Kurzzeitige Abstinenz

Fastenzeit: Deutsche verzichten auf Süßigkeiten und Autos

Trotz der positiven Eigenschaften von Kakao, sollte Schokolade in Maßen genossen werden. (Bild: bsilvia - Fotolia)

Auf Süßigkeiten verzichten während der Fastenzeit wieder viele Menschen. (Bild: bsilvia – Fotolia)

Studie: Genussmittel & Konsumgüter tabu

Am Aschermittwoch verzichten wieder viele Deutsche auf Süßigkeiten oder Alkohol. Dann beginnt die 40-tägige Fastenzeit. Bis Ostern leben die Menschen enthaltsam – vor allem aus gesundheitlichen Gründen. Eine Forsa Studie, im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit, beschreibt, welchen Lebensmitteln und Konsumgütern die Bundesbürger 2015 kurzzeitig entsagen wollen:

  1. Alkohol (70 Prozent)
  2. Süßigkeiten (64 Prozent)
  3. Fleisch (41 Prozent)
  4. Zigaretten (40 Prozent)
  5. Fernseher (33 Prozent)
  6. Handy und PC (27 Prozent)
  7. Auto (15 Prozent)

Fasten bei Frauen beliebt

Bereits einmal in ihrem Leben haben 19 Prozent der Befragten gefastet. 37 Prozent gaben jedoch an, sich schon öfter in Verzicht geübt zu haben. Der größte Anteil der Abstinenzler verbirgt sich hinter der Altersspanne der 30- bis 44-Jährigen. In Westdeutschland ist der Trend weiter verbreitet als im Osten des Landes. Besonders im Freistaat Bayern verzichteten 61 Prozent der Menschen auf Genussmittel und Technik. Soziodemografisch betrachtet fasten vermehrt Bundesbürger mit einem höheren Schulabschluss und Studienabgänger. Bei den Geschlechtern liegen Frauen vorn. Denn hauptsächlich Damen mittleren Alters befürworten diese Auszeit.

Christlicher Hintergrund

Die christliche Fastenzeit geht vom 18. Februar bis zum 04. April 2015. Die auch als Passionszeit bezeichnete mehrwöchige Abstinenz dient im Christentum zur Vorbereitung auf das religionsträchtige Ereignis, Ostern. Am Karsamstag ist die Fastenzeit vorbei. Laut den liturgischen Texten endet sie am Gründonnerstag vor der Messe des letzten Abendmahls. In der biblischen Geschichte ist das Fasten auf 40 Tage und Nächte festgesetzt. Folgende Hintergründe gelten als Grund für den Verzicht:

  • Jesus Christus fastete sieben Wochen in der Wüste
  • 40-jährige Reise des israelischen Volks durch die Wüste
  • 40-tägige Sintflut
  • Frist von 40 tagen, die der Prophet Jona der Stadt Ninive auferlegte. Daraufhin riefen sie eine
  • Zeit des Fastens und der Vergeltung aus, woraufhin Gott sie verschonte.
  • Moses verbrachte mit Gott 40 Tage auf dem Berg Sinai
Auch Tee kann zum Schutz vor Erkältungen beitragen (Bild: aboutpixel.de - Luthien)

Mit Tee den Körper entgiften. (Bild: aboutpixel.de – Luthien)

Teil der Gesundheitsindustrie

Neben dem Verzicht auf ungesunde Lebensmittel und schlechte Gewohnheiten steht vermehrt die Gesundheit im Fokus. Das sogenannte „Detoxen“ soll den Darm entgiften und so für mehr Vitalität sorgen. Nach einer Darmspülung gönnen sich die Teilnehmer spezielle Kräutertees zum Entschlacken. Verschiedene Kuren und Hotels bieten Heilfasten als ganzheitliches Programm. Mit Säften versuchen einige Menschen ebenfalls ihren Organismus zu reinigen. Krankheiten wie Krebs oder Diabetis, sollen aufgrund einiger Expertenmeinungen dadurch bekämpft werden können.

Der Handel nutzt den Trend für sich und bietet verschiedene Bücher und Fastenprodukte an. Das sich mit dem Thema Gesundheit viel Geld machen lässt zeigt die stark anwachsende Industriemaschinerie während der Fastenzeit. Der vom Christentum geprägte Verzicht weist im 21. Jahrhundert kaum noch etwas von seinen Ursprüngen auf.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...

Kommentar abgeben