bis teuer.

Richtlinien anstatt Regeln

Am 13. Dezember 2014 trat eine neue Lebensmittel-Informationsverordnung in Kraft. Danach müssen alle koffeinhaltigen Getränke mit mehr als 150 Milligramm pro Liter – außer Tee und Kaffee – gekennzeichnet werden: Auf den Dosen steht dann, dass der Genuss für Kinder, Schwangere und stillende Frauen nicht empfehlenswert sei. Das dies nicht ausreicht, bemängeln Verbraucherschützer seit Jahren. Klare Regeln sollten ihrer Meinung nach aufgestellt werden, um die junge Zielgruppe zu schützen.

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